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Langwirkende chemische Stoffe in der nördlichen Ostsee

Wissenschaftler maßen zum ersten Mal Mengen persistenter chemischer Stoffe in der nördlichen Ostsee, um einen Einblick in die aktuellen atmosphärischen Belastungen zu gewinnen. Die EU-finanzierten Forscher untersuchten auch, wie zukünftige Belastungen auf Veränderungen der Eisdecke und Luftkonzentrationen reagieren.
Langwirkende chemische Stoffe in der nördlichen Ostsee
Das Projekt 'Atmospheric exchange of persistent chemicals in Bothnian Bay, northern Baltic Sea'' (BAYEX) untersuchte chlororganische Pestizide (OCP), gebräuchliche Pestizide und einige natürlich vorkommende Organobromverbindungen in Luft und Wasser. Substanzen wie OCP, gebräuchliche Pestizide und Organobrom werde über lange Strecken in die Arktis transportiert und dort abgelagert.

Die Konsortiumsmitglieder von BAYEX maßen die Belastungen im Bottnischen Meerbusen, im Norden von Schweden, die von saisonalen Veränderungen der Konzentrationen in Luft, Wasser, Temperatur, Eisbedeckung und Primärproduktion beeinflusst werden. Die Ergebnisse wurden verwendet, um Überwachungssysteme und Prozessstudien zu bestimmen. Daraus ergaben sich Vorhersagen der klimabedingten Auswirkungen auf die künftigen Belastungen.

Luft-und Oberflächenwasserproben wurden auf gezielte Verbindungen hin analysiert, von denen alle vorgefunden wurden mit Ausnahme der gebräuchlichen Pestizide Trifluralin und Chlorothanil - diese konnte wegen chromatographischer Interferenzen nicht gemessen werden. Die von den Forschern ermittelten Werte lagen zwischen jenen, die im Arktischen Ozean und in den nordamerikanischen Großen Seen ermittelt wurden. Die Ergebnisse für die Luft stimmten mit Messungen, die an den Überwachungsstationen des European Monitoring and Evaluation Programme (EMEP)a n der Westküste von Schweden und in der finnischen Arktis durchgeführt wurden, überein.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Gesamtdeposition (einschließlich der Ausfällung und trockenen Partikelabscheidung) im Einzugsgebiet gefolgt vom Flussablauf ein signifikanter Weg für den Eintrag giftiger chemischer Stoffe in den Bottnischen Meerbusen sein könnte. Eine Computersimulation mit einem 2-3 Grad Celsius Temperaturanstieg und dem daraus resultierenden Verlust der Eisdecke wurde ebenfalls durchgeführt Die Simulation prognostizierte für die meisten Verbindungen einen Anstieg von 50-60% bei den Depositions- und Verflüchtigungsbelastungen in den Bottnischen Meerbusen, vor allem aufgrund einer längeren eisfreien Saison,

BAYEX liefert die ersten Messungen von OCP und natürlichem Organobrom in Luft und Wasser der nördlichen Ostsee und untersuchte die Austauschprozesse, die sie verbinden. Die durch die Arbeit von BAYEX gewonnenen Informationen werden die EU und die schwedischen Wissenschaftler dazu befähigen, Schätzungen der atmosphärische Deposition für diese Stoffe zu machen und festzustellen, wie diese durch Veränderungen der Eisdecke und Luftkonzentrationen betroffen sind.

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