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Neue Daten über atmosphärisches Benzol veröffentlicht

Nach Forschungsergebnissen, die die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission am 26. Januar veröffentlichte, ist die durchschnittliche städtische Luftverschmutzung in Europa größer, je weiter südlich man sich befindet. Diese Nachricht wurde auf einer Pressekonfer...
Nach Forschungsergebnissen, die die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission am 26. Januar veröffentlichte, ist die durchschnittliche städtische Luftverschmutzung in Europa größer, je weiter südlich man sich befindet. Diese Nachricht wurde auf einer Pressekonferenz in Milan bekanntgemacht, auf der Wissenschaftler die Ergebnisse der detaillierten paneuropäischen Studie "MACBETH" (Überwachung atmosphärischer Benzolkonzentrationen in europäischen Städten und Wohnungen) präsentierten.

Um herauszufinden, in welchem Umfang das krebsverursachende Molekül für Erkrankungen wie Leukämie in unseren Städten verantwortlich ist, verwendeten Wissenschaftler Daten aus "Fotografien" der Konzentration von Benzol in der Atmosphäre von sechs europäischen Städten. Außerdem wurde gemessen, welchen Benzolmengen einzelne Bürger wirklich ausgesetzt waren.

Die schadstoffärmste Stadt in der Studie war Kopenhagen. Hier betrug die durchschnittliche jährliche atmosphärische Benzolkonzentration rund ein Viertel des Werts, der in der Stadt mit der stärksten Luftverschmutzung - Athen - gemessen wurde. Die Wissenschaftler sagen, daß dieser Unterschied völlig von meteorologischen Bedingungen abhängt - die Städte mit der geringsten Luftverschmutzung seien die am besten "belüfteten".

Die Forschungsarbeiten haben außerdem ergeben, daß die Einzelperson in Städten Benzolpegeln ausgesetzt ist, die allgemein höher sind als der durchschnittliche städtische Luftverschmutzungsgrad. In nördlicher gelegenen Städten, wie Antwerpen, Rouen und Kopenhagen hängt dies, unerwarteterweise, von der Luftverschmutzung in der Wohnung ab.

Die Ursachen für die Luftverschmutzung in Innenräumen werden zur Zeit noch untersucht, aber Wissenschaftler glauben, daß sie möglicherweise mit der Art der Gebäude und Möbelmaterialen zusammenhängt, die in nördlichen Städten verwendet werden - und dem Lebensstil. Grund dafür ist, daß man in kalten Klimazonen die Fenster länger geschlossen hält und die Lüftung der Wohnung reduziert.

Die mit dem Projekt erarbeiteten Vorhersagen sind wichtig, weil sie zur Bestimmung der Grenzwerte dienen werden, die in der europäischen Richtlinie über Benzolemissionen 1999 festgelegt sein werden. Zusätzlich zur Berücksichtigung der durchschnittlichen Luftverschmutzungspegel müssen politische Planer nun auch die Einzelperson-Kontaktwerte mit Konzentrationen in Betracht ziehen, die höher sind als der Durchschnittswert der städtischen Luftverschmutzung. Dies beruht darauf, daß Menschen die Stadtzentren meist während der schadstoffreichsten Tageszeit aufsuchen, und auch auf hohen Schadstoffpegeln in ihren Wohnungen.

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