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Wissenschaft im Trend: Drei Projekte konkurrieren um nächste ESA-Mission

Exoplaneten, Plasmaphysik und das Röntgen-Universum sind die ersten drei Themen im Finale für die nächste mittelgroße Weltraummission der Europäischen Weltraumorganisation.
Wissenschaft im Trend: Drei Projekte konkurrieren um nächste ESA-Mission
Obwohl die nächste Mission mittlerer Größe der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) nicht vor 2025 gestartet werden wird, hat die Organisation jetzt die Mission auf drei mögliche Themen reduziert: auf den Atmospheric Remote-Sensing Infrared Exoplanet Large-survey (Ariel), den Turbulence Heating ObserveR (Thor) sowie den X-ray Imaging Polarimetry Explorer (Xipe).

Eines dieser drei Konzepte, die sich jeweils auf Exoplaneten, Plasmaphysik und das Röntgen-Universum konzentrieren, werden im Laufe der M4-Mission untersucht werden. Dabei handelt es sich um die 4. Mission ihrer Art im ESA-Wissenschaftsprogramm Cosmic Vision. Für Alvaro Giménez, ESA-Direktor für Wissenschaft und robotische Erkundung bieten „alle drei Vorschläge [...] die Möglichkeit, einige der großen noch offenen wissenschaftlichen Fragen über unseren Platz im Universum zu beantworten. Die Auswahl dieser drei faszinierenden Missionskonzepte für die weitere Analyse ist ein wichtiger Schritt, um die kontinuierliche Präsenz der ESA im Weltraum aufrecht zu erhalten“, so Professor Giménez weiter. Professor Giménez wählte diese drei Konzepte nach der Begutachtung durch ein Expertengremium aus 27 Projektvorschlägen aus.

Diese drei Kandidaten stellen jeweils sehr unterschiedliche Missionen für die ESA dar. Sollte für den Start im Jahr 2025 das unter britischer Leitung stehende Ariel ausgewählt werden, würde das Projekt die Atmosphären von etwa 500 extrasolaren Planeten, die um vergleichsweise nahegelegene Sterne kreisen, analysieren, um so mehr über deren chemische Zusammensetzung und andere Eigenschaften zu erfahren. Laut ESA würden die Ergebnisse den Wissenschaftlern helfen, die Entstehung von Planeten besser zu verstehen und damit auch die Existenz unseres eigenen Sonnensystems besser einordnen zu können.

Thor, so spaceflightnow.com, wird von einem Forschungskonsortium mit Sitz in Schweden unternommen. Es soll ein fundamentales Problem der Plasmaphysik im Weltraum untersuchen, nämlich das Aufheizen von Plasma und die anschließende Abgabe von Energie. Die Sonde, die in einer Umlaufbahn um die Erde stationiert wird, soll unter anderem die Wechselwirkungen zwischen dem Sonnenwind und dem Magnetfeld der Erde untersuchen. Laut ESA wäre das Ziel, mehr über die grundlegenden physikalischen Prozesse zu lernen, die das Verhalten von Plasma unter turbulenten Bedingungen bestimmen. Das sollte dann auch zum Verständnis der wichtigen Wechselwirkungen zwischen Sternen und seinen Planeten beitragen.

Mit Xipe schließlich würde die Röntgenstrahlung von hochenergetischen Röntgenquellen wie Supernovae, galaktischen Jets, Schwarzen Löchern oder Neutronensternen unter extremen Umweltbedingungen untersucht werden. Xipe wäre das erste Weltraumteleskop, dessen Empfindlichkeit groß genug ist, um hochaufgelöste Messungen über die Polarisation dieser Quellen durchzuführen. So könnte gemäß ESA ein ganz neues Fenster ins Hochenergie-Universum aufgestoßen werden.

Es wird noch einige Jahre dauern, bevor wir wissen werden, welche Fragen zum Weltraum die Mission behandeln wird. Um zu einer abschließenden Entscheidung zu kommen, wird jetzt ein Studienzeitraum beginnen, in dem die drei Teams finanziert werden, um ihre Konzepte zu entwickeln, bevor die Mission ausgewählt wird. Laut dem Magazin Science wird die ausgewählte Mission mit einem Budget in Höhe von 450 Mio. EUR ausgestattet.

Die ersten drei mittelgroßen Missionen der ESA unter dem Wissenschaftsprogramm Cosmic Vision - Solar Orbiter, Euclid, und PLATO - werden jeweils 2018, 2020 und 2024 gestartet.

Weiter Informationen sind abrufbar unter:

http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Science/Three_candidates_for_ESA_s_next_medium-class_science_mission

Quelle: Gestützt auf eine Pressemitteilung der ESA und Medienberichte.

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