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FP7

EUROSYSTEM — Ergebnis in Kürze

Project ID: 200720
Gefördert unter: FP7-HEALTH

Konsortium für Stammzellbiologie

Ein EU-finanziertes Konsortium hat 20 europäische Elite-Forscherteams zusammengebracht, um ein weltweit führendes Programm in grundlegender Stammzellbiologie zu erstellen. Das Ziel war es, biologische und rechnerbasierte Expertise zu verknüpfen, um neue Kenntnisse über normale und abnormale Stammzellen zu gewinnen.
Konsortium für Stammzellbiologie
Stammzellen unterscheiden sich von andern Zellen im Körper. Stammzellen können sowohl die Fähigkeit zu Selbsterneuerung als auch zur Differenzierung besitzen. Differenzierte oder spezialisierte Zellen verlieren die Fähigkeit zur Selbsterneuerung. Organismen benötigen Stammzellen für den Ersatz von spezialisierten Zellen und für die Reparatur.

Das Projekt "European consortium for systematic stem cell biology" (EUROSYSTEM) wurde mit dem Ziel initiiert, die Kenntnisse über Stammzellen und deren Funktion in der Erhaltung und Reparatur von Geweben zu erweitern. Das Projekt hatte das Ziel, wissenschaftliche Kenntnisse, neue technologische Plattformen, erweiterte computergestützte Tools und verbesserte Informationsressourcen für die Stammzellbiologie zu entwickeln.

Die Forscher haben einen Systemansatz für die Differenzierung von hämatopoetischen Stammzellen entwickelt. Sie haben Datensätze eingerichtet, in denen hämatopoetische Stammzellen, Vorläuferzellen und reife Effektorzellen sowohl in Mäusen als auch in Menschen beschrieben werden. Diese Datensätze sind eine Quelle quantitativer Daten für die zukünftige Systembiologie.

Es wurden mehrere neuartige Regulierer des Blutsystems beschrieben, deren Funktionen eingehend untersucht wurden. Die Genentdeckung bleibt ein zentrales Ziel der modernen Biologie, und die Entwicklung neuer Signalwege führt zur rationalen Therapie von Bluterkrankungen.

Die In-vivo-Analyse von molekularen Programmen in normalen und erkrankten Epithelstammzellen wurde unter Verwendung von Mausmodellen durchgeführt. Krebsstammzellen wurden in-vivo getestet, um ihre Bedeutung für die Resistenz gegenüber Krebstherapien zu definieren. Es wird davon ausgegangen, dass Krebsstammzellen ähnliche Fähigkeiten wie gesunde Stammzellen haben. Sie können in eine beliebige Zelle regenerieren und differenzieren, aus der der Krebs besteht. Derartige Zellen werden häufig für Rückfälle bei Patienten verantwortlich gemacht, die von allen anderen Maßnahmen scheinbar geheilt wurden.

Es wurden mehrere in-vitro-stammzellenbasierte Drüsenbildungsmodelle eingerichtet. Die einzelnen, zellbasierten Modelle weisen ein breites Spektrum an Anwendungen auf, für die systematische, experimentelle Unterstützung zur Verfügung gestellt werden kann.

Die Forscher haben neue Tools und Technologien für eine bessere Handhabung und Analyse von Stammzellen entwickelt. Sie haben neue Regulierer für asymmetrische und symmetrische Zellteilungen ermittelt, die für das Schicksal der Stammzelle kritisch sind.

Die angesammelten, umfangreichen Daten haben schließlich zur Entwicklung und Implementierung einer integrierten Plattform für die Datenverwaltung und -analyse geführt.

Die wissenschaftlichen Auswirkungen des Projekts wurden in 130 Veröffentlichungen in führenden Fachzeitschriften präsentiert. Die Daten wurden über Workshops, Tagungen, Symposia, Konferenzen und über Informationsportale veröffentlicht.

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