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FP6

NEWGENERIS — Ergebnis in Kürze

Project ID: 16320
Gefördert unter: FP6-FOOD
Land: Niederlande

Toxine im Mutterleib erhöhen Krebsrisiko im Kindesalter

Die Zunahme an Leukämie und Immunerkrankungen im Kindesalter gaben den Anstoß, die Exposition gegenüber erbgutschädigenden Umweltgiften in der frühen Entwicklung näher zu betrachten. Das EU-finanzierte Projekt NEWGENERIS untersuchte die vorgeburtliche und postnatale Exposition gegenüber mehreren Toxinen.
Toxine im Mutterleib erhöhen Krebsrisiko im Kindesalter
Aufgabe war es, Biomarker für die Exposition und die Auswirkungen einer solchen Exposition zu finden. Hierzu wurden das mütterliche und zum Teil auch väterliche Blut sowie Sperma und Nabelschnurblut untersucht.

Analysiert wurden insgesamt 250.000 Mutter-Kind-Kohorten sowie Proben einer separaten Leukämiegruppe. Damit ist NEWGENERIS die umfangreichste Studie ihrer Art, die in diesem Projektzeitraum stattfand.

NEWGENERIS stufte wichtige immuno- und genotoxische Substanzen nach ihrer gesundheitsschädigenden Wirkung in Nahrungsmitteln und auf die Gesundheit des Kindes ein. Zudem führt die Liste Substanzen, die bereits zuvor als toxisch identifiziert worden waren.

Neben der fötalen, mütterlichen und väterlichen Exposition wurde auch die Plazentadurchgängigkeit untersucht, um Informationen zur fötalen Exposition gegenüber chemischen Schadstoffen im Mutterleib zu erhalten. Mittels Genexpressionsstudien an lymphatischem Gewebe und proteomischer Methoden wurden genetische Signalwege ermittelt, die das individuelle Risiko für Krebs und Immunerkrankungen im Kindesalter erhöhen. Genomanalysen und Untersuchungen von DNA-Reparaturmechanismen lieferten auch Hinweise auf interindividuell unterschiedliche Reaktionen auf Schadstoffe.

Da die Haltbarkeit der Proben oft problematisch ist, wurden Lager- und Transportbedingungen so optimiert, dass die Marker immer noch zuverlässig nachweisbar sind. Weiterhin wurden Protokolle für die Probennahme erstellt und validiert. Weiße Blutzellen müssen z.B. nach dem Isolieren und Einfrieren unter streng kontrollierten Bedingungen gelagert werden.

Auch die Probennahme, Datenspeicherung und –analyse wurde sorgfältig vorbereitet. Da der Umfang der Kohortenstudie es zuließ, wurden die Blutproben von Kindern gepoolt und Forschungsprotokolle für Datenerhebung, Lagerlogistik und Datenspeicherung entworfen.

Den Ergebnissen zufolge ist eine Exposition gegenüber chemischen Schadstoffen nicht nur im Erwachsenen- oder Kindesalter, sondern bereits in der vorgeburtlichen Entwicklung relevant. Letztere ist vor allem aus Gründen der Risikoprävention und ethischen Gesichtspunkten schützenswert, auch die Belastung von Sperma als väterlicher Komponente muss berücksichtigt werden. Die Daten von NEWGENERIS sind daher eine wichtige Grundlage für weitere Analysen zur Wirkung von Umweltgiften.

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