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Das Geheimnis von Lebensmittelallergien lösen – Millionen helfen

EU-finanzierte Forscher haben nun ein besseres Verständnis darüber, warum manche Babys früh im Leben Neurodermitis entwickeln.
Das Geheimnis von Lebensmittelallergien lösen – Millionen helfen
In einer von zwei EU-geförderten Projekten unterstützten Studie wurde festgestellt, dass Mütter mit einer Prädisposition für die Entwicklung bestimmter allergischer Reaktionen (bekannt unter der Bezeichnung Atopie) und eine hohe Fettmasse bei Neugeborenen Schlüsselfaktoren für ein erhöhtes Risiko für atopische Dermatitis bei Kindern sind.

Atopische Dermatitis (AD), auch als atopisches Ekzem bekannt, ist eine Entzündung der Haut, die zu einer juckenden, geröteten, geschwollenen und rissigen Haut führt. Viele Menschen mit atopischer Dermatitis entwickeln im späteren Leben Heuschnupfen oder Asthma. Den Forschern zufolge könnte eine Früherkennung von gefährdeten Personen zur schnelleren Umsetzung von präventiven Maßnahmen führen.

Für ihre Studie – die vor Kurzem im Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlicht wurde – erhielten die Forscher Unterstützung von den Projekten ODIN (Food-based solutions for Optimal vitamin D Nutrition and health through the life cycle) und IFAAM (Integrated Approaches to Food Allergen and Allergy Risk Management). Seit 2013 haben diese beiden EU-finanzierten Initiativen versucht, die wissenschaftlichen Kenntnisse im Zusammenhang mit Ernährung und Gesundheit zu erweitern.

Das IFAAM-Projekt entwickelte dafür neue evidenzbasierte Ansätze und Instrumente, um mit Allergenen in Lebensmitteln besser umgehen zu können und effektive Managementpläne und Ernährungsberatung bei Nahrungsmittelallergie zu liefern. Ein besseres Verständnis der Risikofaktoren für Neugeborene und Kinder ist von zentraler Bedeutung für diese Initiative. Zunächst wurden die Daten zu allergischen Reaktionen auf verschiedene Lebensmittelzutaten wie Milchpulver, Eiweißpulver, Walnuss-, Haselnuss- und Erdnuss-Mehl analysiert und verglichen. Hierdurch konnte das Team mögliche Schlüsselrisikofaktoren erfassen.

Als nächstes will das Projekt einen standardisierten Management-Prozess schaffen, der Lebensmittel verarbeitenden Unternehmen helfen soll sicherzustellen, ihre Produkte so allergenfrei wie möglich zu produzieren. Die Ergebnisse werden politische Entscheidungsträger auch bei der Entwicklung von wirksamen gesamteuropäischen Richtlinien für Lebensmittelsicherheit unterstützen, um das Verbraucherrisiko zu minimieren und so wiederum die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Lebensmittelindustrie zu erhöhen.

Um alle Daten voll ausschöpfen zu können, plant das Projekt ein „Allerg-e-lab“: eine Online-Informatikplattform zum Austausch von Forschungsergebnissen, Daten und klinisch validierten Risikobewertungen.

Das ODIN-Projekt arbeitete gleichzeitig an der Entwicklung einer sicheren und wirksamen Strategie des öffentlichen Gesundheitswesens, um Vitamin-D-Mangel zu verhindern. Ursachen für einen solchen Mangel sind fehlendes Sonnenlicht, Milchallergien oder eine streng vegane Ernährung.

Vier individuelle randomisierte klinische Studien bei schwangeren Frauen, Kindern, Jugendlichen und Einwanderergruppen sollen durchgeführt werden, um die Grade von Vitamin-D-Mangel und die sich daraus ergebenden Anforderungen zu ermitteln. Darauf hin werden innovative lebensmittelbasierte Lösungen entwickelt, um die Vitamin-D-Werte durch die Bio-Anreicherung von Fleisch, Fisch, Eiern, Käse, Pilzen und Backhefe zu erhöhen. Schließlich wird die Wirksamkeit und Sicherheit dieser neuartigen Lebensmittel getestet werden, um sicherzustellen, dass sie die strengsten EU-Normen erfüllen.

Sowohl IFAAM als auch ODIN sollen im Jahr 2017 abgeschlossen werden.

Weitere Informationen sind abrufbar unter:

ODIN
http://www.odin-vitd.eu/

IFAAM
http://www.inflammation-repair.manchester.ac.uk/ifaam

Quelle: Gestützt auf Pressemitteilungen und Artikel der Projekte ODIN und IFAAM.

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