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Europas Fusionsforscher erschließen Supercomputer-Ressourcen

Europäische Kernfusionsforscher haben nun Zugriff auf das Netzwerk der leistungsstärksten europäischen Computer, wie die Europäische Kommission mitteilte. Es besteht die Hoffnung, dass die Wissenschaftler mithilfe des Zugangs auf die immense Rechenleistung des DEISA-Verbunds (...

Europäische Kernfusionsforscher haben nun Zugriff auf das Netzwerk der leistungsstärksten europäischen Computer, wie die Europäische Kommission mitteilte. Es besteht die Hoffnung, dass die Wissenschaftler mithilfe des Zugangs auf die immense Rechenleistung des DEISA-Verbunds ("Distributed European infrastructure for supercomputing applications") komplexe Simulationen der innerhalb eines Kernfusionsreaktors stattfindenden Prozessabläufe durchführen können. Forscher aus ganz Europa nehmen am ITER-Projekt teil, bei dem die wissenschaftliche und technische Machbarkeit der Fusionsenergie als eine saubere, sichere und zuverlässige Energiequelle demonstriert werden soll. Kernfusionsenergie treibt Sonne und Sterne an; die Energie wird freigesetzt, wenn Wasserstoffatome zu einem Heliumatom verschmelzen (was sich gravierend von der in heutigen Atomkraftwerken angewandten Kernspaltung unterscheidet). In Cadarache, Frankreich, wird zurzeit der Prototyp eines Fusionskraftwerks errichtet. Projektpartner der Initiative neben der EU sind Japan, China, Indien, die Republik Korea, Russland und die USA. In diesem ehrgeizigen Projekt spielen Supercomputer eine überaus wichtige Rolle. "Großmaßstäbliche Simulationen der Kernfusion und der Eigenschaften von Werkstoffen mithilfe moderner Superrechner sind für die Konzipierung und Durchführung aktueller und künftiger Fusionsexperimente von grundlegender Bedeutung", kommentierte Professor Frank Jenko vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Deutschland. "Europäische Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der Fusionsenergie tätig sind, nutzen die europäischen Höchstleistungsrechendienste bereits seit einigen Jahren", fügte Dr. Hermann Lederer vom deutschen Höchstleistungsrechenzentrum RZG hinzu. "Grundlegend wichtige Simulationen können jetzt mit der vollen Leistung moderner Höchstleistungsrechner durchgeführt werden." Das aus dem Sechsten und Siebten Rahmenprogramm (RP6 undRP7) finanzierte Projekt DEISA bringt führende europäische nationale Höchstleistungsrechenzentren zusammen, wobei sie über das akademische Internet hoher Bandbreite GÉANT der EU miteinander verbunden sind. "Wir rechnen damit, dass die neue Partnerschaft zwischen den DEISA-Höchstleistungsrechenzentren und der europäischen Kernfusionsgemeinschaft erheblich dazu beiträgt, das Potenzial der Kernfusion als wirtschaftliche Energiequelle zu erschließen und die Rolle, die Europa dabei spielt, zu befördern. Das Projekt zeigt, wie die Zusammenführung der besten Wissenschaftler und Infrastrukturen der Wissenschaft Europas hilft, an der Spitze der weltweiten Forschung zu stehen", sagte die für Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. Sie fügte hinzu: "Die langjährigen vertrauensvollen Beziehungen zwischen den meisten renommierten nationalen Höchstleistungsrechenzentren zahlen sich jetzt in Schlüsselbereichen der europäischen Forschung aus. Fortschritte bei der Erforschung der Fusionsenergie könnten uns der Antwort auf die Frage, wie der europäische Energiebedarf gedeckt werden kann, näher bringen."

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