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Rotfuchs-Studie hilft bei der Nachzucht 

Umweltstressoren können zu genetischen Veränderungen in Tierpopulationen führen. EU-finanzierte Wissenschaftler untersuchten Rotfuchspopulationen auf der ganzen Welt, um ihre unterschiedlichen Reaktionen auf eine Vielzahl von externen Faktoren zu bestimmen. 
Rotfuchs-Studie hilft bei der Nachzucht 
Ziel des Projekts JACKALS (Measuring Levels of MHC diversity between free-ranging and potentially isolated populations of black-backed jackals (Canis mesomelas)) war es, die Grade der genetischen Variation im Zusammenhang mit Genen, die direkt mit dem Überleben von global verteilten Spezies im Zusammenhang stehen, zu untersuchen. Die Gene für die Immunfunktion aus dem Haupthistokompatibilitätskomplex (MHC) wurden als geeigneter Marker für Umweltstressoren ausgewählt.

Als Studienobjekt wurde ursprünglich der Schabrackenschakal ausgewählt, aber aufgrund eines Ausbruchs von Tollwut wechselte man dann zum Rotfuchs (dem am weitesten verbreiteten terrestrischen Fleischfresse). Genetische Proben wurden aus den unterschiedlichen Verbreitungsgebieten genommen, unter anderem Tundra, Taiga, gemäßigter Wald, Wiesenlandschaft und Wüste. Dafür wurde ein Datensatz gesammelt, der die größte Anzahl von Umweltparametern für eine einzelne Spezies umfasste.

Mithilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) wurden die genomischen Regionen von Interesse (Exon 2 MHC-Klasse-Gene DRA und DRB) verstärkt. Die Forscher identifizierten 22 neue DRB-Allele in Füchsen aus den Vereinigten Staaten (einschließlich Alaska), von denen 20 für die Region spezifisch waren. Die Analyse wird auch auf den Rotfuchs aus der Sierra Nevada erweitert werden, einer vom Aussterben bedrohte und wahrscheinlich eigenständige Rotfuchsart.

Für Fennoskandinavien (also Skandinavien, Finnland, Karelien und die Halbinsel Kola) wurden insgesamt 19 Allele identifiziert, von denen 10 in dieser Region einzigartig waren. Dies war von besonderem Interesse, weil sich daraus schließen lässt, dass diese Allele zur Anpassung des Immunsystems an kalte Klimabedingungen führen könnten.

JACKALS half dabei zu zeigen, was den Rotfuchs zu einer so erfolgreichen Spezies macht, und deckte einen hohen Grad an allelischer Vielfalt innerhalb einer bestimmten genomischen Region im Zusammenhang mit Erregererkennung auf. Diese Vielfalt wies auf eine Fähigkeit hin, Anpassungen an spezifische regionale Bedingungen zu erzeugen und aufrechtzuerhalten. Allerdings zeigten Studien von Fuchspopulationen in Australien, dass die Art erfolgreich sein kann, wenn die Vielfalt in dieser genomischen Region fehlt.

Zu verstehen, welche Gene und Allel-Profile unter einer Reihe von äußeren Bedingungen (wie Krankheitsrisiko) exprimiert werden, wird für Nachzuchtprogramme von zukünftigen vom Aussterben bedrohten Arten von unschätzbarem Wert sein. Die Bewahrung von entsprechenden Graden der genetischen Vielfalt wird die Überlebenschancen bei Tieren, die in die Freiheit entlassen werden, erheblich verbessern. Daher werden die Projektergebnisse von besonderem Interesse für Zoos, Naturschutzgebiete und Nationalparks sein.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Umweltstressoren, Schakale, Rotfuchs, Vulpes vulpes, Haupthistokompatibilitätskomplex, Polymerase-Kettenreaktion, DRB-Allele, Nachzucht 
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