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Einzelheiten über Technologien der Informationsgesellschaft im Fünften Rahmenprogramm

Ein ausführlicher Überblick über das neue Programm Technologien der Informationsgesellschaft im Kontext des Fünften Rahmenprogramms wurde letzte Woche auf der Konferenz IST 98 in Wien vermittelt. Programmdirektor George Metakides beschrieb die vorläufigen Einzelheiten der vier...
Ein ausführlicher Überblick über das neue Programm Technologien der Informationsgesellschaft im Kontext des Fünften Rahmenprogramms wurde letzte Woche auf der Konferenz IST 98 in Wien vermittelt. Programmdirektor George Metakides beschrieb die vorläufigen Einzelheiten der vier Hauptaktionslinien sowie der anderen Aktionslinien.

Vorbehaltlich der im Laufe dieses Monats erwarteten Verabschiedung des Fünften Rahmenprogramms durch den Rat und das Parlament ist für das IST Programm ein Gesamthaushalt von ECU 3,6 Mrd. vorgesehen. Drei der vier Leitaktionen sollen jeweils ECU 612 Mio. zufließen (Systeme und Dienstleistungen für den Bürger; Multimediales Material bzw. Werkzeuge; Neue Arbeitsweisen und der elektronische Geschäftsverkehr), während die Leitaktion Wesentliche Technologien & Infrastruktur sich auf einen Haushalt von ECU 1296 Mio. stützen soll. Ein weiterer Betrag von ECU 360 Mio. soll künftigen und neuen/angehenden Technologien zugewiesen werden. Für die Vernetzung von Forschungsarbeiten sollen ECU 108 Mio. zur Verfügung gestellt werden.

Das Programm IST soll sich auf mehrere Arten von Aktivitäten erstrecken. FuE Projekte können sich auf Kostenteilung, Demonstration oder eine Kombination dieser beiden Arten stützen, wobei die Höhe der den Auftragnehmern erstatteten Kosten zwischen 35% und 50% liegen kann. Der praktische Einsatz neuer Technologien kann in Bezug auf Versuche, beste Verfahrensweisen oder Erstanwendung Fördergelder anziehen, wobei bis zu 100% der Kosten erstattet werden können.

Andere vom Vierten Rahmenprogramm her bekannte Aktivitäten werden fortgesetzt, wie u.a. flankierende Maßnahmen, konzertierte Aktionen und thematische Netzwerke, Stipendien, Zuschüsse der Erkundungsphase für KMU sowie kooperative Forschung.

Die Kommission will zwei Arten von Fördermitteln zur Verfügung stellen: Beim Gesamtkostenmodell würden wie zuvor zu 50% erstattet. Je nach Art der dem Auftragnehmer zur Verfügung stehenden Buchführung kann das Gesamtkostenmodell auch einen Pauschalbetrag für Gemeinkosten umfassen bzw. die Erstattung von Gemeinkosten kann auf der Basis eingereichter Quittungen beantragt werden. Das Modell zusätzlicher Kosten würde denjenigen Organisationen zustehen, die nicht über die erforderliche analytische Buchführung verfügen, um das Gesamtkostenmodell anzuwenden. Dazu würde ein 20%iger Pauschalbetrag für Gemeinkosten gehören.

Der von der Kommission zur Umsetzung des Programms IST vorgesehene Zeitplan sieht den Abschluß des Arbeitsprogramms für die Beratungsgruppe und den Programmausschuß im Januar vor, mit einer ersten Aufforderung am 16. Februar 1999 (letzter Einreichungstermin für Vorschläge 18. Mai 1999) und einer zweiten Aufforderung am 16. März 1999 (letzter Einreichungstermin 15. Juni 1999).

Herr Metakides wies auf den bedeutenden Umstand hin, daß es sich bei dem Programm IST um ein einziges integriertes Programm handelt, welches im Rahmen eines einzigen Konzepts realisiert werden soll. Diese Entwicklung steht im Gegensatz zum Vierten Rahmenprogramm, das eine Reihe von separaten spezifischen Programmen beinhaltete. Das Programm IST verfügt über ein einziges Arbeitsprogramm, eine aus Experten zusammengesetzte Beratungsgruppe sowie einen einzigen Ausschuß für Programm-Management.

Die Leitaktionen im Programm IST dienen zur Festlegung der Rangordnung vorgesehener Forschungsarbeiten. Für jeden vorrangigen Punkt hat die Kommission zwei oder drei Aktionslinien vorgesehen, die in den Arbeitsprogrammen im Einzelnen verfolgt werden sollen.

Systeme & Dienstleistungen für den Bürger erstrecken sich auf vier vorrangige Bereiche:
- Gesundheit;
- Ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen;
- Verwaltungen;
- Umwelt;
- Verkehr und Fremdenverkehr.

