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Beschäftigungsmöglichkeiten in der Informationsgesellschaft

Die Schlußfolgerungen eines vor kurzem von der Europäischen Kommission angenommenen Berichts sagen aus, daß die Beschäftigungsaussichten in der Informationsgesellschaft vielversprechend sind, wenn Europa entschlossen vorgeht, um das von diesem schnell wachsenden und sich verän...
Die Schlußfolgerungen eines vor kurzem von der Europäischen Kommission angenommenen Berichts sagen aus, daß die Beschäftigungsaussichten in der Informationsgesellschaft vielversprechend sind, wenn Europa entschlossen vorgeht, um das von diesem schnell wachsenden und sich verändernden Bereich gebotene Potential optimal zu nutzen. Der Bericht wurde auf die gemeinsame Inititative des für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten zuständigen Mitglieds der Europäischen Kommission Padraig Flynn und des Präsidenten der Kommission Jacques Santer von der Kommission im Rahmen der europäischen Beschäftigungsstrategie und im Anlauf auf die nächste Versammlung des Europäischen Rats in Wien angenommen.

Dieser Bericht läßt erkennen, daß die Informationstechnologie rasch zu einem der größten und am schnellsten wachsenden Sektoren in der Wirtschaft der EU geworden ist und bereits über 5 % des BIP ausmacht. Dieser Sektor steht in Europa jetzt auch bezüglich des Beschäftigungswachstums an der Spitze, er hat inzwischen über 4 Millionen Beschäftigte. Der Bericht beschreibt auch das künftige Potential dieses Sektors unter Angabe von Beispielen wie dem europäischen audiovisuellen Markt, von dem erwartet wird, daß er bis zum Jahr 2005 voraussichtlich um etwa 70 % wachsen wird.

Trotz des offensichtlichen Potentials für die Schaffung von Arbeitsplätzen bleibt eines der größten noch verbleibenden Probleme der Mangel an Fachkräften. Zur Zeit sind in Europa 500.000 IT-Stellen unbesetzt. Der Bericht stellt fest, daß in drei Hauptbereichen gehandelt werden muß:

- es muß mehr getan werden, um eine Unternehmenskultur zu schaffen, damit eine Umgebung geschaffen wird, in der neue Ideen, neue Unternehmen und neue Produkte und Dienstleistungen gedeihen können. Der Zugang zu Finanzen in diesem Zusammenhang wird als für die Schaffung einer Unternehmenskultur wesentlich herausgestellt;

- organisatorische Veränderung und Anpassungsfähigkeit sind ebenfalls unerläßlich, wenn das volle Potential neuer Technologie zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen ausgeschöpft werden soll;

- das Niveau der Kenntnisse und technischen Fähigkeiten muß ebenfalls gehoben werden, wenn das Beschäftigungspotential der Informationsgesellschaft maximal genutzt werden soll.

Die Kommission empfiehlt daher eine Reihe von Maßnahmen, die dringend in Angriff genommen werden müssen. Sie empfiehlt, daß Mitgliedstaaten bis spätestens Juni 1999 eine umfassende Strategie unter Berücksichtigung der umrissenen Prioritäten vorlegen sollten. Höchste Priorität sollte auch der schnellen Umsetzung von EU-Initiativen in Verbindung mit der Informationsgesellschaft gewährt werden. Die Zweigbereiche der Informationsgesellschaft werden außerdem aufgefordert, ihre Prioritäten zum Stärken der EU-Führungsstellung in diesem Bereich und besonders hinsichtlich der Nutzung des Beschäftigungspotentials bis spätestens Juni 1999 vorzulegen. Sozialpartner werden zudem aufgefordert, Rahmenbedingungen für die Modernisierung zu entwickeln, die auf die Förderung der Einführung neuer Technologie und einer neuen Organisation der Arbeit in der wissensgestützten Wirtschaft ausgelegt sind.

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