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FP7

BALI — Ergebnis in Kürze

Project ID: 278890
Gefördert unter: FP7-HEALTH
Land: Niederlande
Bereich: Gesundheit

Mit anti-bakteriellen Implantaten gegen Arzneimittelresistenz

Biofilm-bildende Mikroorganismen werden zunehmend zum Problem, insbesondere in der Medizin. Eine europäische Studie hat sich mit diesem Problem befasst, indem es beschichtete medizinische Implantate, die spezialisierten antibakteriellen Materialien.
Mit anti-bakteriellen Implantaten gegen Arzneimittelresistenz
Die Biomaterial-assoziierte Infektion (BAI) in Implantaten wird durch Biofilmbildung, vor allem von Staphylococcus aureus und Koagulase-negativen Staphylokokken, verursacht. BAI ist sehr schwer mit Antibiotika zu behandeln und alternative Ansätze sind dringend erforderlich, um solche Infektionen zu bekämpfen.

Das von der EU finanzierte Projekt BALI (Biofilm alliance) hat synthetische antimikrobielle und anti-Biofilm-Peptide (SAAPs) und eine Polymer-Lipid-Kapselungsmatrix (PLEX) hergestellt, um BAI zu verhindern. Es wurde auch ein Freisetzungssystem für die Beschichtungsapplikation auf der Oberfläche der Biomaterialien entwickelt.

Forscher verwendeten das synthetische OP-145-Peptid - eine starke entzündungshemmende, antimikrobielle und anti-biofilm-Verbindung -, um andere Kandidaten-Peptide abzuleiten. Menschliche antimikrobielle Proteine (Thrombocidin-1 und LL-37) dienten auch als Ausgangsschablonen für die Peptidsynthese der zweiten Generation. Das Team wählte Peptide mit einer Verbesserung der Aktivität in gepufferter Kochsalzlösung und dann gepooltes menschliches Plasma.

Der Schlüssel zur Wirksamkeit von SAAPs im Gegensatz zu Antibiotika ist ihre vielfältige Wirkungsweise. An der Spitze ihrer Fähigkeit, Biofilmbildung zu verhindern, weisen sie starke entzündungshemmende Aktivität auf. In-vitro-Experimente zeigten auch, dass OP-145 die Integrität von Bakterien- und Säugetiermembranen mit reinigungsähnlichem Verhalten beeinflusst.

SAAP-148 der zweiten Generation ist das vielversprechendste Peptid, das im Rahmen der BALI-Forschung entstanden ist. Ein Datenpaket zur Toxizität zur weiteren klinischen Entwicklung von SAAP-148 wurde zusammengestellt.

Um eine kontrollierte Freisetzung von SAAPs zu erreichen, entwickelten die Wissenschaftler die PolyPid-Polymer-Lipid-basierte Arzneimittelabgabeplattform. Nachdem die Plattform umfassend optimiert wurde, wurde sie mit Erfolg bei der Beschichtung von Implantaten in verschiedenen Tiermodellen getestet.

Die Verbreitung des Forschungserfolgs von BALI umfasst sieben Artikel in begutachteten Zeitschriften mit weiteren zehn Rezensionen sowie 57 Abstracts und mündliche oder Posterpräsentationen. Sie BALI-Forschung stand auch im Mittelpunkt von vier Radio-Interviews und 17 populären Presseartikeln.

Das Konsortium geht davon aus, dass dieser Ansatz nicht nur Biofilmen, sondern auch Antibiotikaresistenzen entgegenwirken kann. Darüber hinaus wird erwartet, dass andere effektivere Kandidaten für Starter-Template-Moleküle identifiziert werden könnten, wodurch die Chancen der Entwicklung noch effektiver antimikrobielle Mittel steigen. Es wird erwartet, dass die BALI-Methode das Infektionsrisiko sowie die Kosten für Operationen und Krankenhausaufenthalte trotz der zunehmenden Anzahl an Hüftgelenk-Operationen verringern wird.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Life Sciences

Schlüsselwörter

Anti-Bakterien-Implantat, Biofilm, Mikroorganismen, BALI, SAAP, PLEX, Beschichtung, OP-145
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