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Forschungspolitik und ihre Auswirkungen für Europa

Frau Edith Cresson, das für Forschung, Wissenschaft und Entwicklung zuständige Kommissionsmitglied, hielt am 13. Mai 1998 vor der Royal Society in London, Vereinigtes Königreich, den Zuckerman-Vortrag mit dem Titel "Europa braucht Forschung: Forschung braucht Europa".

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Frau Edith Cresson, das für Forschung, Wissenschaft und Entwicklung zuständige Kommissionsmitglied, hielt am 13. Mai 1998 vor der Royal Society in London, Vereinigtes Königreich, den Zuckerman-Vortrag mit dem Titel "Europa braucht Forschung: Forschung braucht Europa".

Sie befaßte sich in ihrem Vortrag mit drei Hauptpunkten, nämlich mit den politischen Anliegen, die die gegenwärtige Forschungspolitik in Europa antreiben, den wichtigsten Entwicklungen in F&E, die innerhalb der Gemeinschaft stattfinden, und deren Auswirkungen auf die gegenwärtige und zukünftige Politik. Außerdem gab Frau Cresson eine kurze Bewertung der Forschungsausgaben in Europa und betonte die Notwendigkeit der Verbesserung der Leistungen Europas bei der Nutzung der Forschungsergebnisse.

Die Kommissarin konzentrierte sich auf drei Aspekte der gegenwärtigen EU-Forschungspolitik und unterstrich, daß die Forschung präziser auf die Bedürfnisse des Bürgers antworten muß, besser in die Wirtschaft der EU integriert werden muß, und daß die humane Forschungsbasis entwickelt und verbessert werden muß.

Frau Cresson hob die Bedeutung von Frauen in der Wissenschaft als ein Mittel der Verbesserung dieser humanen Forschungsbasis hervor und bemerkte, daß eine bevorstehende Stellungnahme der Kommission, die Einrichtung eines Systems der "Geschlechter-Gleichheit" innerhalb des Fünften Rahmenprogramms berücksichtigt und ein Netz für Frauen in der Wissenschaft fördert.

Frau Cresson stellte fest, daß die bessere Nutzung der wissenschaftlichen Kenntnisse Europas, insbesondere durch die Umwandlung in neue Arbeitsplätze und die Verbesserung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit Europas, ist ein wichtiges Anliegen der Kommission sei. Der Aktionsplan für Innovation war ein Ansporn für eine Anzahl von Tätigkeiten, wie die Verbesserung der Fähigkeit europäischer Unternehmen zum Schutz ihres geistigen Eigentums und der Ermutigung von Risikokapitalinvestoren in Europa sich an High-Tech-Unternehmen zu beteiligen. Andere Bereiche, in denen die Kommission aktiv ist, umfassen die Förderung des Technologietransfers in der gesamten EU, und hier betonte Frau Cresson den Wert der CORDIS-Datenbanken, die ein wichtiges Werkzeug zur Unterstützung dieses Prozesses darstellen.

Abschließend befaßte sich die Kommissarin mit dem Haushalt des Fünften Rahmenprogramms, und betonte die Notwendigkeit ausreichender EU-Finanzierung. Der Rat hat ein Budget von 14 Mrd. ECU vereinbart - weitaus geringer als der Kommissionsvorschlag von 16,3 Mrd. ECU - was in realen Zahlen einen Rückgang der Finanzierung von EU-Forschung bedeutet. Die Kommissarin unterstrich die Tatsache, daß, falls so ein Haushalt umgesetzt wird, dies ernsthafte Konsequenzen für die Forschung mit EU-Finanzierung in nationalen Instituten und Universitäten haben wird. Sie stellte fest, daß dies außerdem die Schließung von Teilen der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU zur Folge haben könnte, die einen einzigartigen Service für die Ausführung bedeutender europäischer Forschung in Medizin, Biotechnologie und Industrie durch angesehene Forscher in einem politisch neutralen Umfeld bereitstellt.

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