Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Gamingtechnologie findet ihren Weg in Headsets für Sehbehinderte

EU-Forscher haben ein 3D-Headset entwickelt, das es sehbehinderten Menschen ermöglichen könnte, sich sicherer und umkomplizierter umherzubewegen.
Gamingtechnologie findet ihren Weg in Headsets für Sehbehinderte
Das 2010 gestartete Projekt DIGIGLASSES will ein marktfähiges digitales Werkzeug für sehbehinderte Menschen entwickeln, welches das stereoskopische Sehen entsprechend der speziellen Symptome der Augenkrankheit des Benutzers korrigiert und an diese angepasst unterstützt. Das neueste YouTube-Video des Projekts kündigt die Eröffnung neuer Fertigungslinien für teilnehmende KMU an. Das Projekt hofft, Ende 2015 damit auf den Markt zu kommen.

Angesichts von etwa fünf Millionen Menschen in Europa (weltweit 285 Millionen), die mit einer Sehbehinderung leben, die mit normalen Brillengläsern nicht mehr ausgeglichen werden kann, ist der Markt für die innovativen Headsets von DIGIGLASSES klar ersichtlich.

Neben den Vermarktungsmöglichkeiten besteht das zentrale Ziel des Projekts darin, den Betroffenen zu helfen, leichter Zugang zu Arbeit, Bildung und sozialen Aktivitäten zu bekommen, indem es den Sehbehinderten hilft, eine dem Rest der Gesellschaft ähnliche Lebensqualität zu erreichen. Um das zu erreichen, nutzt das Projekt eine Technologie, die aus der Spieleindustrie stammt.

Das Headset wurde jetzt mit Hilfe fachkundiger Ausbilder, die mit Sehbehinderten arbeiten und ihnen dabei helfen, das Beste aus den neuen Geräten und Werkzeugen herauszuholen, sowie mit Freiwilligen getestet, die selber betroffen sind. Die erfolgreichen Versuche bedeuten, dass die an dem Projekt teilnehmenden KMU jetzt den Prototyp eines marktfähigen Gerätes entwickeln und es Ende des kommenden Jahres auf den Markt bringen können.

Das Headset besteht aus einer digitalen Brille, angepasster Elektronik und Software, Kameras und einem Prozessor, der auch in Smartphones eingesetzt wird. Der Benutzer sieht stereoskopische Bilder, die durch die Software verstärkt wurden.

Die Art der Verstärkung hängt von der Sehstörung des Benutzers ab. So können zum Beispiel der Kontrast erhöht, die Ecken von Treppenstufen oder Bordsteinkanten deutlich hervorgehoben sowie die Enden von Zebrastreifen mit roten Linien markiert werden. Das optische Element besteht aus einem Mikrobildschirm, der sich wie ein kleiner Fernseher mit großer Helligkeit und Auflösung verhält. Vergrößerungslinsen und Prismen sorgen dafür, das Bild von einem kleinen Display so zu verändern, dass es wie von einem großen Bildschirm erscheint.

Bisher wurden ähnliche auf dem Kopf zu tragende Displays in der Gaming- und Videoindustrie eingesetzt. Das innovative Element bei DIGIGLASSES ist, das es diese Technologie einsetzt, um das Leben sehbehinderter Menschen zu verbessern.

Das Projektkonsortium vereint acht Partner aus fünf Ländern aus den Bereichen Forschung, Fertigung und Marketing.

Weitere Informationen sind abrufbar unter:

DIGIGLASSES
http://www.digiglasses.eu/home

Verwandte Informationen

Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben