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Konstruktion und Nutzung von Klassenzimmern mit Telepräsenz

In den vergangenen vier Jahren hat ein Konsortium von europäischen Universitäten, das im Rahmen des gemeinschaftlich geförderten Projekts "Leitplan für interaktive Klassenzimmer (Blueprint for Interactive Classrooms)" (BIC) arbeitet, Prototypen und Quellenmaterial für diejenig...
In den vergangenen vier Jahren hat ein Konsortium von europäischen Universitäten, das im Rahmen des gemeinschaftlich geförderten Projekts "Leitplan für interaktive Klassenzimmer (Blueprint for Interactive Classrooms)" (BIC) arbeitet, Prototypen und Quellenmaterial für diejenigen entwickelt, die sich für die Einrichtung und Nutzung von interaktiven Unterrichtseinrichtungen mit Telepräsenz über ISDN und Satellitennetze interessieren. Während viele Organisationen im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung sich Videokonferenzen und anderen interaktiven Zweiweg-Systemen für verschiedene Unterrichtszwecke zuwenden, kamen die Mitglieder dieses Konsortiums zu dem Schluß, daß für andere Beteiligte, die ihre eigenen Einrichtungen schaffen wollten, ein Mangel an frei verfügbaren praktischen Ressourcen bestünde.

Dieses Netz von Universitäten, das führende Institutionen im Hochschulbereich in Belgien, Finnland, Frankreich, Irland und Italien umfaßt und sich aus erfahrenen Benutzern von Telepräsenz-Einrichtungen für ihre eigenen Organisationen zusammensetzt, richtete mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms für Telematikanwendungen (allgemeine & und berufliche Bildung) fünf voll funktionsfähige Unterrichtsstandorte mit Telepräsenz ein. Durch Vergleiche und Gegenüberstellungen der unterschiedlichen Charakteristika aller Unterrichtssituationen sammelten die BIC-Forscher Daten über Lehrmethoden, Lernumfelder und die Auswirkungen des Haushalts.

Das Endergebnis ist das vor kurzem veröffentlichte Handbuch mit dem Titel "Klassenzimmer für Fernstudien & -unterricht: ein Leitplan (Classrooms for Distance Teaching & Learning: A Blueprint)", das praktische Informationen und Ratschläge für andere Institutionen zur Verfügung stellt, die an der Einrichtung und Nutzung solcher Klassenräume interessiert sind. Das Handbuch enthält vielfältige Ideen, von der Plazierung der Möbel bis zu technischen Richtlinien und ist unerläßlich für Lehrer und Beamte, die vorhaben, dem Studium eine Telematikkomponente hinzuzufügen. Sie sind zwar komplex, trotzdem sind diese Ratschläge aber für Pädagogen und Behörden leicht verständlich. Die meiste Ausrüstung ist direkt erhältlich, einfach zu betätigen und äußerst kompatibel. Das Ziel für die Projektanwender war einfach: Fernstudenten verdienen besseren Zugang zu effektiveren Kursen mit geringeren Lieferkosten .

Der vom Konsortium gewählte Ansatz ist der, daß internaktiver Teleunterricht unter Verwendung z. B. von Videokonferenzen auf der Basis von ISDN nur eine Option in einem Medienmix ist, der voraussichtlich eine Vielzahl von Technologien und Szenarien umfassen wird, es ist aber eine Option, die sich als eine nützliche und effektive Ressource für die Institution erweisen kann, die mit dem Fernunterricht beginnen will. Sie kann dazu dienen, Fernstudenten an anderen Universitätsstandorten oder Studienzentren zu erreichen, sie kann verwendet werden, um externes Fachwissen einzubringen, und sie kann für Gruppen- und gemeinschaftliche Arbeit nützlich sein. Es wird Beratung über den allgemeinen Medienmix, über die Anpassung des individuellen pädagogischen Ansatzes mit seinen pädagogischen Zielen und über das möglichst kostengünstige Design der entsprechenden Einrichtungen gegeben.

Die Bandbreite der von jeder der teilnehmenden Universitäten eingerichteten Unterrichtseinrichtungen mit Demonstrationsfunktionen stellt ein Arbeitslaborumfeld für die Prüfung und Bewertung der unterschiedlichen Technologien und Unterstützungssysteme für Fernstudien zur Verfügung. Dazu gehören die interaktiven Klassenzimmer für Teleunterricht, Studio- und mobile Einrichtungen an der Katholischen Universität Leuven (K.U. Leuven) in Belgien, das Telepräsenz-Klassenzimmer und andere Einrichtungen am audiovsiuellen Zentrum am University College Dublin, das interaktive Klassenzimmer an der Université de Nancy II in Frankreich, die Einrichtungen für Fernstudien am Politechnico di Milano in Italien und die Auswahl der Einrichtungen unter Verwaltung der Helsinki University of Technology (Dipoli) in Finnland. Alle diese Einrichtungen können nach Vereinbarung besucht werden, und das Personal und die Benutzer dieses Systems veranstalten regelmäßig einen 'Tag der offenen Tür' und offerieren anderen Interessenten ihre Erfahrung.

Das von Leuven University Press veröffentlichte Handbuch sammelt viele diese Erfahrungen und stellt sowohl Designern als auch Benutzern solcher Systeme Richtlinien und Ratschläge zur Verfügung. Es ist als ein praktisches Handbuch angelegt und bietet Informationen über alle Aspekte in bezug auf Design, Konstruktion, Nutzung und Prüfung solcher Einrichtungen von der Wahl der Ausrüstung bis zu Richtlinien für Lehrpersonal. Es enthält zahlreiche Abbildungen, Prüflisten, Glossare und Diagramme und kann ebenso von Technikern als auch von Managern benutzt werden und umfaßt interessante Fallstudien der beteiligten Universitäten, die genau demonstrieren, wie sie ihre eigenen Einrichtungen aufgebaut haben.

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