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Genetische und kulturelle Auswirkungen auf die Emotionsregulation

In den Reaktionen von Menschen auf emotionale Stimuli gibt es wichtige kulturübergreifende Unterschiede. Die Forschung untersucht dabei die Emotionsregulation bei Einzelpersonen im Vergleich zu kollektivistischen Gesellschaften.
Genetische und kulturelle Auswirkungen auf die Emotionsregulation
Die Emotionsregulation ist die Fähigkeit, emotionale Erfahrungen zu verstehen und zu akzeptieren. Eine effektive Emotionsregulation kann angemessenes Verhalten am Arbeitsplatz und in anderen sozialen Interaktionen fördern. Eine ineffektive Emotionsregulation kann sich negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auswirken.

Die Erforschung beobachteter kultureller Unterschiede in der emotionalen Erfahrung und Expression wird im Projekt EMOTION REGULATION auf zwei Weisen in Angriff genommen. Zunächst durch die Untersuchung der neuronalen Mechanismen, die an emotionalen Reaktionen in unterschiedlichen Situationen beteiligt sind, und zweitens über die Studie dessen, wie Menschen ihre Emotionen regulieren, wenn sie hierzu angewiesen werden, sowie der Einfluss kultureller Faktoren darauf.

Die Auswirkung des sozialen Kontexts auf die neuronalen Reaktionen von chinesischen und niederländischen Menschen auf emotionale Stimuli wurde unter Verwendung der Elektroenzephalogramm-Technologie untersucht. Die chinesischen Probanden repräsentierten eine kollektivistischere Kultur und die niederländischen Teilnehmer eine eher individualistische Gesellschaft. Derzeit wird eine kulturgruppenübergreifende komparative Analyse durchgeführt, und frühe Ergebnisse zeigen, dass sich sozialer Kontext auf emotionale Reaktionen von Menschen aus den beiden Kulturen unterschiedlich auswirkt.

Die Forscher haben die Auswirkungen von zunehmenden, Emotionen hervorrufenden Stimuli unter Verwendung von Leistung in einer neuartigen, emotionalen, kognitiven Kontrollaufgabe gemessen. Die Hauptergebnisse haben unterschiedliche leistungsbasierte Indikatoren für diese distinkten emotionalen Stimuli demonstriert. Diese Ergebnisse helfen, wichtige aktuelle Fragen dazu zu adressieren, wie Gedanken und Gefühle im Gehirn interagieren.

Die Ergebnisse aus einer anderen Studie, in der die funktionelle Magnetresonanztomographie verwendet wurde, haben gezeigt, dass wenn Menschen dazu ermutigt werden, einen unabhängigeren Ansatz anzunehmen, um sich selbst zu definieren, sie dazu tendieren, ihre Emotionen so zu regulieren, dass sie positivere Gefühle erfahren.

In einer Studie, in der die Wirksamkeit einer bestimmten Art der Strategie zur Emotionsregulation untersucht wurde, bei der die Probanden einen emotionalen Stimulus neu interpretieren mussten, wurde die Rekonstruktion eines Ärger fördernden Ereignisses in einer experimentellen Umgebung verwendet. Die Beobachtungen haben gezeigt, dass eine Neuinterpretation von emotionalen Stimuli für Menschen, abhängig von ihrem kulturellen Hintergrund, sich auf mehrere Weisen als mehr oder weniger effektiv erwiesen hat.

Die Arbeit im Projekt EMOTION REGULATION wurde auf fünf Konferenzen präsentiert, und bis zu fünf Manuskripte stellen die Forschung in Magazinen vor. Die Forschung konzentriert sich nun auf die Emotionsregulation bei Menschen mit schweren, genetisch definierten Störungen der Entwicklung des Nervensystems.

Die Projektergebnisse ermöglichen ein besseres Verständnis dessen, wie Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen ihre Emotionen im alltäglichen Leben kontrollieren. Die Forschung im Rahmen des Projekts EMOTION REGULATION kann auch zu Interventionsstrategien für Fachleute führen, die mit Menschen mit bestimmten Störungen der Entwicklung des Nervensystems arbeiten.

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