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FP7

NANOMATCH — Ergebnis in Kürze

Project ID: 283182
Gefördert unter: FP7-ENVIRONMENT
Land: Italien

Neue Produkte zur besseren Erhaltung historischer Bausubstanz

Der schleichende Verfall historischer Gebäude ist zu einem immer dringlicheren Problem geworden. In der Folge besteht steigender Bedarf an nachhaltigen Lösungen zur Erhaltung des baulichen Erbes. Im Rahmen einer EU-Initiative wurden eigens zur Restaurierung von Bausubstanz komplexe neue Baustoffe entwickelt.
Neue Produkte zur besseren Erhaltung historischer Bausubstanz
Die zunehmende Luftverschmutzung und der immer schneller voranschreitende Klimawandel verstärken den natürlichen Verfallsprozess zusätzlich. Des Weiteren konnten einige handelsübliche Imprägniermittel als Mitverursacher eines verschlechterten Gebäudezustands identifiziert werden. Daher müssen entweder bestehende Produkte und Methoden, die in der Gebäuderestauration Anwendung finden, verbessert werden, oder aber schlagkräftige Alternativen für die Erhaltung und Pflege von Baudenkmälern gefunden werden. Nur so können diese als kultureller Schatz bewahrt und die Möglichkeit ihrer praktischen Nutzung verbessert werden.

Diesem Problem wollten die Teilnehmer des EU-finanzierten Projekts NANOMATCH (Nano-systems for the conservation of immoveable and moveable polymaterial cultural heritage in a changing environment) begegnen. Sie taten dies, indem sie spezifisch für die Erhaltung historischer Bausubstanz aus Glas, Holz, Stein oder steinähnlichen Baustoffen gedachte komplexe Nanostrukturwerkstoffe entwarfen.

Hierzu wurden Nanosuspensionen aus Calcium-Alkoxiden, Grundstoffe des entsprechenden Carbonats, synthetisiert, was der Verbesserung der Festigkeit von Stein und steinähnlicher Bausubstanz ebenso diente wie der Bildung alkalischer Mittel zur Behandlung von Holzbausubstanz. Molekular dispergiertes Aluminium-Alkoxid, Grundstoff von Al2O3, welches bereits im Rahmen des EU-Projekts CONSTGLASS entwickelt wurde, wurde so optimiert, dass es selbst in die kleinsten Risse (< 5 μm) verwitterten Glases eindringen kann.

Die neuen Verfahren wurden an einer Vielzahl verschiedener Bausubstanzen getestet und mit handelsüblichen Produkten hinsichtlich ihrer Verarbeitbarkeit, Wirksamkeit und Verträglichkeit verglichen. Proben sowohl verfallender als auch bereits behandelter Bausubstanz wurden zuerst unter Laborbedingungen und anschließend unter natürlichen Gegebenheiten getestet, und zwar vor sowie ein Jahr nach der Behandlung. Testgebäude waren Sakralbauten in Deutschland (Kölner Dom), Spanien (Kathedrale von Oviedo), Italien (Basilica di Santa Croce in Florenz) und Rumänien (Kloster Stavropoleos in Bukarest). Ebenso geprüft wurden Auswirkungen auf die Umwelt sowie die menschliche Gesundheit.

Zuletzt wurden die optimalen Verarbeitungsparameter für die industrielle Fertigung definiert und eine Kosten-Nutzen-Analyse der neu entwickelten Produkte durchgeführt. Ein Nutzungsplan, der in erster Linie kleine und mittelständische Unternehmen in den Blick nimmt, wurde ebenfalls erstellt. So wurde ein Geschäftsmodell ausgearbeitet, mit dem das Marktpotenzial und mögliche bei der Vermarktung auftretende Risiken bewertet wurden.

Durch die Entwicklung hochmoderner nachhaltiger Nanostrukturwerkstoffe als Alternative zu herkömmlichen Produkten wird NANOMATCH dazu beitragen, den Verfall historischer Bausubstanz rückgängig zu machen. So wird das Projekt zum besseren Erhalt des wertvollen baulichen Erbes Europas beitragen. Das Video zum Projekt ist hier abrufbar.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Erhaltung, Restaurierung, historisches Gebäude, historische Bausubstanz, mehrere Baustoffe, kulturelles Erbe, Nanostrukturwerkstoffe, Calcium-Alkoxid, Aluminium-Alkoxid
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