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FP7

PREHDICT — Ergebnis in Kürze

Project ID: 242061
Gefördert unter: FP7-HEALTH
Land: Niederlande

Eine Präventionsstrategie gegen Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs (GK) ist ein großes Gesundheitsproblem in Europa. Um dieser Krankheit besser vorbeugen zu können, sind neue Strategien zur Einschätzung der Auswirkungen von Impfungen und neue Screening-Methoden erforderlich.
Eine Präventionsstrategie gegen Gebärmutterhalskrebs
Die Ursache von GK ist eine dauerhafte Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV). Es gibt mindestens vierzehn verschiedenen HPV-Typen, verantwortlich für die meisten GK-Erkrankungen sind allerdings die Typen 16 und 18. HPV werden auch mit Peniskrebs bei Männern, Vaginal- und Vulvakrebs bei Frauen sowie mit Oropharyngeal- und Analkrebs bei beiden Geschlechtern in Verbindung gebracht.

Der ursächliche Zusammenhang zwischen HPV und GK hat zur Entwicklung von Impfstoffen und neuen Screening-Tests geführt. Das EU-geförderte Konsortium "Health-economic modelling of prevention strategies for HPV-related diseases in European countries" (PREHDICT) bestimmte die Voraussetzungen und Strategien für HPV-Impfung und Gebärmutterhalskrebs-Screening in europäischen Ländern.

Das Konsortium erkannte, dass die Unterschiede zwischen den GK-Kontrollstrategien der europäischen Länder objektive datengestützte Kriterien für die Krebsprävention erfordern. Die Forscher schufen eine große Erkenntnisgrundlage zu HPV-bedingten Krankheiten, indem sie systematisch Daten über die Verbreitung von HPV-Infektionen und -Krankheiten sammelten und zusammenfassten. Die Datenbank enthält Informationen über Wirksamkeit der Impfung, Leistungsstärke von neuartigen Screening-Methoden, Screening-Praxis, Lebensstil und Demographie. Anhand der Ergebnisse aus der Erhebung sollen Stärken und Schwächen bestehender Präventionsmaßnahmen hervorgehoben werden.

Ein wichtiger Teil von PREHDICT umfasste die Entwicklung von mathematischen Modellen zur Übertragung von HPV zwischen Männern und Frauen. Die Modelle zeigten deutlich, dass sowohl geimpfte als auch nicht geimpfte Frauen von einem HPV16/18-Impfprogramm für Frauen profitieren würden. Die Modelle sagten erhebliche Effekte einer Herdenimmunität voraus, was weitere Arbeiten zur Umsetzung von HPV-Impfprogrammen anstoßen wird.

Für die Kosten-Nutzen-Analyse wurden sowohl einfache als auch komplexere individuenbasierte Markov-Modelle verwendet. Die Auswirkungen der Impfung von Mädchen, um die HPV-Verbreitung in der Bevölkerung zu minimieren, wurden ebenso bewertet wie die zusätzlichen Auswirkungen durch eine Impfung von Jungen. Eine HPV16/18-Impfung von 12-jährigen Mädchen zeigte ein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis in den Ländern, in denen es an Prävention gegen GK mangelt und wo die Krankheitslast hoch ist.

Ein wichtiges Ergebnis des Projekts war es, dass die Wissenschaftler von dieser Erkenntnisgrundlage aus zeigen konnten, dass das HPV-basierte Screening 60-70% mehr Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs bieten kann als die Zytologie (Lancet 2014). Die Kosteneffektivität der Impfung in osteuropäischen Ländern wurde vorher noch nicht bestimmt und die Ergebnisse von PREHDICT könnten zur Schaffung neuer Präventionspolitiken führen. Darüber hinaus könnte man anhand der Modellierungsergebnisse integrierte Impf- und Screening-Programme mit neuen Screening-Instrumenten entwickeln.

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Schlüsselwörter

Gebärmutterhalskrebs, Impfungen, Screening-Verfahren, HPV, mathematisches Modell
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