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Technological inequality – understanding the relation between recent technological innovations and social inequalities

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Wie Automatisierung die Arbeit, die Wirtschaft – und die Gesellschaft – beeinflusst

Die Automatisierung bietet Vor- und Nachteile. Damit Regierungen beide Aspekte verbessern können, stellt das EU-finanzierte Projekt TECHNEQUALITY empirische Erkenntnisse darüber zur Verfügung, wie sich die Automatisierung auf die europäische Gesellschaft auswirken wird – und was heute getan werden muss, um sich vollständig auf eine automatisierte Zukunft vorzubereiten.

Gesellschaft

Die Automatisierung verspricht eine Steigerung von Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlbefinden. Doch genau diese Technologien, einschließlich Robotik, Big Data, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz, werden auch starke Auswirkungen auf soziale Ungleichheiten haben. Es ist die letztgenannte Thematik, welche die Menschen beunruhigt, ja sogar eine ablehnende Haltung verursacht – gegenüber allem, was automatisiert ist. „Wird meine Arbeit durch einen Roboter ersetzt werden?“ „Was kann ich tun, um mich auf eine automatisierte Zukunft vorzubereiten?“ „Wie können wir das Sozialsystem umgestalten, um in einer automatisierten Welt zurechtzukommen?“ „Können wir uns die erforderlichen Sozialprogramme leisten?“ Dies sind nur einige der am häufigsten gestellten Fragen zur Automatisierung – und der Fragen, auf die das EU-finanzierte Projekt TECHNEQUALITY (Technological inequality – understanding the relation between recent technological innovations and social inequalities) eine Antwort finden soll. „Unser Ziel ist es, empirische Belege dafür zu liefern, wie sich die Automatisierung auf die europäischen Gesellschaften auswirkt – und weiter auswirken wird“, sagt Mark Levels, Professor an der Universität Maastricht, dem Hauptpartner des Projekts.

Ein überschaubares Risiko

Um dieses Ziel zu erreichen, untersucht das Projektforschungsteam, wie sich künstliche Intelligenz und Robotik auf die Arbeitswelt auswirken. Es analysiert auch, welche unterschiedlichen Folgen die Automatisierung für verschiedene soziale Gruppen haben könnte und inwiefern technologische Innovationen womöglich soziale Ungleichheiten verschieben werden. „Unsere Forschenden arbeiten eng mit politisch Verantwortlichen zusammen, um herauszufinden, wie Regierungen am besten die Notwendigkeit, die wirtschaftlichen Vorteile der Automatisierung zu verbessern, mit der Notwendigkeit, ihre eventuellen sozialen Risiken zu mindern, in Einklang bringen können“, erklärt Levels. Obwohl das Projekt noch nicht abgeschlossen ist – es endet im Dezember 2021 –, konnten die Forschenden bereits einige wichtige Erkenntnisse gewinnen, unter anderem im Hinblick auf die Auswirkungen der Automatisierung auf den Arbeitsmarkt. Beispielsweise geht das Projekt davon aus, dass zwischen 5 und 44 % aller Arbeitsplätze in Europa durch den Einsatz von Automatisierung ersetzt werden könnten. Vielleicht noch wichtiger ist die Erkenntnis, dass der Effekt, den diese Automatisierung auf die europäische Gesellschaft haben wird, von einer Vielzahl von Variablen abhängt, einschließlich der Regierungsführung. „Unsere Modelle deuten darauf hin, dass die Automatisierung ein überschaubares Risiko darstellt“, ergänzt Levels. Seiner Meinung nach könnte die europäische Wirtschaft florieren und Massenarbeitslosigkeit verhindert werden, sofern die Regierungen die richtigen Schritte einleiten: „Entscheidend ist jedoch, dass die Regierungen jetzt handeln müssen.“

Vorbereitung auf eine automatisierte Zukunft

Basierend auf diesen Erkenntnissen hat das Projekt Politikvorschläge erarbeitet, die regionalen, nationalen und internationalen Regierungen dabei helfen können, die Herausforderungen der Automatisierung besser zu bewältigen. „Obwohl die Automatisierung enorm wichtig für das Wirtschaftswachstum in der EU ist, kann sie auch zu gesellschaftlicher Instabilität, größerer Ungleichheit, geringerer sozialer Mobilität und neuem sozialen Unfrieden führen“, so Levels. „Wenn TECHNEQUALITY Regierungen bei der Vorbereitung auf die Zukunft unterstützen kann, indem gewollte und ungewollte Auswirkungen politischer Reaktionen formuliert werden, wird unsere Mission ein Erfolg.“ Nach Anbruch der letzten sechs Monate des Projekts arbeitet das Forschungsteam nun an der Fertigstellung seiner empirischen Analysen. Dabei konzentriert es sich auf die Auswirkungen der Automatisierung auf Bildung, Wohlfahrt und öffentliche Finanzen. Die Forschenden befinden sich außerdem in der Anfangsphase eines Folgeprojekts, das die Erkenntnisse von TECHNEQUALITY weiter ausbauen und voranbringen soll. „Wir haben uns vorgenommen, Wissenschaft zu betreiben, die für die Gesellschaft von Bedeutung ist“, schließt Levels. „Wir haben einige große, herausfordernde Fragen gestellt und praktische Antworten geliefert, mit denen Regierungen und Unternehmen arbeiten können – darauf bin ich sehr stolz.“

Schlüsselbegriffe

TECHNEQUALITY, Automatisierung, Robotik, Big Data, maschinelles Lernen, künstliche Intelligenz, KI, soziale Ungleichheiten, soziale Wohlfahrt, Arbeitsmarkt, soziale Mobilität

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