In diesem Zusammenhang sind folgende Aktionslinien konzipiert:
- Modelle für Dienstleistungen an Bürger;
- Systeme für Fachleute im Gesundheitswesen;
- Systeme zur persönlichen Gesundheitspflege;
- Mit Telemedizin verbundene Dienstleistungen;
- Systeme und Dienstleistungen für unabhängige Lebensführung;
- Verwaltungen in der Informationsgesellschaft;
- Online-Unterstützung für demokratische Prozesse;
- Umweltüberwachung und -management;
- Umweltrisiko und Notstandsmanagement;
- Verkehrsinfrastruktur und Mobilität;
- Systeme für intelligente Fahrzeuge;
- Fremdenverkehr.

Neue Arbeitsweisen und elektronischer Geschäftsverkehr mit drei vorrangigen Bereichen:
- Arbeitsweisen und Werkzeuge;
- Marktmanagementsysteme;
- Informations- & Netzwerksicherheit.

In diesem Zusammenhang sind folgende Aktionslinien konzipiert:
- Neue Perspektiven für Arbeit und Geschäftsverkehr;
- Wissensbankverwaltung auf Unternehmensebene;
- Arbeitsplatzgestaltung;
- Teamarbeit;
- Dynamische vernetzte Organisationen;
- Digitalgestaltung und Standzeitmanagement;
- Neue Systeme der Marktmediatisierung;
- Verbesserte Beziehungen zwischen Verbraucher und Lieferant;
- Identifizierung, Authentifikation und Vertraulichkeit;
- Sichere finanzielle Transaktionen auf elektronischem Wege;
- Digitaler Objekttransfer.

Die Leitaktion Multimedienmaterial & Werkzeuge erstreckt sich auf fünf vorrangige Bereiche:
- Elektronisches Publizieren;
- Kulturerbe;
- Allgemeine und berufliche Bildung;
. Sprachtechnologien;
. Zugang zu bzw. Handhabung von Informationen.

In diesem Zusammenhang sind folgende Aktionslinien konzipiert:
- Soziale und geschäftliche Modelle für multimediales Material;
- Verfassungs- und Gestaltungssysteme;
- Management und individuelle Abwandlung von multimedialem Material;
- Zugang zu wissenschaftlichem und kulturellem Erbe;
- Digitaler Schutz von Kulturgut;
- Offene Plattformen und Instrumentarien für individuell gestaltetes Lernen;
- Die flexible Universität;
- Fortgeschrittene Lernsysteme;
- Mehrsprachigkeit in Bezug auf digitales Material und Dienstleistungen;
- Natürliche Interaktivität;
- Multisensorielles Material;

Die Leitaktion Wesentliche Technologien & Infrastruktur erstreckt sich auf sieben vorrangige Forschungsbereiche:
- Informationsverarbeitung, Kommunikation & Vernetzung;
- Software, Systeme & Dienstleistungen - Simulation und optische Darstellung;
- Mobilfunk, persönliche Kommunikation und relevante Systeme;
- Schnittstellen;
- Peripheriegeräte, Teilsysteme und Mikrosysteme;
- Mikroelektronik;

In diesem Zusammenhang sind folgende Aktionslinien konzipiert:
- Konvergenz und Integration: Szenarien und Analysen;
- Koordiniert laufende Systeme;
- Echtzeitsysteme;
- Netzwerkintegration, -interoperabilität und -interworking;
- Technologien für Netzwerkmanagement und Interworking auf Dienstleistungsebene;
- Rein optische Netzwerke und Terabit-Netzwerke;
- Auf Komponenten gestütztes Software Engineering;
- Technische Gestaltung intelligenter Dienstleistungen;
- Methoden und Werkzeuge zur gemeinsamen Nutzung von Intelligenz und Wissen;
- Informationsmanagement-Methoden;
- Generische Datentechnologien und -normen;
- Technologien der Echtzeitsimulation und optischen Darstellung;
- Auf breiter Basis gemeinsam genutzte virtuelle und erweiterte Umgebungen;
Umkonfigurierbare Funksysteme und -netze;
- Terrestrische Funksysteme und -netze sowie integrierte Satellitensysteme und -dienstleistungen;
- Werkzeuge und Technologien für drahtlose Kommunikation;
. Technologien für Peripheriegeräte;
. Technologien für Teilsysteme;
- Mikrosysteme;
- Mikroelektronik und periphere Elektronik:
- Applikationskompetenzen;
- Prozesse, Ausrüstung und Werkstoffe;
- Hochentwickelte Optoelektronik und Mikroelektronik.

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