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Was haben zweisprachige Personen, was einsprachige nicht haben?

Ein von der EU finanziertes Projekt versucht, zu ermitteln, wie sich lebenslange Zweisprachigkeit auf inhibitorische Kontrolle und geistige Wendigkeit auswirkt. Des Weiteren wird untersucht, ob sich aus diesen kognitiven Fähigkeiten Erkenntnisse zu den individuellen Unterschieden beim Erlernen einer Fremdsprache ableiten lassen.
Was haben zweisprachige Personen, was einsprachige nicht haben?
Um dieses Ziel zu erreichen, führte das Projekt "Bilingualism, foreign language learning and executive control" (PREDICTING FLL) zwei großangelegte Experimentalstudien durch, in denen einsprachige (nur Englisch) und drei zweisprachige Bevölkerungsgruppen verglichen wurden. Letztere sprechen Hebräisch und Englisch, Spanisch und Englisch sowie Mandarin und Englisch. Der Ansatz basiert sich auf den jüngste Forschungsarbeiten, die nahelegen, dass zweisprachige Personen bessere exekutive Funktionen besitzen, wobei es sich um eine Reihe allgemeiner Steuermechanismen handelt, die Erkennen und Handeln regulieren. Die Idee ist, daß die Verwendung dieser bereichsübergreifenden Mechanismen die Verwaltung des Wettbewerbs zwischen zwei Sprachen erleichtert.

Die erste Studie, in der nur Englisch sprechende Personen mit hebräisch-englischsprachigen Personen verglichen wurden, zeigte, dass die zweite Gruppe Informationen besser ausblenden konnte, wenn es darum ging, schnell zwischen verschiedenen Aufgabenstellungen umzuschalten. In der zweiten Studie wurden nur englischsprachige Personen mit spanisch-englisch- und mandarin-englischsprachigen Bevölkerungsgruppen verglichen.

Zusammengenommen zeigen die Ergebnisse von Studien durchgeführt, um Datum Punkt zum lebenslangen Zweisprachigkeit einen positiven Einfluss auf die allgemeine kognitive Fähigkeiten wie Inhibition und kognitive Flexibilität. Allerdings sind die Auswirkungen nicht in allen zweisprachigen Gruppen gleichmäßig verteilt. Die Projektforscher glauben, dass das auf die Besonderheiten der zweisprachigen Erfahrung der einzelnen Personen zurückzuführen sein könnte.

Für das zweite Projektziel – das bessere Verständnis der möglichen Beteiligung exekutiver Funktionen beim Fremdsprachenerwerb – führten die Teammitglieder eine Studie mit hebräischsprachigen Schülern durch. Alle Schüler dieser Gruppe hatten Englisch als Fremdsprache in einem formalen schulischen Rahmen gelernt. Die Studiendaten werden derzeit noch ausgewertet und für eine zweite Studie werden Daten bei arabischsprachigen Studenten erhoben, die Hebräisch als zweite Sprache gelernt haben.

Die Ergebnisse aus dem ersten Teil der Studie haben Auswirkungen auf die Sprachenpolitik und -planung auf der individuellen bis hin zur nationalen Ebene. Sie liefern außerdem Beweise für die Art, in der Lebenserfahrungen kognitiven Funktionen beeinflussen können. Die Ergebnisse aus dem zweiten Teil der Studie werden voraussichtlich zur Erweiterung aktueller Modelle für die zugrundeliegenden kognitiven Mechanismen beitragen, die ein erfolgreiches Erlernen von Fremdsprachen ermöglichen. Als solche bilden diese Ergebnisse eventuell eine Grundlage für die Neugestaltung der Pädagogik im Fremdsprachenunterricht.

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