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FP7

WIOD — Ergebnis in Kürze

Project ID: 225281
Gefördert unter: FP7-SSH
Land: Niederlande

Realer weltumspannender Blick auf ökonomische Inputs und Outputs

Mit der Schaffung einer neuen globalen ökonomischen Input-Output-Datenbank kann Europas Umgang mit Handel, Umweltbelastung, Outsourcing und sogar die Arbeitspolitik unterstützt werden.
Realer weltumspannender Blick auf ökonomische Inputs und Outputs
Die üblichen Konsumgüter wie etwa Elektronik und Haushaltsgeräte werden heute in vielen verschiedenen Ländern zusammengebaut, wodurch leistungsstarke globale Wertschöpfungsketten entstehen. Diese neue Realität kann Druck auf die Wirtschafts- und Umweltpolitik ausüben und es zum Beispiel erschweren, die Effekte auf die Beschäftigung in Europa oder die Auswirkungen auf die Kohlendioxidemissionen (CO2) zu berechnen. Überdies werden die Produktionsprozesse immer fragmentierter, was die Analyse der ökonomischen Inputs und Outputs für die europäische Politikgestalter zur echten Herausforderung werden lässt.

In diesem Zusammenhang arbeitete das EU-finanzierte Projekt WIOD ("World input-output database: Construction and applications") am Aufbau einer globalen Datenbank, um mit deren Hilfe die Komplexität rund um Input und Output sowie deren Auswirkungen besser zu durchschauen. Man untersuchte die globale voneinander abhängige Produktionsstruktur mittels durch den internationalen Handel verbundenen Aufkommens- und Verwendungstabellen (Supply and Use table, SUT) und Input-Output-Tabellen (IOT), um länderübergreifende Aufkommens- und Verwendungs- bzw. Input-Output-Tabellen zu erstellen.

Zu kann beispielsweise eine länderübergreifende Input-Output-Tabelle Informationen wie etwa Verkäufe der indischen Chemieindustrie an die deutsche Fahrzeugindustrie beinhalten. Dieser Typ von Informationen hat für die Regierungen und politischen Entscheidungsträger Bedeutung, da der internationale Handel eine zentrale Rolle in der globalen Entwicklung einnimmt.

WIOD hat deshalb jährliche globale länderübergreifende Aufkommens- und Verwendungstabellen sowie Input-Output-Tabellen aufgestellt, um durch die Kombination der nationalen Aufkommens- und Verwendungstabellen mit internationalen Handelsstatistiken Welt-Input-Output-Tabellen (WIOT) zu erstellen. Man erfasste außerdem relevante sozioökonomische Indikatoren einschließlich Mitarbeiterzahl und Löhne in verschiedenen Qualifikationsstufen sowie spezielle Umweltindikatoren im Verhältnis zu den WIOT.

Die Untersuchung vereinfachte die Analyse von Trends im Wirtschaftswachstum, Handel, technologischen Wandel und in den Umweltbelastungen sowie die Wahrnehmung von Veränderungen in den Welthandelsstrukturen und den Effekten der zunehmenden Integration des Welthandels auf europäische Arbeitsmärkte. Die Datenbank gibt außerdem Aufschluss über Outsourcingeffekte von fortgeschrittenen Bewerberländern an Entwicklungsländer, insbesondere in Bezug auf Spezialisierungsmuster und Arbeitsmärkte.

Letztlich stellt die neue Datenbank eine wertvolle Unterstützung der Politik der Europäischen Kommission zu sozioökonomischen und ökologischen Aspekten dar. Die Welt-Input-Output-Datenbank wird über den Internetauftritt auch über das Projektende hinaus verfügbar sein.

Es gibt viele Möglichkeiten, die Datenbank zukünftig zu erweitern und zu pflegen und so möglicherweise eine wichtige Ressource für politische Entscheidungsträger nicht nur in Europa, sondern weltweit zu schaffen. Die Welt-Input-Output-Tabellen haben sich in vielfältigen Bereichen (Fertigung und Export, Outsourcing, Industrieabfälle) bereits als ein wertvolles Werkzeug für Ökonomie und Handel erwiesen.

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