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Mit natürlichen Verbindungen gegen Allergien

Im Kampf gegen allergische Erkrankungen beim Menschen erforschten europäische Wissenschaftler die Entwicklung einer Reihe von kleinen, arzneimittelähnlichen Molekülen auf Basis eines natürlichen Produktes. Indem sie wichtige Protein-Wechselwirkungen stören, verfügen diese Moleküle über ein großes Potenzial für vielversprechende Allergiebehandlungen.
Mit natürlichen Verbindungen gegen Allergien
Epidemiologische Studien lassen darauf schließen, dass mehr als 25% der Bevölkerung in den Industrieländern an irgendeiner Art von Allergie leiden. Die wirtschaftlichen Folgen durch Kosten im Gesundheitswesen und Fehlzeiten am Arbeitsplatz summieren sich zu fast 3 Milliarden Euro.

Allergische Erkrankungen werden durch Entzündungsmediatoren wie etwa Leukotrine verursacht. Diese werde von Mastzellen und Basophilen nach Konjugation von IgE-Proteinen (Immunglobulin E) ​​an den Fc-Epsilon-RI-Rezeptoren freigesetzt. Daher könnten kleine Moleküle, die diese Wechselwirkung stören, sich als wirksam bei der Behandlung von allergischen Erkrankungen herausstellen.

Auf dieser Grundlage untersuchte das EU-finanzierte Projekt TSASPERA ("Total synthesis of (+)-aspercyclide A and analogues") das Potenzial von Aspercyclid A als Antagonist gegen die humane IgE-Fc-Epsilon-RI Protein-Protein-Interaktion. Dieses Molekül kommt im tansanischen Bodenpilz Aspergillus spp. vor und stellt eine vielversprechende Strategie für die Behandlung von Asthma und Allergien dar.

Die Wissenschaftler synthetisierten verschiedene Analoga zu Aspercyclid A, um zu verstehen, wie die Molekülstruktur ihre Aktivität bestimmt. Das (+)-Enantiomer, das wie natürliches Aspercyclid A konfiguriert ist, weist eine signifikante antagonistische Aktivität gegen die humane IgE-Fc-Epsilon-RI-Interaktion auf. Im Gegensatz dazu stellte sich das (-)-Enantiomer als weniger aktiv heraus, was auf eine spezifische Wirkungsweise schließen lässt.

Um auszuschließen, dass die Aktivität von Aspercyclid A durch die Reaktion der Aldehydgruppe mit Protein-Lysin-Seitenketten ausgelöst wird und zu irreversibler Toxizität führt, bewerten die Wissenschaftler die biologische Wirkung von zwei Analoga, die keine Aldehydgruppe enthalten. Daran würde sich ablesen lassen, ob (+)-Aspercyclid A für die weitere Entwicklung eines therapeutischen Mittels zur Behandlung von Asthma und Allergien dienen könnte. Derzeitige Behandlungsmöglichkeiten gegen Allergien und Asthma werden oft mit schwächenden Nebenwirkungen verbunden und sind nicht selten unbefriedigend. Weitere Beobachtungen auf Grundlage der TSASPERA-Ergebnisse könnten zu wirksamen Behandlungen beitragen, die die Lebensqualität von Millionen von Patienten weltweit verbessern würden.

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