Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Die Entwicklung des Kortex bei der Embryogenese von Säugetieren

Europäische Forscher untersuchten die Mechanismen, die die Migration und Verteilung von Neuronen während der Embryogenese von Säugetieren regulieren. Mit einer neuen Methode war es möglich, die Migration spezifischer neuronaler Populationen darzustellen und Ebf3 als wichtiges Molekül für die Organisation des Kortex zu etablieren.
Die Entwicklung des Kortex bei der Embryogenese von Säugetieren
Bei der Gehirnentwicklung von Säugetieren wandern die Neuronen durch die einzelnen Schichten zum Ort ihrer Bestimmung. Damit sich der Neokortex – die äußere Schicht der zerebralen Hemisphären - ordnungsgemäß assembliert, muss diese Migration streng reguliert werden. Jede Störung des Prozesses kann in schwerwiegenden neurologischen Erkrankungen resultieren.

Die Migration wird von aufeinander folgenden neuronalen Populationen gesteuert, so genannten Cajal-Retzius (CR)-Zellen. Sie helfen den neu entstandenen Neuronen dabei, sich zu assemblieren und zu wachsen. Die genauen Prozesse bei der Positionierung dieser ersten Neuronen während des Gehirnwachstums sind allerdings noch ungeklärt. Das Hauptziel des EU-finanzierten Forschungsprojekts NEUROMIGRATION (Role of Ebf3 in the distribution of Cajal-Retzius cells) war daher die Erforschung der Mechanismen, über die die Verteilung von CR-Zellen im Kortex während der Wachstumsphase gesteuert wird.

Mittels Mausgenetik und bildgebender Verfahren konnte demonstriert werden, dass eine zweite aktive Migrationswelle für den Erhalt der CR-Zellen nötig ist. Offenbar entstehen diese in einem Übergangsreservoir im prospektiven olfaktorischen Kortex und sind für die Aufrechterhaltung der kortikalen Organisation und Spezifikation unerlässlich.

Weiterhin wurde belegt, dass diese zweite Migrationswelle durch den Transkriptionsfaktor Ebf3 reguliert wird. Studien an transgenen Ebf3-defizienten Mäusen zeigten, wie wichtig dieses Molekül für die Verteilung von CR-Zellen im zerebralen Kortex ist, da ansonsten offenbar der Kortex nicht ordnungsgemäß strukturiert werden kann. Dies demonstriert, dass CR-Zellen für die späteren embryonalen Entwicklungsstadien von Bedeutung sind.

Insgesamt weisen die Ergebnisse von NEUROMIGRATION auf eine neue Rolle der Migration von Neuronen bei der Homöostase neuronaler Schaltkreise in der Entwicklungs- und Wachstumsphase hin.

Verwandte Informationen

Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben