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MEDIAACT — Ergebnis in Kürze

Project ID: 244147
Gefördert unter: FP7-SSH

Medien in die Verantwortung nehmen

Wie kann die Gesellschaft Europas am besten die Medienfreiheit im Verhältnis zur Verantwortlichkeit ausbalancieren? Eine EU-Studie ist dieser Frage nachgegangen und hat politische Empfehlungen gegeben.
Medien in die Verantwortung nehmen
Die Medien können der Gesellschaft zweifellos großartige soziale Dienste leisten. Sie verfügen jedoch auch über eine enorme Macht, die nicht immer verantwortungsbewusst eingesetzt wird. Bei der Untersuchung dieses Themas vereinte das EU-finanzierte Projekt 'Media accountability and transparency in Europe' (MEDIAACT) elf Partner aus Europa und einen aus Jordanien. Es erhielt EU-Finanzmittel in Höhe von rund 1,5 Mio. EUR und lief ab Februar 2010 für 3,5 Jahre. Projektziele waren eine evidenzbasierte Analyse der Medienverantwortung, um die Pressefreiheit zu stärken und Standards aufrechtzuerhalten, sowie die Bereitstellung politischer Vorschläge.

Die Vorgaben des Projekts zielten in drei Richtungen. Die Forscherinnen und Forscher verfolgten das Ziel einer Bewertung von Medienverantwortungsinstrumenten als Voraussetzung für die Debatte. MEDIAACT plante außerdem den Vergleich der Auswirkungen von Instrumenten der Medienselbstkontrolle in verschiedenen europäischen Kulturen und im Ausland. Man will politische Ziele für die EU entwickeln sowie Anreize für Medienleute zur aktiven Beteiligung schaffen.

Phase eins der Forschung umfasste Untersuchungen des gegenwärtigen Stands der Medienselbstregulierungs- und Medienverantwortungsstrukturen in jedem der teilnehmenden Länder. Zu Phase zwei gehörten qualitative Interviews mit ungefähr 90 amerikanischen, arabischen und europäischen Expertinnen und Experten für Online-Medienverantwortung. Diese Interviews hatten die Bestimmung der Auswirkungen des Internets und der sozialen Netzwerke auf Selbstkontrolle und Verantwortlichkeit zum Ziel. In der dritten Phase wurden 1 762 Journalistinnen und Journalisten über ihre Einstellung zur Medienselbstregulierung befragt. Das war die erste Umfrage dieser Art, die jemals durchgeführt wurde.

Das Projekt präsentierte seine Erkenntnisse und Empfehlungen in 20 Forschungsbereichen. Im Wesentlichen lehnen europäische Journalistinnen und Journalisten die staatliche Regulierung ab, da sie glauben, dass diese anfällig für Missbrauch ist. Aber sie gehen auch davon aus, dass die derzeit üblichen Instrumente der Verantwortlichkeit unzureichend sind. MEDIAACT schlägt ein System vor, das Anreize für Medienagenturen zur Investition in Selbstkontrolle in Kombination mit Sanktionen bei Verstößen beinhaltet.

Die MEDIAACT-Resultate fanden Verbreitung zu vielen Akteuren und sollen die Diskussion anregen. Konferenzen, Zeitschriftenartikel und Bücher waren hier der Weg zum Ziel. Die Projektmitglieder entwickelten überdies etliche Werkzeuge zur Einbeziehung von Medienschaffenden, Politikgestaltern, Lehrenden aus dem Journalismusbereich und der Öffentlichkeit. Sie stehen auf der Projektinternetseite zur Verfügung.

MEDIAACT hat sein Ziel der Untersuchung von Praktiken und Mechanismen der Medienselbstkontrolle in Europa mit Erfolg gemeistert. Die Resultate werden zur Förderung der Debatte über dieses Thema beitragen und in einer besseren Weiterentwicklung der Medien münden.

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