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Programm muß sein Versprechen halten, sagt Cresson

Das Fünfte Rahmenprogramm (RP5) der Europäischen Union für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration stelle einen bedeutenden Schritt in Richtung der Umsetzung eines neuen Ansatzes für die europäische Forschung dar, die direkt auf die Bedürfnisse der Unternehmen ...
Das Fünfte Rahmenprogramm (RP5) der Europäischen Union für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration stelle einen bedeutenden Schritt in Richtung der Umsetzung eines neuen Ansatzes für die europäische Forschung dar, die direkt auf die Bedürfnisse der Unternehmen und Bürger in einer gesamteuropäischen Perspektive abziele, sagte die Europäische Kommissarin anläßlich der Eröffnung der Konferenz von Essen, die im vergangen Monat der Lancierung von RP5 diente.

Die Kommissarin Cresson, die für Forschung, Innovation, Erziehung, allgemeine und berufliche Bildung und Jugend zuständig ist, eröffnete die Konferenz, die über 5.000 Delegierte aus mehr als 60 Ländern anzog. Hierbei wurde sie von der deutschen Bundesministerin für Forschung und Bildung, Edelgard Bulmahn, der amtierenden Präsidentin des EU-Forschungsministerrats, dem Vorsitzenden des Ausschusses für F&E- und Energie des Europäischen Parlaments, Chairman Umberto Scapagnini, und dem Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Herrn Wolfgang Clement, unterstützt.

Kommissarin Cresson dankte allen Beteiligten, die RP5 möglich gemacht haben.

Sie betonte die Bedeutung, sowohl die Vergangenheit und die Gegenwart als auch die Zukunft zu betrachten - wobei die Vergangenheit das vorherige RP4-Programm repräsentiert und die Zukunft einen Blick auf die Zukunftsaussichten europäischer Forschung wirft.

"Wir müssen ermöglichen, daß RP5 seine Versprechen hält und seine Umsetzung so schnell wie möglich gewährleisten", sagte Kommissarin Cresson. "Dies ist die Priorität für die Kommission und auch für die deutsche EU-Präsidentschaft."

Sie reflektierte über drei Hauptpunkte, der erste betrifft den Kontext, in dem RP5 umgesetzt wird, wovon unterschiedliche Aspekte Herausforderungen für die europäische Forschung darstellen.

Zweitens sprach sie über die Art, wie das RP5 auf diese Herausforderungen antworten wird und wies darauf hin, daß 15 Milliarden Euro -eine Steigerung von 4,6% gegenüber RP4 - in RP5 investiert würden. Außerdem betonte sie die Bedeutung des neuen Ansatzes für die verschiedenen Programme, der die traditionellen Bereiche und Disziplinen aufgibt und sich auf die großen Problembereiche konzentriert, denen die Europäische Union gegenübersteht.

Zuletzt betrachtete sie die drei Dimensionen europäischer Forschung, die den Schwerpunkt von RP5 bilden werden, als erstes das Thema Frauen und Forschung. Kommissarin Cresson unterstrich die Bedeutung, Frauen an wissenschaftlicher Forschung zu beteiligen und wies auf eine Mitteilung der Kommission zu diesem Thema hin.

Die zweite Dimension untersuchte die ethischen Fragen der Forschung, wie Klonierung und genetisch modifizierte Organismen. Sie hob die Bedeutung eines gemeinsamen europäischen Vorgehens bei diesen ethischen Fragen hervor.

Drittens sprach sie über die mittelfristigen Aussichten für Forschung in Europa.

"Welche Form wird europäische Forschung im Hinblick auf die Erweiterung Europas annehmen?" fragte sie, und "Wie können wir die Kohärenz innerhalb der Europäischen Union bewahren, wenn die Anzahl der Mitgliedstaaten steigt?" Diese Fragen werden während der Sitzung des Forschungsrates im Mai diskutiert.

Ferner warf Kommissarin Cresson einen Blick auf die weiteren Aussichten von RP5 und betrachtete zwei oder drei Hauptentwicklungen, wie die Agenda 2000, die eine institutionelle Reform herbeiführen wird, um das Funktionieren der EU mit 25 Mitgliedstaaten zu ermöglichen.

Ein weiteres Thema waren die sozialen Herausforderungen in Europa in Verbindung mit der Arbeitslosigkeit.

Drittens sprach Kommissarin Cresson über den Druck, den die Gesellschaft auf den Wissenschaftler ausübt.

"Die Gesellschaft erwartet konkrete Fortschritte von der Wissenschaft und Technologie in solchen Bereichen wie Gesundheit, Umwelt und Verkehr," sagte sie.

Kommissarin Cresson beendete ihre Rede mit der Feststellung: "Das Fünfte Rahmenprogramm an sich ist ein Ausgangspunkt für eine bedeutende europäische Initiative zu Beginn des 21. Jahrhunderts."

Des weiteren lancierte Frau Bulmahn das Hochgeschwindigkeit-Forschungsnetz TEN-155 und nahm dann gemeinsam mit Frau Cresson an einer Diskussion am runden Tisch teil, wobei sie die kürzlich von der Kommission verabschiedete Politik über Frauen in Forschung vorstellte.

Die Konferenz demonstrierte den weitverbreiteten Anklang und den erkannten Wert der gemeinschaftlichen Forschungsprogramme. Das Spektrum der Delegierten variierte von potentiellen RP5-Teilnehmern über "Informationsmultiplikatoren" bis hin zu politischen Entscheidungsträgern und Forschungsanwendern.

Das Konferenzformat - parallele Präsentationen der verschiedenen einzelnen Forschungsprogramme, die das RP5 ausmachen, Workshops und Projekt-Präsentationen sowie eine damit verbundene Ausstellung - machten es möglich, daß während der zwei Tage eine enorme Vielfalt von Informationen vermittelt werden konnte. Potentielle Teilnehmer konnten erfahren, wie man einen Projektvorschlag vorbereitet, Verhandlungen über einen Forschungsvertrag führt, oder wie Partner aus Drittländern an ihrem Konsortium beteiligt werden können. Andere Delegierte waren mehr daran interessiert, einen Überblick über einen bestimmten Forschungsbereich zu erhalten, an einer Präsentation eines erfolgreichen Forschungsprojekts teilzunehmen, die von einem der beteiligten Forscher gegeben wurde, oder zu hören, was Experten über die Zukunft der europäischen Forschung über RP5 hinaus zu sagen hatten. Welche Interessen auch immer die Delegierten hatten, das gesamte Konferenzprogramm stand allen Teilnehmern offen und die meisten Workshops wurden zweimal veranstaltet, um zeitliche Überschneidungen zu vermeiden.

Die Ausstellung, die mehr als 2.000 m² umfaßte, war außerdem eine nützliche Informationsquelle, wo jedes Programm seine sowohl seine Aktivitäten als auch ein Beispiel für Projekte des vorherigen Programms vorstellte. Zum Schluß bot die Konferenz eine ideale Gelegenheit, potentielle Partner zu treffen und direkte Gespräche mit den Mitarbeitern der Kommission zu führen.

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