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FP7

VITISPEC — Ergebnis in Kürze

Project ID: 262505
Gefördert unter: FP7-SME

Über gleichbleibend hohe Weinqualität wachen

Forscher haben den Prototypen eines Instruments zur Überwachung der Konzentration von Gärungsmarkern während der Weinerzeugung vorgestellt. Das Instrument könnte eine kostengünstige, zeitsparende Alternative zu den heutzutage üblichen Überwachungsverfahren sein und einen Anschub für die Wettbewerbsfähigkeit der kleineren europäischen Winzer liefern.
Über gleichbleibend hohe Weinqualität wachen
Der Schlüssel zur Erzeugung eines exzellenten Weins ist die Qualitätskontrolle während des Gärungsprozesses. Traditionell beinhaltet dieses Verfahren eine langwierige Probenvorbereitung und -reinigung. Auch menschliche Fehler sind nicht ausgeschlossen.

Deshalb brauchen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Weinsektor ein schnelles und zuverlässiges Echtzeitinstrument, das sowohl kosteneffektiv als auch einfach zu bedienen ist. Die Entwicklung eines derartigen Instruments wurde nun durch das EU-finanzierte Projekt VITISPEC angeschoben.

Hier arbeiteten KMU aktiv mit Forschern und Industriepartnern zusammen, um die technologischen Bedürfnisse zu ermitteln. Für Fermentationsparameter wie Alkohol und Zuckerkonzentrationen wurden dann Referenzanalyseverfahren näher beschrieben.

Die verschiedenen chemischen Strukturen dieser Moleküle lassen unter Infrarotlicht einen einzigartigen, durch die Lichtabsorption bedingten Fingerabdruck erscheinen. Die Forscher wandten diese Tatsache in ihrem neuen Überwachungswerkzeug zusammen mit einem Probenahmeverfahren an, bei dem keine Probenfiltration notwendig ist.

Ein Laboraufbau des Instruments wurde zu einem vorwettbewerblichen industriellen Prototypen weiterentwickelt, der einfach in modernen Weinerzeugungsanlagen integriert werden kann. Dieser hat einen modularen Aufbau aus einer Messeinheit, einen Computer, eine Benutzerschnittstelle und einer Einheit zur Handhabung von Flüssigabfällen und Reinigungslösungen.

Im Folgenden validierten die Forschenden den Prototypen während einer spanischen Weinlese in den Anlagen einer der Industriepartner des Projekts. Mit dem Werkzeug konnten die Werte an Ethanol und vergärbaren Zuckern genau vorausberechnet werden. Es ist allerdings noch mehr Arbeit erforderlich, um das auch für Glycerin und Säuren zu leisten.

Die Mitglieder des Konsortiums hoffen, dass mit der Weiterentwicklung des Prototypen in Richtung eines kommerziell realisierbaren Systems ein bezahlbares Instrument für KMU und Weingüter in Familienbesitz geschaffen werden kann. Mit diesem sollten sie dann in der Lage sein, Qualität und Beständigkeit ihrer Weine zu erhöhen und auf diese Weise ihre Position auf dem Markt und somit Europas Position als ein weltweit führender Weinerzeuger zu stärken. Überdies steckt in dem Instrument das Potenzial auf Anwendungen bei der Herstellung von Bier, destillierten Getränken, Branntweinen, Likören und Säften.

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