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FP7

EUPRIM-NET II — Ergebnis in Kürze

Project ID: 262443
Gefördert unter: FP7-INFRASTRUCTURES
Land: Deutschland

Fortschritte bei 3R-Standards in der Primatenforschung

Nicht-menschliche Primaten (NHP) sind mit einem hohen Maß an sensorischen und kognitiven Fähigkeiten ausgestattet. Folglich besteht ein internationaler Konsens, dass die höchsten ethischen Standards für die biomedizinische Forschung gelten müssen, bei denen Experimente an Primaten nur dann zugelassen werden, wenn es keine möglichen Alternativen gibt.
Fortschritte bei 3R-Standards in der Primatenforschung
Das EU-finanzierte Netzwerk EUPRIM-NET II (European primate network: Advancing 3Rs and international standards in biological and biomedical research) der European Primate Centers zielte darauf ab, 3R und internationale Standards in der biologischen und biomedizinischen Forschung voranzutreiben. Es förderte die 3R-Prinzip von Weiterentwicklung, Reduzierung und Ersatz (refinement, reduction and replacement), wie sie für die NHP-Forschung gelten.

Die neue EU-Richtlinie zum Schutz von Tieren, die für wissenschaftliche Zwecke verwendet werden, diente als Rahmen für die EUPRIM-NET-Maßnahmen. Zum Beispiel schreibt Artikel 28 der Richtlinie vor, dass "das Personal angemessen ausgebildet, geschult und kompetent sein muss".

Für alle Personalebenen, von Tierärzten bis hin zu Tierpflegern, wurden Kurse zu nicht-invasiver Bildgebung, Tiertraining, allgemeiner Primatenbiologie, Verhalten, Krankheiten und Biobanken abgehalten. Eine Vortragsreihe ist jetzt in sieben europäischen Sprachen verfügbar. Der erste Kurs für NHP-spezifische Labortierkunde wurde entsprechend der neuen (2014) Richtlinien der Federation for European Laboratory Animal Science Associations entwickelt.

Die für die Primatengesundheit entwickelten Werkzeuge decken unter anderem die schnelle Erkennung der wichtigsten Darmmikroben und die Bestimmung von Immunantworten ab. Auch hier ist die Ausbildung von größter Bedeutung und standardisierte Vorlesungen zum psychischen Wohlbefinden von Tieren durch "Verhaltensmanagement für Tiere" und "Positives Verstärkungstraining" sind nun in sechs europäischen Sprachen verfügbar.

Die Gesundheitsüberwachung war ein weiterer Schwerpunkt und Telemetrie unter Verwendung von Drahtlosaufnahmen für die Messung von physiologischen Daten reduzierte die Häufigkeit von Eingriffen und Betäubungen. In Kombination mit Verhaltenstestsystemen wird dies eine integrierte und automatisierte Datenerfassung ermöglichen.

Entwickelt wurden zudem In-vitro-Technologien für die Realisierung von 3R in NHP-Studien. Durch Methoden zur Dissoziation von Mikroglia- und Astrozytenzellkulturen (Zellen des Nervensystems) und neue Stammzellprotokolle für Nervenzellkulturen konnte die Anzahl der Zellen für die Forschung erhöht werden. Weiterhin wurden neue Assays für die Forschung an Prionkrankheiten (bovine spongiforme Enzephalopathie, BSE) und AIDS-Impfstoffen entwickelt.

Die Verwendung von Biobanken stellte einen weiteren Ansatz dar, um die Anzahl von Tierversuchen zu reduzieren, und EUPRIM-Net BioBank ermöglichte den Zugang zu Primatenmaterialien von verschiedenen NHP-Spezies.

Auf absehbare Zeit ist es nicht realistisch, ganz von Primatenversuchen in der biomedizinischen Forschung abzusehen. Die Arbeit von EUPRIM-NET II wird dazu beitragen, dass Tiere so wenig wie möglich leiden und dass die Experimente mit größter ethischer Sorgfalt ausgeführt werden.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

3R, Primaten, biomedizinische Forschung, ethische Standards, in-vitro-Technologien
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