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STAR-FLOOD schließt Fallstudie zum Hochwasserrisikomanagement in Europa ab

Das STAR-FLOOD-Projekt hat einige erste Einblicke in seine Analyse der Hochwasserrisikomanagementstrategien in sechs europäischen Ländern veröffentlicht.
STAR-FLOOD schließt Fallstudie zum Hochwasserrisikomanagement in Europa ab
Allein von 2000 bis 2013 zogen Überschwemmungen in Europa jährliche Schäden in Höhe von 5,5 Mrd. EUR nach sich. Laut einer im vergangenen Jahr in der Zeitschrift Nature veröffentlichen Studie soll sich diese Zahl bis 2050 um das Fünffache erhöhen. Europäische Regierungen haben hart daran gearbeitet, einen nachhaltigen Schutz gegen Hochwasser sicherzustellen. Dazu wurden Deiche, Dämme oder Flutschleusen entwickelt. Doch reichen derartige Schutzstrategien allein aus?

„Wir sollten uns auch auf Prävention, Schadensminderung, Vorbereitung zum Hochwasserschutz und Wiederherstellung konzentrieren“, erklärt Professor Peter Driessen von der Universität Utrecht im Präsentationsvideo von STAR-FLOOD. Das Projekt, das im Oktober 2012 auf den Weg gebracht wurde und mit 5,4 Mio. EUR von der EU finanziert wird, will Vorgehensweisen analysieren, erklären, bewerten und gestalten, um besser mit den Hochwasserrisiken von Flüssen in Siedlungsgebieten in ganz Europa umgehen zu können.

STAR-FLOOD steht jetzt am Ende seines zentralen Arbeitspakets 3, für das Forscher in den Niederlanden, Belgien und Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Polen und Schweden die Lenkung von Hochwasserrisiken anhand von drei Fallstudiengebieten in jedem Land untersuchten. Es wurde eine eingehende Analyse durchgeführt und obwohl die entsprechenden Berichte nicht vor September 2015 abgeschlossen sein werden, wurden bereits einige interessante Fakten aus dem Vergleich zwischen den Ländern herausgezogen. Dieses Verfahren wird auch im Zentrum des Arbeitspakets 4 stehen.

Eine aufkommende Fragestellung bestand darin, dass, während die von STAR-FLOOD untersuchten Länder alle Anstrengungen unternahmen, um sich zu diversifizieren, zu vernetzen und Hochwasserrisikostrategien anzupassen, sich das als Herausforderung erwies. „In vielen Fällen wurde der Schritt zu einem stärker diversifizierten Hochwasserrisikomanagement durch Wandlungsfaktoren, die für neue Entwicklungen von Bedeutung sind, oder durch schockierende Ereignisse wie etwa Überschwemmungen hervorgerufen“, erklärt das Team auf der Projektwebsite. Andererseits weisen sie auch auf die nationale Politik und Vorschriften des Vereinigten Königreichs zu Überschwemmungen hin, die „eine gewisse eingebaute Flexibilität besitzen und zu allmählichen Veränderungen der Lenkung des Hochwasserrisikos hinführen.“

In allen Ländern wurden Regierungsmaßnahmen für die Behandlung von Hochwasserrisiken durch spezifische lokale Maßnahmen ergänzt, die von den Akteuren der Lokalbehörden und von Akteuren aus Unternehmen, Zivilgesellschaft und manchmal auch von den Bürgern selbst durchgeführt werden. Für das STAR-FLOOD-Team wirft dies die grundlegende Frage auf, wie solche Initiativen am besten erleichtert werden können, und ist dies eine Frage, die sie in den kommenden Monaten tiefergehend behandeln werden.

Und schließlich stellt das Projekt Unterschiede hinsichtlich der Durchführung der Hochwasserrichtlinie fest. „Obwohl alle STAR-FLOOD-Länder EU-Mitgliedstaaten sind, die dabei sind, die EU-Hochwasserrichtlinie (Richtlinie 2007/60/EG), durchzuführen, unterscheidet sich der relative Einfluss, welcher der Hochwasserrichtlinie zugeschrieben wird, zwischen den STAR-FLOOD-Ländern ganz erheblich. In Polen gibt es etwa einige Belege dafür, dass die Durchführung der Hochwasserrichtlinie innovative Politiken und Gesetz legitimierte. In den Niederlanden andererseits wird die Durchführung der Hochwasserrichtlinie im Allgemeinen als eine bürokratische Übung angesehen, obwohl manche politischen Entscheidungsträger die Flutgefahr- und Hochwasserrisikokarten begrüßen. Dort werde sie eher als eine Formalisierung des 'Business as usual' anstelle einer Gelegenheit zur Verbesserung der Lenkung von Hochwasserrisiken angesehen“, erklärt das Team.

Die Landesanalyse folgte dem Abschluss des Arbeitspakets 2 im November 2013. Für dieses Paket entwickelten die Forscher einen Bewertungsrahmen, um die Analysen der Länder und Fallstudien durchzuführen. Das Projekt soll am 31. März 2016 mit der Veröffentlichung der Gestaltungsprinzipien für angemessene und widerstandsfähige Hochwassergovernancevereinbarungen (Flood Risk Governance Arrangements, FRGA) enden.

Weitere Informationen sind abrufbar unter:

STAR-FLOOD
http://www.starflood.eu/

Quelle: Gestützt auf Informationen von der STAR-FLOOD-Website.

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