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Forschung zieht Verbindung zwischen gestörtem Immunsystem und Glutenunverträglichkeit

Eine teilweise von der EU finanzierte internationale Forschergruppe hat vier Aspekte einer Störung des Immunsystems identifiziert, die zur Entwicklung von Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) führen können. Die Ergebnisse könnten zu neuen Behandlungsmethoden für diese Krankheit ...

Eine teilweise von der EU finanzierte internationale Forschergruppe hat vier Aspekte einer Störung des Immunsystems identifiziert, die zur Entwicklung von Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) führen können. Die Ergebnisse könnten zu neuen Behandlungsmethoden für diese Krankheit sowie für den verwandten Typ-1-Diabetes führen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Nature Genetics veröffentlicht. Die EU-Förderung der Studie stammt aus dem Projekt COPACETIC ("COPD [chronic obstructive pulmonary disease] pathology: addressing critical gaps, early treatment and innovative concepts"), das 2,98 Mio. EUR aus dem Themenbereich "Gesundheit" des Siebten Rahmenprogramms (RP7) erhalten hat. Darüber hinaus trugen Mittel aus den Marie-Curie-Maßnahmen des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) zur Finanzierung der Studie bei. Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, die das Gedärm angreift. Hervorgerufen wird sie durch Intoleranz gegenüber Gluten, die gummiartige Substanz, die in Weizen, Gerste und Roggen vorkommt. Glutenunverträglichkeit ist eine relativ häufige Erkrankung, von der etwa einer von dreihundert Menschen in Europa und den USA betroffen ist und die zu einer schlechten Aufnahme von Nährstoffen führt. Abhilfe schaffen die Betroffenen in der Regel, indem Sie alle glutenhaltigen Produkte aus ihrer Ernährung streichen, einschließlich solch alltäglicher Produkte wie Brot und Nudeln. Ihren Anfang nimmt die Zöliakie mit einer Abwehrreaktion im Dünndarm auf glutenhaltige Lebensmitteln. Obwohl sie in jeder Lebensphase auftreten kann, wird sie häufig früh entwickelt, nämlich schon bei Säuglingen, nachdem sie abgestillt und erstmals mit Getreidebrei gefüttert werden. Zu den Symptomen gehören Blähungen, Verstopfung und extreme Müdigkeit. Zöliakie steht auch mit Schilddrüsenerkrankungen und mit der entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa im Zusammenhang. Eine unbehandelte Glutenunverträglichkeit kann letztlich zu Anämie, chronischer Müdigkeit, Gewichtsverlust und Knochenschwund führen. Professor David van Heel von der Barts and the London School of Medicine and Dentistry im Vereinigten Königreich kommentierte die Ergebnisse: "Wir können einige der Störungen des Immunsystems genau beleuchten, die zu Zöliakie führen. Dazu gehören die Fragen, wie T-Zellen im Körper auf giftige Weizenproteine reagieren, wie die Thymusdrüse diese T-Zellen während der Kindheit beseitigt und wie der Körper auf virale Infektionen reagiert. "Wir wissen jetzt, dass viele dieser genetischen Risikofaktoren auf einer Veränderung der Menge dieser Immunsystem-Gene beruhen, die von den Zellen produziert werden. Die Daten lassen außerdem darauf schließen, dass Glutenunverträglichkeit auf Hunderten von genetischen Risikofaktoren basiert; derzeit kennen wir schätzungsweise rund die Hälfte des genetischen Risikos." Ein wichtiges Ergebnis der Studie war der Nachweis eines gemeinsamen Risikos zwischen den Genen im Zusammenhang mit Zöliakie und vielen anderen häufig auftretenden chronischen Autoimmunkrankheiten. Das Team hat bereits Verbindungen zwischen Zöliakie und Typ-1-Diabetes sowie zwischen Zöliakie und Gelenkrheumatismus festgestellt.

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