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Europas Zugachsen in Topform halten

Wissenschaftler arbeiten an einer Verbesserung der Sicherheit des europäischen Personenzugsystems, wobei der Schwerpunkt dieses Vorhabens die Achsen sind. Supermoderne analytische und experimentelle Methoden sollen innovative und kostengünstige Konstruktionen ergeben.
Europas Zugachsen in Topform halten
Ein großes europäisches Konsortium aus 23 Partnern startete das EU-finanzierte Projekt Euraxles ("Minimizing the risk of fatigue failure of railway axles"), um innovative, kostengünstige und sicherere Entwürfe von Eisenbahnradsätzen (Baugruppe aus Rad und Radachse bei Eisenbahnwagen) zu entwickeln. Der Ansatz umfasst die Entwicklung von Risikoanalysemethoden, von verstärktem Korrosionsschutz, besseren zerstörungsfreien Prüfungverfahren und RAMS/LCC-Analysen. Letzteres bezieht sich auf die Analyse von Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Wartbarkeit und Sicherheit (Reliability, Availability, Maintainability and Safety Analysis, RAMS) zusammen mit einer Lebenszykluskostenanalyse (Life-Cycle Cost Analysis, LCC).

Das Konsortium erstellte zuerst eine Datenbank der im Betrieb üblichen Achslasten. Man nutzte ein Gutachten sowie Experimente, um die Verteilung der Lasten in Personenwagen zu bestimmen. Die Forscher wählten überdies topmoderne Simulationsmodelle auf Grundlage der Finite-Elemente-Methode (FEM) aus, definierten Eingangsgeometrien von Achsen und Bänken und führte Analysen durch.

Es wurden umfassende Arbeiten durchgeführt, um ein Standardprüfverfahren zur Charakterisierung neuer Materialien oder Oberflächenbehandlungen zu erstellen, das die Einheitlichkeit der Daten und außerdem auch gewährleistet, dass statistisch relevante Schlussfolgerungen gezogen werden. Zu den Materialien zählen Anstrich-, Beschichtungs- und Schutzsysteme. Einschränkungen, notwendige Verbesserungen, nationale Erfordernisse und Betriebsballe wurden über drei Fragebögen ermittelt, die sich an Betreiber und Industriepartner richteten. Die Tests werden im Laufe der nächsten Projektphase beginnen. Parallel wurde mit der Arbeit an der Optimierung der Beschichtungen begonnen und es wurde ein RAMS/LCC-Instrument definiert, um innovative Lösungen vergleichen zu können.

Man erwartet von Euraxles spürbare Auswirkungen auf die Sicherheit des EU-Personenschienenverkehrsnetzes. Niedrigere Kosten und längere Standzeiten der Radkomponenten werden zur weiteren Verbesserung der EU-Wettbewerbsfähigkeit auf diesem Gebiet beitragen.

Verwandte Informationen

Datensatznummer: 90575 / Zuletzt geändert am: 2013-03-01
Bereich: Industrielle Technologien