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BESAFE untersucht, inwiefern Argumente für eine biologische Vielfalt zur Verbesserung der Politikgestaltung beitragen

Das Projekt BESAFE stellte vor kurzem seine Ergebnisse zur Wirksamkeit von Argumenten zum Schutz der biologischen Vielfalt bei seiner Abschlusskonferenz vor, die in Zusammenarbeit mit dem Projekt BIOMOT durchgeführt wurde.
BESAFE untersucht, inwiefern Argumente für eine biologische Vielfalt zur Verbesserung der Politikgestaltung beitragen
In den vergangenen vier Jahren hat das Projektteam von BESAFE daran gearbeitet, ein besseres Verständnis für alternative Argumente für eine biologische Vielfalt zu erzielen, um die Politik auf allen Ebenen zu verbessern. Bei der Abschlusskonferenz des Projekts, die Anfang des Monats gemeinsam mit dem Projekt BIOMOT organisiert wurde, präsentierte das Team die Ergebnisse ihrer Fallstudien-Forschung, die zwei Dossiers zu Argumenten für biologische Vielfalt enthielten. Es wurde auch ein BESAFE-Tool vorgestellt, das Projektergebnisse und Hintergrundinformationen über die biologische Vielfalt enthält.

Seit dem Beginn im Jahr 2011 konzentriert sich das Projekt auf Untersuchungen, wie Argumente für biologische Vielfalt eingesetzt werden und wie wirksam sie sind. Wie BESAFE-Koordinator Rob Bugter auf der Konferenz bemerkte: "Unser Ansatz war, herauszufinden, welche Art von Argument am effektivsten ist und welches Argument wo und wann besser funktioniert. Dies hatte zum Ziel, die politischen Entscheidungsträger zum Handeln im Sinne der biologischen Vielfalt zu bewegen." Insbesondere achtete das Team auf die politischen Entscheidungsträger in Bereichen jenseits der biologischen Vielfalt – Bereiche, die einen großen Einfluss auf die Umwelt haben könnten, aber bei denen das Bewusstsein für die Problematik vielleicht nicht so ausgeprägt ist.

Um diese "Argumente für unsere zukünftige Umwelt" zu erforschen, begann das Team von BESAFE mit einer Reihe von Fallstudien und untersuchte so die Wirksamkeit (und potenzielle Wirksamkeit) von Argumenten auf verschiedenen politischen Bühnen und staatlichen Ebenen sowie zwischen den verschiedenen Akteuren.

Während seiner Rede auf der Konferenz erwähnte Professor Pekka Jokinen, ein Projektmitglied von der University of Eastern Finland, einige der Ergebnisse: "Ein Vergleich zwischen den Akteuren zeigt, dass nur eine kleine Auswahl von Argumenten eingesetzt wird - insbesondere die Argumentation in der Politik weist die geringste Vielfalt auf. Außerdem haben wir festgestellt, dass sich die Argumente mit der Zeit ändern. In den 1990er Jahren stand zum Beispiel das Vorsorgeprinzip im Vordergrund, nun hingegen dominiert langsam das Konzept der Ökosystemleistungen und der Werte für die Gesellschaft."

Tatsächlich sind seit der Veröffentlichung des Millennium Ecosystem Assessment 2005 die Ökosystemleistungen – die Vorteile, die Menschen aus Ökosystemen ziehen – zu einem starken Argument für den Schutz der Umwelt geworden. Allerdings unterstützen nicht alle Ökologen diese Linie, sondern einige beharren darauf, dass die Natur aufgrund ihres eigentlichen Wertes geschützt werden sollte. Dr.  Paula Harrison, ein Mitglied des Projektteams von der Universität Oxford, erläuterte die Projektergebnisse, wie das Argument der Ökosystemleistungen verwendet wird: "63 % aller Argumente aus unserer Überprüfung der Arbeitspapiere betrafen Ökosystemleistungen – und die Verbindungen zwischen Ökosystemleistungen und Schutz der biologischen Vielfalt wurden als überwiegend positiv befunden … Ökosystemleistungen lösen nicht alle Probleme, aber sie können den wirtschaftlichen und sozialen Wert des Schutzes der biologischen Vielfalt zeigen, und sie können wirkungsvoll mit Argumenten zum Eigenwert der Natur kombiniert werden."

Das Team hat diese Ergebnisse analysiert und in Dossiers zusammengeführt – darunter "What kind of information on ecosystem services is relevant for decision making, and how can we incorporate it in the decision making process?" und "How have we advanced our understanding of the links between biodiversity, ecosystem functions and ecosystem services?" sowie eine Literaturübersicht mit dem Titel "Arguments for biodiversity". Das Dossier "What works in arguing for biodiversity policy brief" wurde auf der Konferenz vorgestellt, ebenso wie die Beta-Version des BESAFE-Tools. Das Tool ist als benutzerfreundliche Anwendung geplant, mit der Interessengruppen Projektergebnisse und Hintergrundinformationen suchen können, die ihnen helfen, die Diskussion über biologische Vielfalt zu verbessern.

Es ist klar, dass Fortschritte beim Schutz der biologischen Vielfalt notwendig sind, wie Projektkoordinator Rob Bugter bemerkt: "Wir tun nicht genug, um einem Verlust der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken. Man muss außerhalb von Natura 2000 Fortschritte erzielen, indem man die Gesellschaft einbezieht und die Ökosystemleistungen und ihren wirtschaftlichen Wert betont. Und ein Teil der Arbeit muss darin bestehen, die Menschen in der Umsetzungsphase auf lokaler und regionaler Ebene zu überzeugen."

Bugter schloss mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Empfehlungen, die sich aus den Forschungsarbeiten im Rahmen von BESAFE ergaben: "Wir müssen von der Basis ausgehende Initiativen fördern sowie Argumente und eine Sensibilisierung liefern, die auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten sind. Gebündelte positive Argumente sind ebenfalls wirksam und es ist wichtig, die gesamte Basis zu respektieren und zu adressieren. Schließlich müssen Ökosystemleistungen und andere Argumente zur Erhaltung nicht in Konflikt stehen – sie können sich tatsächlich gegenseitig verstärken."

Die Projekt BESAFE wird Ende August abgeschlossen sein, wenn das Projekt-Team auch die endgültige Fassung des Tools veröffentlichen wird.

Weitere Informationen finden Sie unter:

BESAFE
http://www.besafe-project.net/index.php?P=36

Quelle: Gestützt auf die Berichterstattung zur gemeinsamen Abschlusskonferenz von BESAFE und BIOMOT.

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