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Begleitroboter von STRANDS tritt in TV-Serie Gadget Man auf

In der vierten Staffel der TV-Serie Gadget Man, die seit November 2012 auf dem britischen Sender Channel 4 läuft, präsentiert Moderator Richard Ayoade neue Technologien, die unser Leben erleichtern sollen. In dieser Woche wird in der Show ein Begleitroboter namens Linda vorgestellt, der im Rahmen des STRANDS-Projekts entwickelt wurde.
Begleitroboter von STRANDS tritt in TV-Serie  Gadget Man auf
„Mein neuester persönlicher Liebling ist Linda, ein intelligenter Roboter, der darauf programmiert ist, selbstständig im Haus zu patrouillieren und sicherzustellen, dass niemand versucht, meinen Mist zu klauen“, erklärt Richard Ayoade, als der Roboter mit seinem fiktiven Sicherheitstestspickzettel die Szene betritt.

Dank des Laserscanners kann sich Linda frei bewegen, während sie eine Karte ihrer Umgebung aufbaut, Eindringlinge identifiziert und das Sicherheitspersonal bei seinen Aufgaben unterstützt. Sie kann mehrere Wochen lang ohne Neuaufladung funktionieren, Daten über ihre Umgebung sammeln und ihr Verhalten entsprechend anpassen.

Im vergangenen Jahr wurde Linda am Naturhistorischen Museum in London getestet, wo sie die Aufgabe hatte, die Besucher zu den Ausstellungen anlässlich der European Robotics Week zu führen. „Wir versuchen, die Roboter dazu zu befähigen, aus ihrer langfristigen Erfahrung und ihrer Wahrnehmung, wie sich die Umgebung über die Zeit entwickelt, zu lernen. Sie werden viele Einsatzmöglichkeiten haben. Die Idee, Linda ins Naturhistorische Museum mitzunehmen, ist eine fantastische Gelegenheit, damit die Menschen sehen, wie Roboter wie dieser eines Tages in der Lage sein werden, uns Menschen in einer Vielzahl von Rollen zu helfen und zu unterstützen“, erklärte Dr. Marc Hanheide von der Universität Lincoln.
 
Linda ist einer von sechs Robotern, die das STRANDS-Team entwickelt hat. Die anderen Roboter sind Bob, Henry, Karl, Werner und Lucie. Wo heutige Roboter gemäß Stand der Technik in der Regel eine räumlich-zeitliche Dynamik als anomale Messwerte erkennen würden und Fehler anhäufen, die letztlich verhindern, dass sie länger als ein paar Stunden laufen können, sollen Linda & Co. bis zum Projektende in der Lage sein, mindestens 120 Stunden lang zu funktionieren und sich dabei an anspruchsvolle Sicherheits- und Pflegeszenarien aus der echten Welt anzupassen.

Obwohl STRANDS erst im Mai 2017 abgeschlossen sein soll, wurden seine Roboter bereits in verschiedenen Situationen getestet. Bob zum Beispiel war drei Wochen bei G4S, dem weltweit führenden integrierten Sicherheitsunternehmen, angestellt, um in einer Arbeitsbüroumgebung zu patrouillieren.

Der neueste Projekterfolg war die Veröffentlichung einer Forschungsarbeit im März 2015. In dem Dokument schlägt das Team ein probabilistisch sequentielles Modell der Räumlichen Mensch-Roboter-Interaktion (Human-Robot Spatial Interaction, HRSI) unter Berufung auf eine qualitative Trajektorienkalkulation (Qualitative Trajectory Calculus, QTC) vor, die das Konzept der Proxemik einbezieht, um reichhaltigere Modelle zu unterstützen.

„Damit mobile Roboter in bevölkerten Umgebungen eingesetzt werden können, müssen sie verstehen, wie Menschen sich verhalten und in der Lage sein, aus dem Weg zu gehen, wenn man sich etwa auf einem Gang begegnet. In solchen Situationen muss die Bewegung des Roboters nicht nur sicher sein, sondern er muss auch in der Lage sein, seine Absicht, wo und wie er sich bewegt, wie er auf die Bewegung des Menschen reagieren soll, und, wie der Mensch auf ihn reagiert, zum Ausdruck zu bringen. Die aktuelle Forschung konzentriert sich hauptsächlich darauf, wie der Roboter einem Menschen ausweicht, aber nicht darauf, wie sie sich durch ihre Bewegung gegenseitig beeinflussen könnten“, erläutert Hauptautor Christian Dondrup von der Lincoln School of Computer Science.

Weitere Informationen sind abrufbar unter:

STRANDS
http://strands.acin.tuwien.ac.at/

Quelle: Gestützt auf Informationen von Webseiten des Projekts und der Projektpartner.

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Robotik
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