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Die Rolle von PI3Ks bei Krebs, Diabetes und Entzündungen

Die Protein-Enzyme PI3K (Phosphoinositide 3-Kinase) weisen bei Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Entzündungen eine Überaktivität auf. Das EU-finanzierte Projekt PI3KC2 ist ein Marie-Curie-Stipendium für die Charakterisierung und Aufklärung von PI3K-Pfaden bei gesunden und kranken Menschen.
Die Rolle von PI3Ks bei Krebs, Diabetes und Entzündungen
Die Mitglieder des Projekts PI3KC2 ("Characterisation of signalling and physiologic roles of the class II PI 3-kinases") entwickelten und verfeinerten Massenspektrometrietechniken für eine fluoreszenzfreie Phosphoproteomik, mit der sich PI3K-Proteine im Zusammenhang mit Krebs und als mögliche Therapieziele identifizieren lassen.

Dieser Ansatz der Phosphoproteomik ermöglicht eine schnelle Detektion und Quantifizierung von mehreren Stellen mit Proteinphosphorylierung (was eine Kinaseaktivität anzeigt), um die Kinase-Signalgebung in Geweben zu untersuchen. Das Computerprogramm Pescal konnte erfolgreich modifiziert werden, um die Genauigkeit der Datenanalyse aus der Massenspektrometrie zu verbessern. Diese wurde später von anderen Marie-Curie-Projekten eingesetzt.

Durch die Phosphoproteomik an von Mäusen stammenden Leukämiezellen wurden zentrale PI3K-Phosphorylierungsstellen identifiziert. Die Analyse ergab, dass die Resistenz von Krebszellen gegen Kinasehemmer von der Aktivität sowohl des angezielten Signalpfades als auch des parallelen Kinasenpfades abhängt. In zwanzig Fällen von primärer Leukämie wurden Profile erstellt und spezifische PI3K-Phosphorylierungsstellen entdeckt, die bei der Vorhersage der Wirksamkeit der Krebstherapie helfen könnten.

Die fluoreszenzfreie Phosphoproteomiktechnik auf der Basis Massenspektrometrie wurde in der Folge an ein Unternehmen lizensiert, das seinen Kunden aus Biotechnologie- und Pharmaindustrie Dienstleistungen der Phosphoproteomik anbietet.

Die Projektergebnisse von PI3KC2 haben den Grundstein für die Entwicklung von personalisierten Krebstherapien gelegt. Die aus diesem Projekt hervorgehenden Techniken werden anderen Marie-Curie-Projekten und auch der gesamten Biotechnologiebranche in der EU zugutekommen.

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