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FP7

INMIND — Ergebnis in Kürze

Project ID: 278850
Gefördert unter: FP7-HEALTH
Land: Deutschland

Verbesserte Bildgebung bei Neuroinflammation

An neurodegenerativen Erkrankungen wie etwa Alzheimer, Parkinson und multipler Sklerose leidende Patienten haben mit verheerenden kognitiven Behinderungen zu kämpfen. Mit der Entwicklung neuartiger Biomarker und Bildgebungsinstrumente zielt ein großes europäisches Konsortium darauf ab, Diagnose und Behandlungsergebnisse für diese Patientinnen und Patienten zu verbessern.
Verbesserte Bildgebung bei Neuroinflammation
Ein gemeinsames Merkmal neurodegenerativer Erkrankungen ist die Ablagerung von extrazellulären oder intrazellulären Proteinansammlungen, welche die Immunzellen des zentralen Nervensystems, die Mikroglia, aktivieren. Mikroglia sind für entzündungsvermittelte Neurotoxizität oder neuroregenerative Reparaturen verantwortlich, was vom Krankheitsstadium und Zellphänotyp (M1 oder M2) abhängt. Mikroglia können gleichermaßen als Marker für den Ausbruch und das Fortschreiten der Erkrankung dienen.

Das EU-finanzierte Projekt "Imaging of neuroinflammation in neurodegenerative diseases" (INMIND) untersucht das dynamische Muster der Mikroglia-Aktivierung und seine Beziehung zur Neuroinflammation (NI) bei neurodegenerativen Erkrankungen. Die auf fünf Jahre angelegte Kooperationsinitiative startete 2012 und vereinte 28 Partnereinrichtungen aus 13 Ländern.

Die Projektmitglieder konzentrieren sich bei der Bewertung von Neuroinflammation, neuronaler Toxizität und Reparatur in verschiedenen Krankheitsstadien auf zelluläre und In-vivo-Studien. Mit der Entwicklung neuartiger Tiermodelle und Bildgebungsbiomarker zum Zugriff auf die In-vivo-Mikroglia-Aktivität wird man das Ergebnis der neuroprotektiven Strategien validieren. Nichtinvasive bildgebende Werkzeuge werden eine frühe Krankheitsdiagnose gestatten sowie die Wahrscheinlichkeit einer wirksamen Intervention erhöhen.

Zwei Jahre nach Projektbeginn haben die INMIND-Partner Ziele und standardisierte Prozeduren für In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen von M1/M2-Mikroglia-Typen definiert. Die auf verschiedene präklinische und klinische Krankheitsmodelle angewendeten entwickelten Methoden gestatten die Krankheitscharakterisierung und Bewertung pharmakologischer Interventionen. In-vivo-Studien behandelte man die Rolle von Geschlechtshormonen und geschlechtsspezifischen Unterschieden bei der Mikroglia-Aktivierung.

Die Forscher haben Bleiverbindungen ermittelt, die möglicherweise für eine Positronenemissionstomografie-Bildgebung geeignet sind. Diese wird man Tests auf radiopharmazeutische Validität unterziehen. Neuroinflammation wurde mit histopathologischen Befunden sowie weiteren krankheitsspezifischen Merkmalen wie Amyloidose, Astrogliose, Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke, Zelldichte und Konnektivität korreliert. In Vorbereitung auf eine klinische Studie wurden neuroprotektive und neuroregenerative Strategien an Tiermodellen begonnen.

Langfristig wird die verbesserte Bildgebungstechnik die unverzügliche Diagnose von neurodegenerativen Erkrankungen unterstützen und zu frühzeitigen Maßnahmen, personalisierter Patientenversorgung und hoffentlich besseren Ergebnissen hinführen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Life Sciences

Schlüsselwörter

Bildgebung, Bildverarbeitung, Imaging, Neuroinflammation, neurodegenerative Erkrankungen, Mikroglia, Mikrogliazellen, Biomarker
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