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Ökologischer Wettbewerb wirkt sich auf Kommunikation von Tieren aus

Die klassische ökologische und evolutionäre Theorie vertritt das Konzept, dass es bei verwandten Arten zu Charakterdivergenz wie z.B. unterschiedlich große Schnäbel kommt, um die Koexistenz in einem Lebensraum zu erleichtern. Die Erkenntnisse aus dem EU-geförderten Projekt AVIAN COMPETITION zeigen am Beispiel der Ameisenvögel (Hypocnemis) im Amazonas-Regenwald genau das Gegenteil.
Ökologischer Wettbewerb wirkt sich auf Kommunikation von Tieren aus
Das Projekt AVIAN COMPETITION ("The role of ecological competition in the evolution of animal signals") untersuchte die Interaktionen und Unterschiede zwischen den beiden verwandten Vogelarten H. peruviana und H. subflava, die beide den gleichen Lebensraum in Peru haben. Untersuchungen der Vegetation und Fernerkundungsdaten mittels LIDAR (​Light Detection and Ranging) wurden zusammengetragen, um Unterschiede in der Ökologie der Spezies zu bestimmen. Mithilfe von Messungen von beringten Individuen, Futterbereichen, Feldbeobachtungen und Analysen von geografischen Informationssystemen (GIS) wurden Unterschiede in der Morphologie der Vögel bewertet.

Die Wissenschaftler berücksichtigten auch Überschneidungen in der Diät mittels stabiler Isotopen-Analyse von Blutproben. Die Lieder der Vögel wurden aufgezeichnet und in ein GIS eingegeben, innerhalb und außerhalb des Überlappungsbereiches der Spezies. Dies half dabei, den Einfluss von Umweltfaktoren und der Interaktion zwischen den Arten auf akustische Eigenschaften des Gesangs zu beurteilen.

Überraschenderweise wiesen die zwei Hypocnemis-Arten im gleichen Lebensraum mehr Ähnlichkeit beim Gesang auf als mit ihren eigenen Artgenossen außerhalb der Kontaktzone. Dies lieferte überzeugende Beweise für die Konvergenz des Gesangs.

Da diese Vögel inter-spezifisch territorial sind, könnten die Unterschiede in der Ernährung durch die Veränderung in der Art von Arthropoden (z.B. Insekten) in ihrem Territorium erklärt werden. Die Charakterkonvergenz wurde durch ähnliche morphologische Messungen im Überlappungsbereich bestätigt. Die mangelnde Hybridisierung zwischen den Arten zusammen mit diesen Ergebnissen zeigen, dass diese starken ökologischen Konkurrenten ihre Territorien verteidigen und um Ressourcen konkurrieren.

Die Projektergebnisse haben neue Wege für die Erforschung der evolutionären Dynamik und Artenverteilung eröffnet. Phänotypische Ähnlichkeit, ökologischen Wettbewerb und Auswirkungen überlappender Territorien auf die Artenverteilung zu verstehen, wird wichtige Implikationen für Umweltmanagement und Systemmodellierung haben.

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