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Afrikanische Vögel zeigen Belastungen durch den Klimawandel

Der größte Teil der Naturschutzforschung befasst sich mit den nördlichen Regionen, obwohl die größte biologische Vielfalt in den tropischen Ökosystemen zu finden ist. Nun hat ein kürzlich durchgeführtes EU-gefördertes Marie-Curie-Aktionsprogramm die Mechanismen erkannt, die den Auswirkungen des Klimawandels auf Vogelarten in Tansania zugrunde liegen.
Afrikanische Vögel zeigen Belastungen durch den Klimawandel
Das Projekt "Climate change and birds in the African savannah" (SAVBIRD) hatte das Ziel, die Prozesse zu erkennen und zu verstehen, die die Veränderungen der geografischen Regionen (Gebirgsketten) steuern, in denen Arten ostafrikanischer Savannenvögel beheimatet sind. Man untersuchte, inwiefern die kürzlich erfolgten Veränderungen in der Verteilung 139 tansanischer Savannenvogelarten mit dem Klimawandel, einem Status als Naturschutzgebiet und der Bodenverschlechterung zusammenhingen.

SAVBIRD verwendete einen statistischen Ansatz, um neue Methoden zur Analyse der Artenverteilung und der Verteilungsänderungen zu entwickeln und einzusetzen, die auf jede Region der Welt anwendbar sind. Darüber hinaus konzentrierte sich ein sachbezogener Ansatz darauf, die speziellen Wirkungsmechanismen zu verstehen, die für Veränderungen des Verbreitungsgebiets von Vögeln in den Savannen Tansanias verantwortlich sind.

Auch fand man im Rahmen der Projektarbeit heraus, dass die Unsicherheit jüngster Studien in den Modellen zur Berechnung der Artenverteilung oft unterschätzt wurde. Aus diesem Grund wurden bei SAVBIRD Bereiche identifiziert und entwickelt, in denen neu gestaltete statistische Instrumente die aus den Verteilungsmodellen resultierenden Prognosen im Projekt und bei künftigen Arbeiten verbessern könnten.

Es wurden auch Methoden zur Datenanalyse untersucht, bei denen keine direkten Maßnahmen durch den Beobachter erforderlich sind. Besondere Sorgfalt ist geboten, wenn man Verteilungen abbilden will, da Aufzeichnungen auch fehlen könnten, weil niemand eine bestimmte Region besucht hat, um dort nach Arten zu suchen.

Im Projekt SAVBIRD wurde eine neue Technik entwickelt, mit der man unter diesen Bedingungen Verteilungen abbilden kann. Bei Tests, in denen man simulierte Daten verwendete, zeigte sich, dass sie eine erhebliche Verbesserung gegenüber den derzeitig verwendeten Methoden darstellt. Ein Entwurf für eine Abhandlung, die diese Methoden beschreibt, wurde verfasst. Die Feldforschung basierte auf Beobachtungsdaten, die in das Modell eingespeist und unter Nutzung der neuen Methoden angewandt wurden, um ein besseres Verständnis für die kürzlich beobachteten Veränderungen in der Verteilung der tansanischen Savannenvögel zu gewinnen.

Die Auswirkung des Klimawandels auf Naturschutzgebiete ist eine der wichtigsten Fragen zur Umwelterhaltung. Die Erkenntnisse von SAVBIRD deuten darauf hin, dass klimaverursachte Verschiebungen bei der Artenverteilung zu einer Verarmung der Naturschutzgebiete führen und dass die Arten ohne hinreichenden Schutz sind. Andere Ergebnisse weisen jedoch darauf hin, dass intakte Ökosysteme innerhalb von Naturschutzgebieten in der Lage sein werden, dem Wandel standzuhalten.

Im Projekt fand man auch den ersten Beweis für klimaverursachte Verschiebungen bei der Verteilung einer afrikanischen Vogelart. Darüber hinaus konnte aufgezeigt werden, dass Veränderungen der Verteilung mit einem Status als Naturschutzgebiet und mit dem Grad der Bodenverschlechterung zusammenhängen. Bemerkenswerterweise kam man im Projekt SAVBIRD zu dem Schluss, dass der Erhalt von Naturschutzgebieten die beste Lösung ist, um einen Schutz vor Klimawandel und Umweltveränderungen zu bieten.

Die Erkenntnisse aus dem Projekt wurden weithin an Manager und politische Entscheidungsträger für Umwelterhaltung und Klimawandel in Tansania sowie über die Landesgrenzen hinaus weitergegeben, damit die biologische Vielfalt vor den Auswirkungen des Klimawandels geschützt werden kann.

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