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FP7

DEMYBE — Ergebnis in Kürze

Project ID: 231982
Gefördert unter: FP7-SME

Pflanzenfasern als Filterhilfsmittel im Getränkesektor

Getränke wie Wein und Bier enthalten Mykotoxine und Pestizide, die derzeit noch größtenteils mit Kieselghur herausgefiltert werden. Da dieses Filterhilfsmittel von der WHO jedoch als krebserregend eingestuft wurde und auch die Entsorgung kostspielig ist, wird intensiv an einer machbaren und sicheren Alternative geforscht.
Pflanzenfasern als Filterhilfsmittel im Getränkesektor
Mykotoxine und chemische Reststoffe in Lebensmitteln werden als ursächlich für erbliche, Nieren-, Leber- und Immunerkrankungen gesehen. Das EU-finanzierte Forschungsprojekt DEMYBE setzte natürliche Pflanzenfasern als nachhaltige Filtertechnologie ein, um effektiv Mykotoxin- und Pestizidwerte in Getränken zu senken.

Das DEMYBE-Konsortium soll die Filterleistung verbessern und die Anwendung vereinfachen, ohne dass die sensorische Qualität darunter leidet. Das Adsorptionsvermögen ausgewählter Fasern wurde mithilfe physikalischer und chemischer Fraktionierungsverfahren weiter verbessert, die sich weder auf den Geschmack noch das Aroma des gefilterten Getränks auswirken. Ein radioaktiver Assay wurde entwickelt, der billiger und schneller als HPLC-Flüssigkeitschromatographie Aufschluss über die Bindungskapazitäten von Pflanzenfasern gibt.

Insbesondere mikronisierte Weizenspelzen zeichneten sich durch eine hervorragende Adsorptionskapazität aus und können in derzeitigen industriellen Systemen eingesetzt werden. Bei Geschmacksanalysen und Prototypentests in Labor- und Pilotversuchen zur Bier- und Weinfilterung erwiesen sich Weizenspelzen gegenüber Kieselghurfiltern überlegen.

Bei Mykotoxinen wie Ochratoxin A (OTA) und Pestizidrückständen wurde eine hervorragende Reduktionsrate von 95 % erzielt. Das mit den Faserprototypen gefilterte Bier wies niedrigere Konzentrationen von Hefe und Kontaminanten auf und reduzierte damit auch den Grad der Trübung. Ähnlich ergab die Filterung von Wein mit diesem Prototypen eine Reduzierung von Mykotoxinen und Pestiziden in Höhe von 90 %, mit Ausnahme von Iprovalicarb. In einer PoC-Studie demonstrierten die Projektpartner von DEMYBE die Eignung des Filterprototypen für die Bier- und Weinindustrie, die detailliert über die Projektergebnisse informiert wurde.

Nach abschließender Konfiguration des Prototypen und werden die erforderlichen Genehmigungen für branchenspezifische Anwendungen wie Bier- und Weinproduktion eingeholt. Das DEMYBE-Konsortium hat deshalb bereits das Demonstrationsprojekt ADFIMAX eingereicht, um die Validierung und Kommerzialisierung des Produkts voranzutreiben. Da weniger Kieselghur eingesetzt werden muss, reduzieren sich die Produktionskosten bei gleichzeitig erhöhter Ausbeute. Die Filter von DEMYBE könnten auch in andere Länder exportiert werden, um vielfältige Aspekte für die Getränkeindustrie zu erfüllen.

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