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Wie der Sozialstaat von der freien Migration profitiert

EU-finanzierte Forschende haben einen Wohlfahrtsvergleich zwischen Handel und Migration angestellt. Übergeordnetes Ziel war die Gestaltung von Modellen, mit denen eine Analyse der Konsequenzen der freien Mobilität innerhalb der Länder für die Wohlfahrt bis hin zu den öffentlichen Gütern, die überlastet werden können, möglich ist.
Wie der Sozialstaat von der freien Migration profitiert
Zu den Hauptfragen im Zusammenhang mit Migrationsströmen zählen die Auswirkungen der Migranten auf die Kosten für die Bereitstellung öffentlicher Güter, Effekte auf den lokalen Arbeits- und den Wohnungsmarkt. Diese Themenbereiche bildeten den Schwerpunkt des MIGRATION AND TRADE-Projekts, das einen Vergleich der Folgen des freien Handels mit Waren und der freizügigen Migration für den Sozialstaat anstrengte. Ein weiteres ergänzendes Ziel war die Schaffung eines allgemeinen Rahmens, der die Diskussion über Migrationspolitik unterstützt.

Angesichts der relativ gut aufgestellten Wohlfahrtssystems in vielen westeuropäischen Ländern sind die EU-Politikerinnen und Politiker besorgt über den Einfluss, den Einwanderungsströme auf die nationalen Volkswirtschaften ausüben können. Die Projektarbeit untersuchte in diesem Kontext und unter Berücksichtigung des Theorems über "Wohlfahrtseffekte des Außenhandels" die Möglichkeiten eines ähnlichen Theorems für den Handel mit Dienstleistungen im Bereich des Arbeitskräfteangebots. Die Forscher interessierten sich außerdem für die Bestimmung signifikanter Unterschiede zwischen dem Beweis eines Theorems über "Wohlfahrtseffekte des Außenhandels" und dem Beweis eines Theorems über "Gewinne aus Migration". Ausgangspunkt war, dass ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden Theoremen die Existenz von öffentlichen Gütern ist, welche überlastet werden können.

Die Bemühungen im Rahmen von MIGRATION AND TRADE mündeten in der Weiterentwicklung eines allgemeinen Gleichgewichtsmodells, mit dem Migrationsentscheidungen explizit modelliert und endogen festgelegte lokale öffentliche Güter von den Bewohnerinnen und Bewohnern überlastet werden können. Durch den nun ohne Weiteres möglichen Vergleich zwischen Situationen mit "freier Migration" und "ohne Migration" deutet das Modell auf die Existenz eines potenziellen Pareto-Zuwachses dank der Liberalisierung der internationalen Migration hin. Das Pareto-Optimum unterstützt die Vorstellung, dass ein System maximale wirtschaftliche Zufriedenheit genießt, wenn keine individuelle Gruppe Gewinne auf Kosten anderer erzielt.

Die Forschungsresultate bedeuten wichtige politische Abwägungen und Beiträge, die für Regulierungsmaßnahmen in Bezug auf dem Arbeitsmarkt, den freien Handel, die Migration und den Wohnsitz relevant sind. Das während MIGRATION AND TRADE generierte Wissen und die entwickelten Instrumente bilden eine Grundlage für die Einführung von Mechanismen, die auf die Sicherung optimaler Vorteile für alle, sowohl für die Gewinner als auch die wahrgenommenen "Verlierer" der Migration, ausgerichtet sind.

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Fachgebiete

Scientific Research
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