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Arbeit über HIV-Impfstoff wird stark zunehmen

In den kommenden Monaten wird der genaue Inhalt der HIV-Impfstoffarbeit der Gemeinschaft für die nächsten fünf Jahre festgelegt, berichtet der Newsletter des HIV/AIDS-Programms der EU in seiner Ausgabe von Februar 1999.

Im Dezember verabschiedete der Rat für wissenschaftliche...
In den kommenden Monaten wird der genaue Inhalt der HIV-Impfstoffarbeit der Gemeinschaft für die nächsten fünf Jahre festgelegt, berichtet der Newsletter des HIV/AIDS-Programms der EU in seiner Ausgabe von Februar 1999.

Im Dezember verabschiedete der Rat für wissenschaftliche Forschung der Europäischen Union das Fünfte Rahmenprogramm (RP5) für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration (FTE) für den Zeitraum 1998-2002 und mit einem Haushalt von etwa 15 Mrd. Euro. Etwa 2,4 Mrd. Euro von dieser Gesamtsumme entfallen auf Life Sciences.

Diese Mittel werden für eine Reihe von 'Leitaktionen' verwendet, eine davon ist Beherrschung von Infektionskrankheiten mit einem wahrscheinlichen Haushalt von ca. 300 Mio. Euro.

"Wieviel genau davon spezifisch auf die Arbeit am HIV-Impfstoff anfallen wird, bleibt abzuwarten und kann von Jahr zu Jahr je nach Bedarf unterschiedlich ausfallen," führt der Newsletter aus. "Aber ein wesentlicher Anstieg im Vergleich mit vorherigen EU-Ausgaben in diesem Bereich ist wahrscheinlich. AIDS wird als eine Priorität angesehen."

Die erste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen wird für Ende dieses Monats erwartet und es kann eine Reihe von Fristen für Finanzierungsanträge für verschiedene Aktivitäten geben, wobei die Impfstoffarbeit (einschl. HIV-Impfstoff) zu den frühesten Terminen gehören wird

Im Newsletter werden mehrere weitere bedeutende Schritte nach vorn in der Impfstoffentwicklung angeführt:

- Das HIV/AIDS-Programm der EU in Entwicklungsländern zusammen mit seinen vielen Partnern bemüht sich um die Finanzierung und wirtschaftlichen Aspekte und die Organisation mehrerer Foren zur Vorbereitung einer groß angelegten Beantwortung;
- Die International Aids Vaccine Initiative (IAVI) hat zwei neue HIV-Impfstoffentwicklungsprojekte angekündigt, die mit mehr als 9 Mio. USD finanziert werden und auf Partnerschaften zwischen Institutionen aus dem Westen und aus Entwicklungsländern beruhen. Eine davon ist eine Partnerschaft zwischen den Universitäten von Oxford, GB, und Nairobi, Kenia, über einen Impfstoff, der von in Kenia verbreiteten HIV-Stämmen abgeleitet wird. Die andere ist eine Partnerschaft zwischen dem US-Unternehmen Alphavax und der Universität Kapstadt, Südafrika, die auf in Südafrika gefunden Stämmen beruht;
- Die Weltbank verfügt über eine spezielle interne Task Force, die mögliche finanzielle Finanzmechanismen zur Förderung der HIV-Impfstoffentwicklung prüft - sie soll bis Mitte dieses Jahres Bericht erstatten und diese Arbeit wird von der Gemeinschaft unterstützt;
- In den USA ist eine dritte Phase der Erprobung eines Impfstoffkandidaten im Gange und weitere sind in Thailand geplant. Uganda trifft seit einer geraumen Zeit Vorbereitungen für Impfstoff;
- Das NIH (National Institutes of Health), die nationale Gesundheitsbehörde in den USA verfügt für 1999 über einen erhöhten Haushalt für HIV-Impfstoffarbeit, der allerdings prozentual nur einen kleinen Anteil seines gesamten AIDS-Haushalts ausmacht, und hauptsächlich der Grundlagenforschung und nicht der Produktentwicklung dient;
- Die indische Regierung hat ihr Interesse an der Entwicklung eines 'einheimischen' HIV-Impfstoffs zu erkennen gegeben;
- Die Regierungen mehrerer anderer Entwicklungsländer - zum Beispiel Brasiliens, Kubas und Chinas - haben in unterschiedlichem Maße Impfstofferprobungen in Gang gesetzt;
- Die britische Regierung ist die erste Regierung Europas, die über die IAVI die Impfstoffentwicklung spezifisch mit Finanzmitteln ausstattet, und die französische Regierung stellt erhebliche Mittel für die Impfstofforschung zur Verfügung, zum Beispiel durch Pasteur Merieux Connaught, die Tochtergesellschaft des französischen Unternehmens Rhône-Poulenc.

Des weiteren umfaßt die Impfstoff-Titelgeschichte folgende Abschnitte:

- Einen Überblick über die Verantwortung von Spendern in der Gemeinschaft beruhend auf einer Präsentation von Dr. Lieve Fransen vom Referat der GD VIII für Humane, Soziale, Kulturelle Entwicklung und geschlechtsspezifische Fragen;
- Die Zurückhaltung von Pharmaunternehmen bei Entwicklung eines HIV-Impfstoffs;
- Die Kosten von Wirksamkeitsversuchen;
- Die Ansicht der IAVI;
- Möglichkeiten von Eventualkrediten und Vorabgarantien;
- Geistige Eigentumsrechte;
- Gründe für das Fehlschlagen der Entwicklung eines Impfstoffs in den letzten 14 Jahren;
- Die Sichtweise von UNAIDS;
- Einige ethische Fragen.

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