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Neue therapeutische Zielstrukturen bei Lungenfibrose

Ein europäisches Gemeinschaftsprojekt befasste sich näher mit Entzündungsprozessen als Auslösern von Fibrose. Die Arbeit enthüllte, dass Makrophagen, denen dabei eine Schlüsselfunktion zukommt, als therapeutische Ziele in Frage kommen.
Neue therapeutische Zielstrukturen bei Lungenfibrose
Die chronische Lungenerkrankung ist weltweit eine der Hauptursachen für Morbidität und Behinderung und aufgrund von Arbeitsausfällen und Behandlungskosten eine enorme wirtschaftliche Belastung. Da derzeitige therapeutische Möglichkeiten weitgehend ineffektiv sind, sind dringend neue Therapien gefragt.

Die Hauptursache für chronische Lungenerkrankung ist Lungenfibrose, ein Phänomen, das chronische Schäden durch normale Reparaturprozesse im Gewebe verursacht. Zu fibrotischen, krankhaften Veränderungen kommt es, wenn der Körper vergeblich versucht, das geschädigte Gewebe zu heilen. Dabei wird überschüssiges Kollagen und extrazelluläre Matrix in ein Organ oder Gewebe abgeschieden, was mit chronisch entzündlichen Prozessen einhergeht.

Die Arbeitshypothese des EU-finanzierten Projekts "Investigating the role of the immune system in the development of fibrosis in the lung" (LUNG FIBROSIS) war, dass fibrotische Prozesse im Detail geklärt werden müssen, um sie umzukehren. Schwerpunkt der Arbeit waren daher Lungenmakrophagen, deren Manipulation ein neues therapeutisches Ziel ergeben soll, um die fibrotische Veränderung aufzuhalten.

In ein neu generiertes Mausmodell für Lungenfibrose wurden Eier des Parasiten Schistosoma mansoni injiziert, die sich in der Lunge absetzten und Entzündungen und Granulome verursachten. Die Experimente zeigten, dass T-Lymphozyten Lungenfibroblasten aktivieren, die den fibrotischen Prozess initiieren. Durch Depletion von Makrophagen in unterschiedlichen Stadien der Entzündung zeigten die Projektpartner von LUNG FIBROSIS, dass diese Immunzellen zur Granulombildung beitragen.

Eine weitere Untersuchung der Makrophagenwirkung offenbarte, dass diese Zellen auch an der Rekrutierung von T-Zellen in der Lunge beteiligt sind, was die Th2-Antwort attenuiert, u.a. auch Cytokine und verwandte Gene.

Insgesamt zeigte LUNG FIBROSIS die zentrale entzündungsfördernde Rolle von Makrophagen, die fibrotische Prozesse in der Lunge auslösen. Die Ergebnisse legen nahe, dass sich Makrophagen-spezifische Therapien zur Prävention oder Behandlung von Lungenfibrose eignen.

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Schlüsselwörter

Lungenfibrose, Fibrose, Entzündungen, Makrophagen, Lungenerkrankungen
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