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FP7

ATP Ergebnis in Kürze

Project ID: 226248
Gefördert unter: FP7-ENVIRONMENT
Land: Norwegen

Untersuchung von Kipppunkten in der europäischen Arktis

Polarforscher führen in der europäischen Arktis Untersuchungen durch, um zu erfahren, wie das marine Ökosystem und wichtige biologische Prozesse auf den Klimawandel reagieren.
Untersuchung von Kipppunkten in der europäischen Arktis
Auf äußeren Druck, wie z. B. die Erwärmung des Klimas, kann das Ökosystem plötzliche und ungleichmäßige Reaktionen zeigen. Diese Kipppunkte führen zu deutlichen Veränderungen, sogenannten "Regime Shifts". Von der EU finanzierte Wissenschaftler untersuchen die Veränderungen am Meereseis und der Meerestemperatur in der europäischen Arktis sowie die Konsequenzen beim Überschreiten von Kipppunkten.

Das Projekt "Arctic tipping points" (ATP) analysierte Zeitreihendaten und führte Experimente durch, um die Existenz klimabedingter Kipppunkte für wichtige Arten und Ökosystemprozesse im Arktischen Ozean zu untersuchen. Die Forscher betrachteten außerdem die Auswirkungen wirtschaftlicher Aktivitäten in der Region, wie z. B. Aquakultur, Erschließung von Erdöl und Erdgas sowie die fischereiliche Bewirtschaftung.

Darüber hinaus modellieren sie zukünftige Kipppunkte mit Hilfe eines biologisch-physikalisch gekoppelten Modells basierend auf Zeitreihendaten und experimentellen Analysen. Sie entwickelten auch ein zweidimensionales Modell zellulärer Automaten zum Testen der Eigenschaften verschiedener Fischbewirtschaftungsmaßnahmen. Ferner betrachteten die Wissenschaftler optimale Erdöl- und Erdgasförderungsstrategien zu bestimmten Preisen und unter bestimmten Wetterbedingungen.

Die Projektpartner untersuchten weiterhin, wie Institutionen und politische Maßnahmen für die Verwaltung lebender Meeresressourcen und Erdöl mit den durch den Klimawandel hervorgerufenen rapiden Veränderungen in den Ökosystemen umgehen. Das Verständnis der Kipppunkte und ihrer Auswirkungen aufgrund unterschiedlicher Erwärmungsniveaus kann wertvolle Informationen für neue internationale Abkommen zum Klimaschutz liefern.

Die ATP-Initiative hat den Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC) über die nachhaltige Ressourcenbewirtschaftung und Klimaauswirkungen auf verschiedene Klimaszenarien beraten. Außerdem haben die Forscher ein Weißbuch erarbeitet, in dem die politischen Optionen bei der Vermeidung der Überschreitung von Kipppunkten ausgewertet werden.

Die im Rahmen des ATP entwickelten Modelle hängen von drei Schlüsselfaktoren ab, u. a. von der Verfügbarkeit zuverlässiger wissenschaftlicher Vorhersagen über zukünftige Veränderungen des marinen Ökosystems in der Arktis als Reaktion auf den Klimawendel. Die beiden anderen Faktoren sind die Entwicklung regional ausgerichteter Ressourcen-Nutzungsmodelle und der effiziente Wissenstransfer in betriebswirtschaftlichem und politischem Rahmen.

Zu den vom ATP durchgeführten Verbreitungs- und weiterführenden Aktivitäten gehören auch wissenschaftliche Gesprächsrunden und Veröffentlichungen, eine Projektwebseite, Zeitungsartikel, Dokumentarfile und die Organisation öffentlicher Veranstaltungen.

Die Forschungsergebnisse des ATP-Konsortiums werden sowohl Wissenschaftler als auch politische Entscheidungsträger in der ganzen Welt über die Gefahren informieren, die mit einer Überschreitung der arktischen Kipppunkte und die daraus resultierenden "Regime Shifts" informieren und wie diese begrenzt werden können.

Verwandte Informationen

Datensatznummer: 90350 / Zuletzt geändert am: 2013-02-04
Bereich: Umwelt
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