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Bessere Chemotherapie gegen Krebs

Die Angiogenese, also die Bildung von Blutgefäßen, ist ein wichtiger Vorgang bei Tumorentwicklung und Metastasierung, wodurch der Krebs auf andere Teile des Körpers übergreifen kann. In einem europäischen Projekt wurde der Prozess der Angiogenese untersucht, um mehr effektive Behandlungsmöglichkeiten gegen verschiedene Arten von Krebs zu finden.
Bessere Chemotherapie gegen Krebs
Es gibt zwei unterschiedliche Mechanismen, die zur Angiogenese führen können. Der eine geht von lokalen Endothelzellen im Tumor aus, der andere umfasst die Migration von aus Knochenmark stammenden endothelialen Zellen. Da die Angiogenese die Krebsentwicklung fördert, untersuchte das EU-finanzierte Projekt BMDCS IN CANCER den Beitrag der einzelnen Knochenmark-abgeleiteten Zellen, auch BMDCs (bone marrow-derived cells) genannt, bei Bildung und Wachstum von Tumoren.

Angesichts der jüngsten Erkenntnisse der Partner, untersuchten die Forscher auch die Rolle von BMDCs in Metastasen nach zytotoxischen Chemotherapien. Die Migration von BMDC aus dem Knochenmark und das sogenannte Tumor-Homing spielen bei der Metastasierung eine zentrale Rolle. Daher sollten die Wirtsfaktoren und Zytokine, die diese Prozesse fördern, identifiziert werden.

Die Projektwissenschaftler identifizierten eine Reihe von Zelltypen, die durch eine zytotoxische Therapie hervorgerufen werden. Beispielsweise kam es durch FOLFOX, einer Kombination von Chemotherapeutika vor allem bei Darmkrebs, zu endothelialen Vorläuferzellen (EPC), also zu den Vorläufern der Zellen, die die Auskleidung der Blutgefäße bilden. EPC sind potenzielle Marker für die Tumor-Angiogenese. Andererseits wurden durch die Chemotherapie mit Gemcitabin und Cisplatin gegen Brust- und Darmkrebs diese Zellen nicht hervorgerufen.

Die Forscher untersuchten außerdem die Wirkungen des Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Faktors (G-CSF), ein Stimulansmittel für die Bildung weißer Blutkörperchen während der Chemotherapie. Von G-CSF weiß man, dass er die Mobilisierung verschiedener BMDCs hervorruft. Daher suchten die Wissenschaftler nach Wirkstoffen, mit denen sich die Fähigkeit dieser Zellen, die Angiogenese und ein anschließendes erneutes Tumorwachstum zu fördern, blockieren ließe. Es stellte sich heraus, dass Mozobil, ein CXCR4-Antagonist, eine systemische Angiogenese hemmen und das Ergebnis einer Chemotherapie verbessern könnte.

Die Kosten für eine Anti-Angiogenese-Therapie sind relativ hoch im Vergleich zu den bescheidenen klinischen Überlebensraten. BMDCS IN CANCER entwickelte eine solide Wissensplattform für die Optimierung von klinischen Ergebnissen bei der Chemotherapie mit Anti-Angiogenese-Medikamenten sowie für mehr kommerzielle und klinische Rentabilität.

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