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Parlament berichtet über Bildung und die Informationsgesellschaft

Auf seiner Sitzung in Straßburg vom 10. bis 14. März 1997 hat das Europäische Parlament drei wichtige Berichte zur Gemeinschaftspolitik im Bereich der Informationsgesellschaft, Bildung und Sozialpolitik verabschiedet. Das Grünbuch der Kommission über Leben und Arbeiten in der...

Auf seiner Sitzung in Straßburg vom 10. bis 14. März 1997 hat das Europäische Parlament drei wichtige Berichte zur Gemeinschaftspolitik im Bereich der Informationsgesellschaft, Bildung und Sozialpolitik verabschiedet. Das Grünbuch der Kommission über Leben und Arbeiten in der Informationsgesellschaft, veröffentlicht im Juli 1996, befaßt sich mit den Problemen bei der Anpassung von Arbeit und Freizeit an den durch die neuen Technologien herbeigeführten Wandel. Die Resolution des Parlaments zum Grünbuch betont die Notwendigkeit, die Bedürfnisse der Menschen und der Sozialpolitiken bei der Entwicklung der Informationsgesellschaft zu berücksichtigen. Das Parlament betont insbesondere, daß die Entstehung einer zweischichtigen Gesellschaft, in der die neuen Informations- und Kommunikationsmittel für viele unerreichbar sind, vermieden werden muß. Das Parlament fordert Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitszeit, was zu einer gerechteren Verteilung von Arbeit führt, sowie Maßnahmen, die den Zugang zur Bildung verbessern. Des weiteren fordert die Resolution eine Verlagerung der Steuerlast vom Arbeitnehmer auf andere Bereiche wie zum Beispiel den Energiesektor. Herr Mario Monti würdigte im Namen der Kommission die Besorgnisse des Parlaments und teilte mit, daß man sich in der EU darüber einig sei, daß Aktionen auf europäischer Ebene erforderlich seien. Er verkündete die Absicht der Kommission, ein Grünbuch über die Organisation von Arbeit im Kontext der Telearbeit zu präsentieren. Das Parlament billigte zudem einen in Eigeninitiative erstellten Bericht über Bildung und neue Technologien, in dem die neuen Technologien und deren Anwendung in Schulen untersucht werden. In dem Bericht werden die Kommission und die Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, sich dafür einzusetzen, daß alle Schulen und Schüler Zugang zu den jüngsten Technologien haben und eine Diskriminierung vermieden wird. Der Bericht würdigt die besondere Rolle der Büchereien, die weitverbreitete Zugangsmöglichkeiten bieten, und verweist auf die Notwendigkeit, daß der private Sektor in Partnerschaft mit dem öffentlichen Sektor einen Beitrag leistet. Er fordert die Festlegung von Fristen, um zu gewährleisten, daß die Entwicklung und Anwendung neuer Technologien in Schulen vorangetrieben werden. Bis zum Jahr 2000 sollen alle Lehrer in der Anwendung der neuen Technologien ausgebildet sein. Ferner forderten die Mitglieder des Parlaments die Kommission dazu auf, ihre Unterstützung für Anwendungen im Bereich der multimedialen Lernprogramme weiterzuentwickeln. Kommissar Martin Bangemann würdigte die Aufgaben, denen die EU gegenübersteht und stellte fest, daß die große Zahl der bereits eingegangenen Anträge das beträchtliche Interesse an der Entwicklung von Anwendungen bestätige und daß sich die Kommission mit ihrer Unterstützung auf dem rechten Weg befinde. Ebenfalls zum Thema Bildung und Informationsgesellschaft billigte das Parlament einen Bericht zum "Weißbuch zur allgemeinen und beruflichen Bildung - Auf dem Weg zur kognitiven Gesellschaft", das im November 1995 von der Kommission veröffentlicht worden war. Das Weißbuch nennt fünf Bereiche für gemeinsame Aktionen zur Förderung der Bildung in Europa. Um dieses Ziel zu verwirklichen, sollen insbesondere die von den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien gebotenen Möglichkeiten genutzt werden. Das Parlament fordert in seinem Bericht, daß die neuen Möglichkeiten allen europäischen Bürgern offenstehen, wobei dem Konzept des lebenslangen Lernens Priorität eingeräumt werden soll. Die Bildungsetats der gesamten EU und die finanzielle Unterstützung der Aktionsprogramme der Gemeinschaft LEONARDO DA VINCI und SOCRATES im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung sollen erhöht werden. Des weiteren fordert der Bericht die Kommission dazu auf, Vorschläge für ein europäisches Lehrlingsprogramm zu unterbreiten und bildungsrelevante Prioritäten in andere Politiken der Gemeinschaft einzubeziehen. Darüber hinaus soll die Kommission laut den Mitgliedern des Parlaments dafür sorgen, daß die EU einen bedeutenden Beitrag zum Sprachunterricht leistet.

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