Skip to main content

Article Category

Nachrichten

Article available in the folowing languages:

Einführung elektronischer Ausweisdokumente in Europa schreitet voran

Die Ergebnisse des größten Chipkarten-Forschungsprojekts in der Europäischen Union werden die Nutzung elektronischer Ausweisdokumente wesentlich vorantreiben. Das Projekt BIOP@SS hatte die technischen Grundlagen für die Herstellung dieser Dokumente geschaffen und soll die zeit...

Die Ergebnisse des größten Chipkarten-Forschungsprojekts in der Europäischen Union werden die Nutzung elektronischer Ausweisdokumente wesentlich vorantreiben. Das Projekt BIOP@SS hatte die technischen Grundlagen für die Herstellung dieser Dokumente geschaffen und soll die zeit- und kostenaufwändige Papierkorrespondenz durch elektronische Kommunikation ersetzen, was Verwaltungsausgaben senken und den Schutz der Umwelt stärken wird. Aktuellen Daten zufolge sind in den 27 Mitgliedstaaten derzeit 380 Millionen Personalausweise in Umlauf. BIOP@SS wird dabei vom EUREKA-Netzwerk unterstützt, das die Forschungskooperation und neue Entwicklungen in der Mikroelektronik auf höchster Ebene fördert. Mit rund 6 Mio. EUR an Fördermitteln wurde das Projekt durch die EUREKA-Forschungscluster CATRENE/MEDEA+ bezuschusst. Den Forschern von BIOP@SS zufolge soll die im Rahmen des Projekts entwickelte Technologie auch Verwaltungskosten reduzieren und die Sicherheit künftiger Personalausweise und Reisepässe verbessern. Weiterhin wird die Datenübermittlung zwischen Ausweisdokument und Lesegerät beschleunigt und die Nutzung elektronischer Dienste erleichtert. Die elektronischen Personalausweise entsprechen den Standards der European Citizenship Card (EEC) sowie der nächsten Generation elektronischer Pässe und Aufenthaltsgenehmigungen. Der besondere Vorteil der EEC ist, dass sie einerseits die Ausweisdokumente in Europa vereinheitlicht, zum anderen aber auch flexibel genug ist, nationale Erfordernisse zu berücksichtigen. Ziel des BIOP@SS-Projekts war die Entwicklung einer hochmodernen, sicheren und interoperablen intelligenten Kartenlesetechnik (d.h. Mikroelektronik und eingebettete Software) für elektronische Verwaltungsanwendungen auf europäischer Ebene, speziell elektronische Personalausweise und Krankenversicherungskarten (e-identity und e-health) sowie Aufenthaltsgenehmigungen. Das auf den Ergebnissen des Vorgängerprojekts MEDEA+ ONOM@TOPIC+ basierende Projekt lieferte eine ausgereifte technische Plattform und einen Rahmen, der es europäischen Regierungen ermöglicht, interoperable Dokumente oder elektronische Ausweise bzw. Authentifizierung auszustellen und Zugang zu elektronischen Diensten zu schaffen. Der Chipkartenhersteller Giesecke & Devrient GmbH (G&D) sowie die beiden Chiphersteller Infineon Technologies AG und NXP Semiconductors Germany GmbH (NXP) forschten gemeinsam mit acht weiteren Unternehmen aus sechs EU-Staaten im Rahmen des BIOP@SS-Projekts an der Entwicklung von hochsicheren Chipkartentechnologien. Die Forschungsaktivitäten der Partner umfassten die Entwicklung eines Karten-Betriebssystems und der Sicherheits-Software für die Internet-PCs von Bürgern und Behörden sowie die Weiterentwicklung der Sicherheits-Chips und ihrer Verschlüsselungstechnologien. Wie die Forschungspartner nachwiesen, lässt sich die Datenübertragungsrate zwischen Ausweisdokument und Lesegerät von bisher 848 kbit/s auf bis zu 6,8 Mbit/s steigern und gegebenenfalls auf bis zu 12 Mbit/s erhöhen. Das von G&D entwickelte Chipkarten-Betriebssystem zeigt, dass die Nutzung elektronischer Ausweisdokumente im Internet nicht länger nur Zukunftsmusik ist, und dabei müssen nicht einmal zusätzliche Software-Komponenten auf dem PC installiert werden. Mehrere europäische Staaten - Bulgarien, die Tschechische Republik, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Polen, Rumänien und die Schweiz - wollen in den nächsten Jahren elektronische Personalausweise einführen und können die im BIOP@SS-Projekt entwickelten und internationalen Standards folgenden Technologien nutzen. Weitere wichtige Partner von BIOP@SS sind Gemalto (Niederlande), Compuworx (Ungarn), STMicroelectronics (Schweiz), das in Frankreich ansässige Kommissariat für Kernenergie und alternative Energien (CEA), id3semiconductors (Frankreich), Precise Biometrics (Schweden), Esterel Technologies (Frankreich) und OKSystem (Tschechische Republik).Weitere Informationen finden Sie unter: BIOP@SS: http://www.biopass.eu/ Giesecke & Devrient GmbH: http://www.gi-de.com/en/index.jsp Infineon Technologies AG: http://www.infineon.com/cms/en/product/index.html

Länder

Schweiz, Tschechien, Deutschland, Frankreich, Ungarn, Niederlande, Schweden

Verwandte Artikel