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Rat verabschiedet spezifisches Programm über Lebensqualität und Management lebender Ressourcen

Der Rat der Europäischen Union hat in einer Entscheidung vom 25. Januar 1999 über die Annahme eines spezifischen Programms für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2002 beschlossen, im Fünften Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung (FTE) die Lebensqualität un...
Der Rat der Europäischen Union hat in einer Entscheidung vom 25. Januar 1999 über die Annahme eines spezifischen Programms für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2002 beschlossen, im Fünften Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung (FTE) die Lebensqualität und das Management lebender Ressourcen anzugehen.

Der für die Durchführung des spezifischen Programms für notwendig erachtete Betrag beläuft sich auf Euro 2.413 Mio. (einzelne Angaben siehe unten), mit einer Höchstgrenze von 6,5% für die Verwaltungsausgaben der Kommission.

Paragraph 5 der Entscheidung erfordert, daß die Kommission ein Arbeitsprogramm aufstellt, das die Ziele und FTE-Prioritäten, insbesondere für die sechs Leitaktionen, wie folgt umfaßt.

- (i) Gesundheit, Ernährung und Umweltfaktoren. Das Ziel dieser Leitaktion ist die Förderung der Entwicklung von Wissen, Technologien und Verfahren, einschließlich pränormativer Aspekte, beruhend auf multidisziplinären Ansätzen zur Produktion einer sicheren, gesunden, ausgewogenen und vielfältigen Nahrungsmittelversorgung für Verbraucher, die die gesamte Lebensmittelkette umfaßt und somit den Verbraucherschutz fördert und einen Beitrag zum Kampf gegen ernährungsbedingte Krankheiten und die daraus entstehenden immensen Kosten des Gesundheitssystems zu leisten;

- (ii) Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Das Gesamtziel dieser Leitaktion ist der Kampf gegen bekannte, neu oder wieder ausbrechende Infektionskrankheiten, einschließlich Zoonosen, die aufgrund alter, neuer oder mutierter Erreger bei Mensch und Tier auftreten. Hierzu gilt es, den Wissenstand sich ergänzender Fachrichtungen in interdisziplinären Projekten zusammenzuführen und Kontakte mit nationalen und internationalen Organisationen sowie zwischen der akademischen Forschung, politischen Entscheidungsträgern und Anbietern medizinischer Dienstleistungen sowie den auf dem Gebiet der Human- und Veterinärmedizin tätigen Unternehmen zu fördern;

- (iii) Die "Zellfabrik". Ziel dieser Leitaktion ist es, etablierte oder neu gegründete Unternehmen der Gemeinschaft darin zu unterstützen, die Fortschritte in den Biowissenschaften und der Biotechnologie, insbesondere auf den Gebieten Gesundheit Umwelt, Landwirtschaft, Agro- Industrie und hochwertiger Produkte, wie z.B. Chemikalien, zu verwerten. Angestrebt wird die Entwicklung multidisziplinärer Technologien, die sich vor allem die zellulären und subzellulären Eigenschaften von Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren und ihres Gewebes zunutze machen. Ziel ist die Erforschung der Wandlungsfähigkeit der Zellfunktionen und die Entwicklung qualitativ hochwertiger Bioreaktoren, Biomoleküle und Bioprozesse, mit denen sich Lebensqualität und Gesundheit verbessern lassen. Voraussetzung für die Nutzung der Zelle als Miniaturfabrik ist der Erforschung ihrer Mechanismen und der Abläufe in natürlichem Maßstab, wofür Kenntnisse aus der strukturellen Biologie, der Physiologie, der Nanobiotechnologie, der Genom- und Proteomforschung, sowie der physikalischen Chemie, der Bioinformatik und der Biochemie benötigt werden. Um die Sicherheit der neuen Biomoleküle und Bioprozesse zu gewährleisten, werden Verfahren für die Beobachtung ihrer potentiellen Auswirkung auf die Gesundheit von Menschen und Tieren und ihren Beitrag zur Verbesserung der Umweltpflege bereitgestellt. Mit Hilfe der im Rahmen dieser Leitaktion durchgeführten Forschungsarbeiten dürfte auch der pränormative Ansatz gestärkt werden können, indem Zellkulturen als Modelle für die Medizin, die Toxikologie und das Umweltmonitoring als Ersatz für Versuche bereitgestellt werden;

- (iv) Umwelt und Gesundheit. Mit dieser Leitaktion wird angestrebt, ein besseres Verständnis der Interaktionen zwischen den genetischen, physiologischen, Umwelt- und sozialen Faktoren zu erreichen, die bei der Erhaltung eines guten Gesundheitsniveaus wirksam sind und so die negativen Auswirkungen auf gesundheitliche Veränderungen in der Umwelt und am Arbeitsplatz und die daraus resultierenden immensen Kosten für das Gesundheitssystem zu reduzieren. Dies umfaßt insbesondere Themen wie Prävention und die gesundheitlichen Beeinträchtigung durch Luftverschmutzung, Schwermetalle, toxische Stoffe, Lärm, Klimaveränderung und elektromagnetische Strahlung sowie die Effekte von Schadstoffen am Arbeitsplatz;

- (v) Nachhaltige Land-, Fischerei- und Forstwirtschaft und integrierte Entwicklung des ländlichen Raums, einschließlich der Bergregionen. Ziel ist die Entwicklung von Technologien für die Produktion und Nutzung biologischer Ressourcen, einschließlich der Wälder, unter Einbeziehung der gesamten Produktionskette und unter Berücksichtigung des harten internationalen Wettbewerbs und im Licht der erforderlichen Anpassung der Entwicklung der gemeinsamen Agrar- und Fischereipolitik, bei gleichzeitiger Bereitstellung der wissenschaftlichen Grundlagen für Rechtsvorschriften und Normen der Gemeinschaft. Ferner gilt es, die multifunktionale Rolle der Wälder sowie die nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung von Waldressourcen als integraler Bestandteil der ländlichen Entwicklung zu fördern.

- (vi) Die Alterung der Bevölkerung und Behinderungen. Diese Leitaktion soll Europa helfen, der Herausforderung der wachsenden Alterung der Bevölkerung zu begegnen und mit Hilfe von FTE die Entwicklung von Politik und Interventionen zur Verlängerung der Lebensqualität und Unabhängigkeit älterer Menschen zu untermauern und die Notwendigkeit einer Langzeitpflege und ihrer Folgekosten zu reduzieren. Priorität haben multidisziplinäre FTE im Zusammenhang mit Prozessen, die zu gesundem Altern führen, einschließlich demographischer, sozialer und ökonomischer Aspekte führen, sowie Interventionen, die zur Verzögerung und verbesserten Behandlung der Behinderung führen. Es soll ein Wettbewerbsvorteil für ein großes Spektrum von Gesundheitsindustrien und -sektoren erzielt werden.

Die einzelnen Angaben des Betrags von Euro 2.413 Mio. für das spezifische Programm "Lebensqualität, Management lebender Ressourcen" sind wie folgt:

- Leitaktionen:

. Nahrungsmittel, Ernährung und Gesundheit 290 Mio.;
. Kontrolle ansteckender Krankheiten 300 Mio.;
. Die "Zellfabrik" 400 Mio.;
. Umwelt und Gesundheit 160 Mio.;
. Nachhaltige Land-, Fischerei- und Forstwirtschaft 520 Mio.;
. Die Alterung der Bevölkerung und Behinderungen 190 Mio.;
- Generisch ausgerichtete FTE- Tätigkeiten 483 Mio.;
- Unterstützung für die Forschungsinfrastruktur 70 Mio..

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