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FP7

MEDIA — Ergebnis in Kürze

Project ID: 261409
Gefördert unter: FP7-HEALTH
Land: Niederlande
Bereich: Gesundheit

Metabolische Komorbiditäten führen zu Herzinsuffizienz

Europäische Forscher haben den ursächlichen Zusammenhang zwischen stoffwechselbedingten Komorbiditäten und Herzinsuffizienz untersucht. Ihre Feststellungen verändern die Sichtweise auf Herzinsuffizienz.
Metabolische Komorbiditäten führen zu Herzinsuffizienz
Diastolische Herzinsuffizienz (Diastolic heart failure, DHF) ist die häufigste Form des Herzfehlers und hat eine alarmierende jährliche Sterberate von 10 %. Sie wird durch eine eingeschränkte Ventrikelfunktion während der Diastole verursacht und im Gegensatz zur systolischen Herzinsuffizienz gibt es keine pharmakologische Behandlung, mit der die Prognose verbessert oder die Symptome gelindert werden können.

Die steigende Prävalenz der diastolischen Herzinsuffizienz in den Industrieländern ähnelt der von Adipositas und Typ-2-Diabetes mellitus. Daher gingen die Wissenschaftler des EU-finanzierten Projekts MEDIA (The metabolic road to diastolic heart failure) der Hypothese nach, dass die diastolische Herzinsuffizienz aus einem gestörten Stoffwechsel in Verbindung mit Adipositas, metabolischem Syndrom, Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes mellitus hervorgehen könnte. Grundgedanke dabei war, dass die mit diesen Erkrankungen verbundene systemische Entzündung die interstitielle Kollagenablagerung fördert und die Wechselwirkung zwischen den myokardialen mikrovaskulären Endothelzellen und Kardiomyozyten beeinträchtigt, was zu deren Hypertrophie führt.

Myokardiale mikrovaskuläre Entzündung und hohe Kardiomyozytensteifigkeit waren im Biopsiematerial von DHF-Patienten zu beobachten, was die obige Hypothese bestätigt. Die Forscher konnten des Weiteren demonstrieren, dass bei metabolisch beeinträchtigten Tiermodellen diastolische Herzinsuffizienz herbeigeführt werden könnte. Die Steifigkeit der Kardiomyozyten wurde auf zytoskeletale Proteinmodifikationen, oxidative Schäden und epigenetische Effekte zurückgeführt. Als Ergebnis der deregulierten Signalgebung in myokardialen Fibroblasten wurde gleichermaßen myokardiale Kollagenablagerung beobachtet.

Molekulare Profilierung von DHF-Geweben zeigte die Anwesenheit von differentiell exprimierten mRNAs oder miRNAs an, die an Metabolismus und Entzündung beteiligt sind. Zudem erwiesen sich entzündliche Biomarker, insbesondere endotheliale Zelladhäsionsmoleküle, als stark prädiktiver Wert für DHF-Entwicklung bei metabolischen Risikopatienten und zur Prognose bei DHF-Patienten. Aus therapeutischer Perspektive haben die MEDIA-Wissenschaftler den Weg für eine phänotypenspezifische Behandlung von Patienten mit diastolischer Herzinsuffizienz bereitet.

Insgesamt gewähren die Erkenntnisse der MEDIA-Studie bislang noch nie erreichte mechanistische Einblicke in die diastolische Herzinsuffizienz, wobei schlüssig bewiesen wird, dass sie eine Manifestation einer systemischen Entzündung darstellt, die durch koexistente metabolische Komorbiditäten ausgelöst wird. Diese Entwicklung wird tiefgreifende Auswirkungen auf den zukünftigen Umgang und die Therapie der diastolischen Herzinsuffizienz haben.

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Schlüsselwörter

metabolische Komorbiditäten, diastolische Herzinsuffizienz, MEDIA, Entzündungen, Endothelzellen
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