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Forschung und Politik über Klimaänderung

Kohlenstoff-Komplexbildung durch Bodennutzung kann nicht als die ultimative Lösung für die Reduzierung anthropogener Emissionen von Treibhausgasen angesehen werden, sie kann jedoch einem vor kurzem von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission veröffentlicht...
Kohlenstoff-Komplexbildung durch Bodennutzung kann nicht als die ultimative Lösung für die Reduzierung anthropogener Emissionen von Treibhausgasen angesehen werden, sie kann jedoch einem vor kurzem von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission veröffentlichten Bericht zufolge auf kurze Sicht wirksam sein. Der Bericht mit dem Titel "Forschung und Politik über Klimaänderung: Aktualisierungen", ist vom Institut für Technologische Zukunftsforschung zusammengestellt worden. Er gibt einen detaillierten Überblick über die jüngsten Ergebnisse der Forschung auf dem Gebiet der globalen Klimaänderung und eine abschließende Bewertung der Kohlenstoff-Komplexbildung im Rahmen des Gemeinsamen Durchführungsplans (Joint Implementation Scheme).

Der Gemeinsame Durchführungsplan wurde im Rahmen des Kyoto-Protokolls vereinbart. Der Plan besagt, daß Länder, die hohe Kosten für die Bekämpfung der Umweltverschmutzung tragen, in die Bekämpfung der Umweltverschmutzung in Länder mit geringerem Kostenaufwand investieren und für die daraus resultierende Reduzierung der Treibhausgasemissionen Kredite erhalten.

Der Bericht ist in zwei Teile unterteilt. Der erste konzentriert sich auf die Beobachtung der während des vergangenen Jahres gesammelten Ergebnisse der Klimaänderungsforschung. Es stehen Informationen über Klimabeobachtung und -modellierung - wie z. B. Strahlungsveränderungen und Konzentration von Treibhausgasen - zur Verfügung. Außerdem werden interne Mechanismen berücksichtigt, wie die Auswirkung der veränderten Ozeanzirkulationsmuster auf die Atmosphäre.

Im Mittelpunkt des zweiten Abschnitts steht die Klimapolitik und insbesondere die Debatte über den Gemeinsamen Durchführungsplan und Kohlenstoff-Komplexbildung durch Bodennutzungsmaßnahmen. Der Bericht betont die Bedeutung der Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Auswirkungen für jegliche Durchführung neuer politischer Strategien in bezug auf Klimaänderungen.

Der Bericht legt zum Beispiel nahe, daß, obwohl die Wald- und Bodennutzung die normalerweise am häufigsten berücksichtigten Instrumente für den raschen Abbau von Emissionen bei relativ niedrigen Kosten und geringem Aufwand sind, die entstehenden Kosten immer noch sehr hoch sind. Der Bericht kommt daher zur Schlußfolgerung, daß die Komplexbildung und Kohlenstoffbindung durch Forstkultur in den Kontext anderer Politiken - wie z. B. für nachhaltige Entwicklung in der Landwirtschaft und für die Bewirtschaftung und den Schutz des Waldes - gestellt werden sollten. Außerdem stellt der Bericht fest, daß gemeinsame Durchführungsprojekte im Umweltbereich einer kritischen Prüfung unterzogen werden sollten. Das einzelne Projekt sollte nur dann durchgeführt werden, wenn die Ergebnisse an einer sorgfältig ausgewählten Stelle zuverlässig überwacht werden können. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, daß die Entwicklung eines einheitlichen Verfahrens zur Schaffung der Bezugslinie der natürlichen Kohlenstoffablagerungen und -quellen, das auf jedes Land wirksam angewendet werden kann, als Priorität angesehen werden sollte.

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