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EURISLAM — Ergebnis in Kürze

Project ID: 215863
Gefördert unter: FP7-SSH

Integration von Muslimen in Europa

Eine neue Forschungsinitiative analysierte transnationale Unterschiede und Ähnlichkeiten bei der kulturellen Integration von Einwanderern, vor allem Muslimen. Untersucht wurde, wie unterschiedliche Traditionen nationaler Identität, Staatsbürgerschaft und beim Verhältnis Kirche-Staat die Eingliederung des Islam in europäischen Einwanderungsländern beeinflussen.
Integration von Muslimen in Europa
Schwerpunkt des EU-finanzierten Forschungsprojekts EURISLAM waren die konkreten Auswirkungen der jeweiligen Ansätze in mehreren Einwanderungsländern und wie sie die Muster kultureller Unterschiede und Interaktionen zwischen muslimischen Einwanderern (und deren Nachkommen) und der Aufnahmegesellschaft beeinflussen. Die untersuchten Länder waren Belgien, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Schweiz und Vereinigtes Königreich.

EURISLAM evaluierte, wie unterschiedliche Traditionen die öffentliche Debatte um den Islam in den letzten 10 Jahren in Europa prägten. Die Ergebnisse zeigen, wie die europäischen Länder im Einzelnen mit religiösen und kulturellen Unterschieden umgehen, und die unterschiedliche Art und Weise wie auch Ziele öffentlicher Debatten auf nationaler und auf europäischer Ebene.

Die Projektpartner konzentrierten sich auf die Interaktion zwischen Variablen auf Makro- oder nationaler Ebene (d.h. Staatsbürgerschaft und Kulturpolitik) und Variablen auf Mikro- bzw. Einzelebene (d.h. Gefühl von Akzeptanz und Vorstellungen über kulturelle Unterschiede). Unterschiede bei der nationalen Identität, Staatsbürgerschaft und Kirche-Staat-Verhältnis werden als entscheidend für das Erleben kultureller Unterschiede und Interaktionen zwischen Muslimen und der Aufnahmegesellschaft empfunden.

Aus den Forschungen von EURISLAM gingen eine Vielzahl von Daten zu ethnischer und religiöser Identität, Sprachpraxis, wahrgenommenen kulturellen Unterschieden, Netzwerken, Muslimen und der öffentlichen Darstellung in den Medien hervor. Analysen in diesen und anderen Bereichen boten kritische Einblicke in die soziokulturelle Integration von Muslimen in Europa, wobei einige sehr beständige Faktoren herausgearbeitet werden konnten, mit denen sich die derzeitige Situation deutlicher beschreiben lässt, etwa im Bereich Wissenserwerb, Stellung auf dem Arbeitsmarkt, religiöser Zugehörigkeit und Brücken schlagendes soziales Kapital.

Die Problematik Integration dominiert, fördert und strukturiert die öffentliche Debatte um Muslime und Islam. Fragen zu religiösen Rechten und gesellschaftlicher Anerkennung von Minderheiten sind wichtige Themen in dem Zusammenhang: daher sind auch Fragen zur Stellung von Muslimen in Europa eng mit nationalen Merkmalen und Traditionen verknüpft wie auch mit supranationalen Akteuren, die die Integrationsdiskussion bis zu einem bestimmten Maß beeinflussen.

Zur Verbesserung der Beziehungen erarbeitete EURISLAM eine Reihe politischer Empfehlungen zur unterstützenden Rolle des Nationalstaates, der wichtigen Rolle zivilrechtlicher, beruflicher und anderer Organisationen bei der Förderung der Integration sowie zum Wandel der medialen Darstellung weg von der singulären Berichterstattung über negative Geschehnisse. Empfehlungen betreffen die Entwicklung von Maßnahmen, die die gesellschaftlich-kulturelle Integration europäischer Muslime fördern und den Schwerpunkt auf einzelne Merkmale wie Bildung, Arbeitsmarkt und Brücken schlagendes soziales Kapital legen.

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