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FP7

PHARVAT — Ergebnis in Kürze

Project ID: 223226
Gefördert unter: FP7-HEALTH
Land: Niederlande

Harmonisierung der Impfstoffentwicklung

Zusatzstoffe bzw. Adjuvantien regen das Immunsystem an, Antikörper zu produzieren und sind daher für die Impfstoffentwicklung unerlässlich. Ein EU-finanziertes Forschungsprojekt soll den Test von Adjuvantien vereinheitlichen, um die Impfstoffentwicklung zu optimieren.
Harmonisierung der Impfstoffentwicklung
Ein Überblick zum Umgang mit Adjuvantien ergab als eine der größten Hürden bei der Impfstoffentwicklung gegen armutsbedingte Krankheiten (poverty-related disease, PRD) die mangelnde Standardisierung von Adjuvantientests. Daten zu Adjuvantien sind weder vergleichbar noch für andere Impfstudien nutzbar.

Um Evaluierungsmethoden für Adjuvantien zu harmonisieren, führte PHARVAT (Platform for the harmonization of vaccine adjuvant testing) am Tiermodell der C57 Black6-Maus vergleichende Adjuvantienstudien durch. Für den Entwurf der Standardprotokolle wurden einheitliche Studienparameter gewählt, u.a. die intramuskuläre Injektion, ein Injektionsvolumen bis zu 50 Mikrolitern und ein vierwöchiger Abstand zwischen den drei Impfungen.

Die Partner von PHARVAT entwickelten eine komparative Methode für Adjuvantien unter Verwendung von Referenzantigenen, Antiseren und eines Standardprotokolls für den harmonisierten Vergleich von Adjuvantien. Am Mausmodell wurden die drei Referenzantigene AMA1 (apikales Membran-Antigen 1), Antigen 85A und das Hepatitis-B-Oberflächenantigen für die Immunantwort gegen Malaria, Tuberkulose bzw. Heptitis-B-bedingter Gelbsucht getestet.

Die Wahl fiel speziell auf diese Antigene, weil kommerziell adäquate Mengen an Antigenen gemäß GMP (gute Herstellungspraktiken) zur Verfügung stehen. Dieser Pool an Antigenen wurde durch drei geeignete Referenzadjuvantien ergänzt: Aluminium-Sauerstoff-Hydroxid für die Baseline-Referenz, Squalan-Öl auf Wasserbasis und eine liposomale Formulierung mit Saponin QS21. Unterstützt durch Fördermittel der Weltgesundheitsorganisation WHO wurden in vivo Immunisierungsversuche an C57 Black6-Mäusen durchgeführt, um die daraus hergestellten Seren anschließend in den Adjuvans-Referenzkit zu integrieren.

Für jedes Antigen reichen 7,5 ml des Antiserums für mindestens 20.000 ELISA-Tests (Enzyme-linked immunosorbent assay) für jedes der vier Isotope. Die Elispot-Assays zeigten, dass die drei Antigene umfassende Typ I/II-Immunantworten erzeugten und auch der Bias (falsch negative/positive Ergebnisse) berücksichtigt wird. Die Resultate werden demnächst in einem unabhängigen Fachblatt veröffentlicht.

Detaillierte Informationen über den harmonisierten Vergleich von Adjuvantien liefern auch die Ergebnisse auf der PHARVAT-Webseite. Ein Repositorium der WHO stellt die hochtitrierten Referenzantiseren sowie Antigene zur Verfügung, das Labor für Impfstoffentwicklung der Universität Lausanne ist für die Adjuvantien zuständig. So soll die Harmonisierung auch die Entwicklung von Impfstoffen gegen armutsbedingte Krankheiten beschleunigen.

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Fachgebiete

Medical biotechnology
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