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Komplikationen während der Schwangerschaft mithilfe des Lipidspiegels vorhersagen 

Die Vorhersage von Komplikationen während der Schwangerschaft ist von größter Bedeutung für die Gesundheit von Embryo und Mutter. Durch die Messung des Gehalts an Lipiden während der Schwangerschaft konnten europäische Forscher das Risiko für die Entwicklung einer Präeklampsie oder von Schwangerschaftsdiabetes mellitus vorhersagen. 
Komplikationen während der Schwangerschaft mithilfe des Lipidspiegels vorhersagen 
Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie sind das Ergebnis des Metabolischen Syndroms und seiner Manifestationen. Von diesen sind Insulinresistenz und Hypertriglyceridämie die größten Faktoren für die Entwicklung von endothelialer Dysfunktion. Allerdings weiß man nur wenig über Lipid-Physiologie und Pathophysiologie während der Schwangerschaft und darüber, wie sie zu erhöhten Werten von Triglyceriden und/oder niedrigen Werten von High-Density-Lipoprotein (HDL) führen können, was als Dyslipidämie bezeichnet wird.

Frühere Ergebnisse legen nahe, dass erhöhte Konzentrationen von Triglyceriden während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für eine Präeklampsie und Schwangerschafts-Diabetes mellitus im Zusammenhang stehen. Darüber hinaus hatten Frauen mit Präeklampsie und Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt weiterhin höhere Lipidniveaus.

Vor diesem Hintergrund bewerteten die Wissenschaftler des EU-geförderten Projekts PREDICT (Evaluation of lipid levels prior and during gestation and association with adverse pregnancy outcomes and subsequent development of true dyslipidemia. Population based study) Lipidhomöostase zum Zeitpunkt der Empfängnis, während der gesamten Schwangerschaftsdauer und bis zu drei Jahre nach der Geburt in einer großen Kohorte von Frauen. Zu diesem Zweck führten sie eine retrospektive Analyse von mehr als 27.000 Frauen ohne vorherige Anzeichen für kardiovaskuläre Morbidität, Präeklampsie und Schwangerschafts-Diabetes mellitus durch.

Insgesamt wurde eine Präeklampsie oder Schwangerschaftsdiabetes bei 11% dieser Frauen diagnostiziert. Die Ergebnisse zeigten eine erhöhte Rate von Präeklampsie und/oder Schwangerschaftsdiabetes bei Frauen mit niedrigen HDL-Werten und hohen Triglycerid-Werten vor der Empfängnis.

Zusammengenommen unterstreichen die Ergebnisse der PREDICT-Studie die Rolle von Lipidhomöostase während der Schwangerschaft und rechtfertigen das Screening der Lipidspiegel bei Frauen im gebärfähigen Alter. Die Umsetzung eines Routine-Lipidtests sollte helfen, Komplikationen während der Schwangerschaft vorherzusagen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um sie zu minimieren.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Lipidspiegel, Schwangerschaft, Präeklampsie, Gestationsdiabetes mellitus, PREDICT 
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