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EU-finanziertes Projekt soll Brücken über den Atlantik bauen

EU-finanzierte Forscher veröffentlichten vor Kurzem eine transatlantische Agenda, um die globale und regionale Governance in einer unbeständigen Welt zu stärken.
EU-finanziertes Projekt soll Brücken über den Atlantik bauen
Bei dieser Agenda mit dem Titel „Managing Disorder: A Stronger Transatlantic Bond for More Sustainable Governance“ handelt es sich um das abschließende Strategiepapier des EU-finanzierten Projekts TRANSWORLD. Seit März 2012 verfassten die Konsortiumspartner über 45 Abhandlungen zum Thema, wie die EU und die USA ihre Zusammenarbeit maximieren können, um regionalen und globalen Frieden und Wohlstand zu fördern.

Am Projekt sind 13 Hochschul- und Forschungszentren aus der EU, den USA und der Türkei beteiligt, welche die Entwicklung dieser Beziehung erforschten und ihre Rolle bei der Gestaltung globaler Governance verfolgten. Ausgangspunkt war die Auffassung, dass in einer verwirrenden, multipolaren, vernetzten Welt, in der alte Wahrheiten keine Gültigkeit mehr haben, transatlantische Beziehungen zu scheitern scheinen.

Die Mitglieder von TRANSWORLD setzten sich daher zum Ziel, einen neuen Ansatz zu entwickeln, um die Richtung zu bestimmen, in die sich die transatlantischen Beziehungen bewegen, und Empfehlungen dazu auszusprechen, wie diese äußerst wichtige Verbindung wieder aufgebaut werden kann.

In der Abhandlung „Managing Disorder“ wird angemerkt, dass neue globale Spannungen entstanden sind, welche gemeinsamen Bemühungen komplizieren, etwa bezüglich weltweiter Ungleichheit und Klimawandel. Diese Spannungen umfassen die Verschärfung regionaler Krisen, das Aufkommen nichtstaatlicher Akteure wie gewalttätiger dschihadistischer Gruppierungen und die Ausbreitung krimineller Vereinigungen.

Was die Angelegenheiten noch weiter verkompliziert, ist, dass gemeinsame Gegenmaßnahmen durch interne Schwierigkeiten sowohl in der EU als auch in den USA geschwächt wurden. Politische Polarisation führte in den USA oft zu politischem Stillstand, wohingegen die EU, wie es in der Abhandlung ausgedrückt wird, in einer „Vertrauenskrise“ steckt. Die Forscher argumentieren, dass die amerikanisch-europäische Partnerschaft gestärkt werden muss, um einigen der dringendsten regionalen und globalen Herausforderungen begegnen zu können.

In der Arbeit werden einige Empfehlungen ausgesprochen, etwa zum Festigen von Kontakten zwischen einzelnen US-Bundesstaaten und EU-Ländern, zum Austausch bewährter Verfahren zur Bekämpfung des Klimawandels und zum Ansprechen anderer Länder wie China, um sich über ambitionierte Emissionsziele zu einigen. Zudem wird für einen mehrstufigen transatlantischen Ansatz in Bezug auf Russland plädiert, der eine starke Verteidigung und Sanktionen mit intensiven Bemühungen, eine unkontrollierte Eskalation zu verhindern, kombiniert.

Um sich den zahlreichen Krisen im Nahen Osten zu stellen, sollten die transatlantischen Verbündeten eine inklusive Politik fördern, dschihadistische Gruppierungen isolieren und die Schaffung einer kollektiven Sicherheits-Governance verfolgen, um den Iran (überwiegend Schia) mit den sunnitischen arabischen Staaten zusammenzubringen.

Die Publikation „Managing Disorder“ stellt den Abschluss des Projekts dar und folgt der Abschlusskonferenz von TRANSWORLD, die vom German Marshall Fund of the United States (GMF) und dem Istituto Affari Internazionali (IAI) im Juli 2015 abgehalten wurde.

Die Konferenz beinhaltete einen Austausch von Ansichten mit politischen Entscheidungsträgern und Amtsträgern von beiden Seiten des Atlantik. Marc Grossman, der als US-Botschafter in der Türkei sowie als Assistant Secretary of State for European Affairs diente, schloss, dass sowohl die USA als auch Europa „Kleinigkeiten wie Bananen und Chlorhühnchen“ überwinden müssen, wenn die transatlantische Partnerschaft wiederbelebt werden soll.Weitere Informationen sind abrufbar unter:

TRANSWORLD
http://www.transworld-fp7.eu/

Quelle: Gestützt auf Pressemitteilungen und das finale Strategiepapier des TRANSWORLD-Projekts

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